Brigidenschüler gehen wieder jeden Tag zur Schule: Normal wird es nicht

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Ab Montag, 15. Juni, werden alle Grundschüler täglich unterrichtet. Die Brigidenschule stellt das vor neue Herausforderungen. Ganz normal wie vor der Coronakrise wird Schule aber nicht sein.

Legden

, 12.06.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gemischte Gefühle – so fasst Schulleiterin Silvia Florack zusammen, was die neue Entscheidung der Landesregierung in ihr ausgelöst hat. Ab Montag, 15. Juni, werden wieder alle Klassen jeden Tag in die Schule kommen. Zwölf Klassen in Legden, zwei jahrgangsgemischte Klassen in Asbeck. Noch ist es immer nur ein Jahrgang pro Tag.

„Der Wunsch zurück zur Normalität ist schon allgegenwärtig“, sagt Silvia Florack. Auch wenn sie bis vergangenen Freitag davon ausging, dass bis zu den Sommerferien das rollierende System beibehalten wird, hat sie sich schon vorher Gedanken gemacht, wie der „normale“ Schulalltag bewältigt werden kann. Klar ist: So wie vor der Coronakrise wird es nicht sein. Das gilt auch für den Stundenplan. „Normal ist das noch lange nicht.“

Positiv findet Silvia Florack, dass die Eltern jetzt planen können und entlastet werden. Nicht nur beruflich. „Sie können auch ihre Rolle als Lehrer abgeben“, sagt sie. Sie weiß, dass das nicht immer einfach war in den vergangenen Wochen zuhause. Negativ ist, dass jetzt Abstandsregeln nicht mehr streng eingehalten werden können. „Die Sorge ist da: bleiben wir alle gesund?“

Maskenpflicht auf dem Weg zur Klasse bleibt bestehen

Ganz normal, wie die Meldungen es erscheinen lassen, so sagt sie, sei der Schulalltag allerdings nicht. Für die Kinder gibt es weiter die Maskenpflicht beim Gang in die Schule, in den Fluren oder auf dem Weg zur Toilette. Nur beim Unterricht haben die Schüler und Lehrer keine Masken auf.

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Weiter gilt auch, dass es keine Durchmischung von Gruppen geben soll. Bislang kommen an der Wibbeltstraße an einem Schultag drei Klassen eines Jahrgangs zusammen, die dann in sechs Lerngruppen in Klassenzimmern gut verteilt im gesamten Gebäude unterrichtet werden.

Ab Montag werden es dann zwölf Klassen sein, alle Klassenräume sind dann besetzt – erstmals wird auch in allen vier neuen Klassenzimmer im Anbau gelernt. Ein zeitversetzter Unterrichtsbeginn ist nicht möglich, so Silvia Florack: „In allen Klassen gibt es Buskinder. Da würde die Schulbeförderung kollabieren.“

Markierungen zeigen, wo sich die Kinder aufstellen

Alle Kinder, so haben es die Eltern auch in einem Brief mitgeteilt bekommen, sollen sich sofort an dem Aufstellplatz ihrer Klasse versammeln, den sie auch von Feuerschutzübungen kennen, und sich hintereinander aufstellen. Auf dem Schulhof sieht man schon entsprechende Markierungen. Von dort werden sie von ihren Lehrerinnen in die Klassen geführt. Dort gilt: Lüften, lüften, lüften.

Alle Grundschüler gehen ab Montag wieder täglich zur Schule. Vor allem Mathe und Deutsch steht bis zu den Sommerferien in der Brigidenschule auf dem Stundenplan.

Alle Grundschüler gehen ab Montag wieder täglich zur Schule. Vor allem Mathe und Deutsch steht bis zu den Sommerferien in der Brigidenschule auf dem Stundenplan. © picture alliance/dpa

Die große Pause wird geteilt. Wenn die ersten und zweiten Klassen für 15 Minuten auf dem Schulhof spielen – und das in sechs getrennten Feldern, haben die dritten und vierten Klassen Frühstückspause. Dann wird gewechselt.

Mehr als vier Stunden Unterricht täglich sind nicht möglich

Regulären Unterricht nach der regulären Stundentafel wird es noch nicht geben. „Wir machen Klassenlehrer-Unterricht“, informiert Silvia Florack. Die Lehrer sollen möglichst nicht die Klassen wechseln. Dazu kommt, dass einige der insgesamt 22 Lehrer nicht in der Schule unterrichten dürfen, weil sie zu Risikogruppen zählen. Und Schwimm- und Sportunterricht ist noch nicht erlaubt.

„Jede Klasse bekommt vier Stunden Unterricht“, so Silvia Florack. Um 11.40 Uhr ist Schulschluss. Leicht zeitlich versetzt verlassen die Kinder die Schule. „Sie werden ordentlich was zu Lernen haben“, sagt die Schulleiterin. Vor allem in der ersten Woche, bevor sie ihre Schulbücher schon wieder abgeben müssen. Zehn Schultage, dann sind Ferien.

„Ich habe noch nie erlebt, dass Kinder sich so auf Schule freuen“, erzählt Silvia Florack von den ersten Begegnungen nach der langen Pause. „Das waren schon rührende Momente für beide Seiten.“

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