Einige Tablets sind an der Brigidenschule in Legden und Asbeck bereits vorhanden. Doris Borgert, Konrektorin der Grundschule, sieht aber noch Potenzial. Der bürokratische Aufwand ist groß.

Legden

, 11.11.2020, 12:16 Uhr / Lesedauer: 3 min

Am Ende soll die Digitalisierung vieles vereinfachen. Bis dahin ist es aber auch an der Brigidenschule ein langer und steiniger Weg. „Das ist ein Mammutprojekt. Die Regeln ändern sich ständig, immer muss etwas neu evaluiert werden“, berichtet Konrektorin Doris Borgert, gemeinsam mit Anne Hölscher federführend für digitales Lernen an der Brigidenschule verantwortlich.

Die Schule muss die Fördermittel aus ganz unterschiedlichen Töpfen beantragen. Seit mehr als drei Jahren arbeitet die Brigidenschule in einem sogenannten Leaderprojekt mit dem Alexander-Hegius-Gymnasium in Ahaus und der Sekundarschule in Heek zusammen. „Wir arbeiten zusammen, um uns digital zu vernetzen. So können wir zum Beispiel gegenseitig auf das Unterrichtsmaterial zugreifen“, erklärt Doris Borgert den Gedanken hinter dem Projekt.

Das Wunschziel ist ein Endgerät für jedes Kind

Für den „Digitalpakt Schule“ muss die Schule ein umfangreiches Nutzungskonzept erstellen. „Das ist sehr aufwändig und arbeitsintensiv“, weiß Doris Borgert nur zu gut. Jetzt soll das Konzept in eine Vorprüfung bei der Bezirksregierung gehen. Bis der Antrag genehmigt wird, könne es aber noch ein halbes Jahr dauern.

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Einige Tablets sind in der Brigidenschule zwar bereits vorhanden. „Aber das reicht hinten und vorne nicht“, schätzt die stellvertretende Schulleiterin ein. Das Wunschziel: „Jedes Kind soll ein digitales Endgerät haben und jeder Klassenraum muss passend ausgestattet sein.“

80 Endgeräte für digitale Sofortausstattung bestellt

Derzeit kommt auf sieben Kinder ein Tablet, sieben Klassenräume sind mit einer digitalen Projektionsfläche, zum Beispiel einem Beamer, ausgestattet. Außerdem ist die WLAN-Verbindung im ganzen Gebäude gewährleistet.

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Dazu kommt die in diesem Jahr beschlossene digitale Sofortausstattung. 55 Endgeräte für Schüler und 25 für die Lehrer sind bestellt, aufgrund der hohen Nachfrage könnte die Lieferung aber noch etwas dauern. 15 gebrauchte Desktop-PCs hat die Brigidenschule zudem gerade bei einer Verlosung der Zürich Versicherung gewonnen.

Padlet und Whatsapp helfen im Schulalltag

Vieles läuft an der Brigidenschule über die digitale Pinnwand „Padlet“. „Dort werden allgemeine Informationen, zum Beispiel Elternbriefe, hochgeladen. Außerdem hat jede Klasse ihr eigenes Padlet. Dort kann jeder sehen, was derzeit gemacht wird und es können Arbeitsblätter eingestellt werden“, erklärt Doris Borgert.

In jeder Klasse gebe es zudem eine Whatsapp-Gruppe, über die Informationen schnell weitergegeben werden. Aus ihrer Sicht fehlt noch eine digitale Kommunikationsplattform, über die sich die Lehrer austauschen sollen.

Brigidenschule schult Kinder für mögliches Homeschooling

Ein wichtiger Härtetest für den Stand der Digitalisierung war auch an der Brigidenschule die Zeit des Homeschoolings. „Für ein erstes Mal ist es recht gut gelaufen, aber wir können es besser“, resümiert Doris Borgert. Zunächst habe man analoges Arbeitsmaterial für die ersten zwei Wochen verteilt, danach sei vieles über Padlet gelaufen. Grundsätzlich habe es aber kaum Beschwerden von Elternseite gegeben.

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Doch die Brigidenschule hat aus der Unterbrechung des Präsenzunterrichts gelernt. „Wir schulen die Kinder und zeigen ihnen, wie sie mit verschiedenen Programmen arbeiten können. So sind sie für den Ernstfall vorbereitet“, schildert Doris Borgert und betont, dass man auf die Erstklässler ein besonderes Auge habe.

Eltern geben über einen Fragebogen Rückmeldung

Dazu hat die Brigidenschule einen Fragebogen an die Eltern der rund 300 Schüler in Legden und Asbeck verteilt. Darin enthalten war unter anderem die Frage nach der digitalen Ausstattung für den Fall eines Online-Unterrichts. „Nur sehr wenige Schüler sind nicht digital versorgt“, nennt Doris Borgert das Ergebnis.

Die Eltern konnten auch äußern, was ihrer Meinung nach noch verbessert werden sollte oder was schon gut ist. „Die Kommunikation zwischen Eltern und Lehrern ist besser als noch im März“, sieht die Konrektorin einen Fortschritt.

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Sie macht deutlich: „Digitales Lernen kann nur ein Teil des Unterrichts sein. Weiterhin sollen die Kinder mit allen Sinnen lernen, ausprobieren, fühlen und sich bewegen. Die digitalen Geräte sind eine zusätzliche Unterstützung.“ Die Rückmeldung aus dem Lehrerkollegium ist sehr positiv. Teilweise habe es fast Streit darum gegeben, wer die digitalen Geräte nutzen darf. „Die Motivation ist enorm“, beobachtet Doris Borgert.

Die Schüler haben Spaß am digitalen Lernen

Und was sagen die Schüler dazu? In der Klasse 4a sagt Timon: „Mir macht das sehr viel Spaß, ich finde es besser, als normal ins Heft zu schreiben.“ Paula stellt fest: „Vor Corona haben wir uns in den Kreis gesetzt, um etwas anzugucken. Jetzt kann die Lehrerin das abfotografieren.“ Mitschüler Noah glaubt: „Manche Schulen haben so was vielleicht nicht.“ Amelie sagt angesichts des aktuellen Themas: „Es ist toll, dass man viel knobeln kann.“

Noch überwiegt für Doris Borgert der bürokratische Stress. Aber sie ist optimistisch. „In einem halben Jahr sieht es besser aus“, glaubt sie.

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