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Brigidenschüler auf du und du mit der Natur

mlzWaldführung

Einen Vormittag haben die Drittklässler der Brigidenschule im „grünen Klassenzimmer“ verbracht. Unter der Leitung von Naturführern lernten sie die Pflanzen- und Tierwelt des Waldes kennen.

Legden

, 21.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Ganz still und fast unsichtbar sitzt der kleine Hase in seiner Kuhle zwischen Baumwurzeln. Er wagt nicht einmal, mit der Nase zu zucken, als Menschen an ihm vorbeigehen. Niemand sieht ihn, so gut fügt sich sein Fell in die Umgebung des Waldbodens ein.

Nur Tessa, eine der 22 Drittklässler, die an diesem Montagmorgen im Wald von Familie Schulze Göcking unterwegs sind, bleibt stehen und schaut. Sie macht ein paar andere Kinder auf das Tier aufmerksam, und bald schon steht die ganze Klasse in gebührendem Abstand staunend vor dem Hasenjungen, das noch immer dasitzt und sich nicht rührt.

Geführte Entdeckungstour

„Das ist schon ungewöhnlich, dass man so einen kleinen Hasen in der Natur sieht“, sagt Franz Schulze Göcking. Er hat die Kinder, Naturführer Clemens Lenfert und Antonie Bussmann sowie Lehrerin Birgit Schmidtwilken in sein Waldstück hinter dem Hof in der Steinkuhle eingeladen.

Insgesamt sind am Montag drei dritte Klassen von der Brigidenschule unterwegs auf Entdeckungstour durch den Wald. Eine andere ist an der Egelborg und eine dritte am Hof Schulze Beikel, geführt von Ehrenamtlichen des Hegerings Legden-Schöppingen.

Kinder sehr interessiert

„Wir machen das schon viele Jahre und stellen immer wieder fest, dass die Kinder sehr großes Interesse haben“, erklärt Antonie Bussmann. Sie und ihre Mitstreiter haben vielfältiges Anschauungsmaterial mitgebracht, das die Kinder staunen lässt. Unter anderem die Larve einer Libelle, die Antonie Bussmann an ihrem eigenen Gartenteich gefunden hat.

Mit Fotos und viel Fachwissen erklärt die ehemalige Schulleiterin den Kindern dieses und zahlreiche andere kleine Naturwunder. Unter dem dichten Blätterdach des Waldes warten aber noch viel mehr davon, die die Kinder im Anschluss auf eigene Faust entdecken.

Entdecken mit allen Sinnen

Leon interessiert sich besonders für die Eulengewölle in einer Plastikbox, die Antonie Bussmann herumreicht. Das sind unverdauliche Kleinteile, die Eulen wieder ausspeien, nachdem sie ein Beutetier, wie beispielsweise eine Maus, gefressen haben. Darin sind Haare und winzige Knochenstücke versteckt. Stolz nimmt der Drittklässler später eines der Haarbällchen mit nach Hause.

Das Klopfen des Spechts in den Bäumen, der Geschmack von Waldmeister oder der Geruch des Waldbodens – die Kinder entdecken den Wald mit allen Sinnen. Davon ist auch Lehrerin Birgit Schmidtwilken begeistert. „Die Kinder sind alle super gut zufrieden. Der Wald ist für die Kinder ja immer was Tolles. Hier muss man einfach gucken und dann kommen die Ideen von alleine“, sagt die Lehrerin.

Führungen seit über 20 Jahren

Am Ende des Vormittags in der Natur haben die Jungen und Mädchen viel dazugelernt. Einige haben für daheim kleine Blumensträuße gepflückt. „Ein Mädchen kam sogar an und fragte: Gehen wir denn bald noch mal in den Wald?“, freut sich Birgit Schmidtwilken.

Und auch die Waldführer selbst sind zufrieden mit der Führung und freuen sich über die neugierigen Schüler, die sie mit Fragen gelöchert haben. „Die Führungen durch den Wald machen wir jetzt schon seit über 20 Jahren“, sagt Clemens Lenfert. Wenn es nach den Kindern geht, könnte der Unterricht wohl noch viel öfter im grünen Klassenzimmer stattfinden.

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