Buche hat auch in Legdener Wäldern keine Zukunft mehr

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Buchen wurden im Wald zwischen Legden und Asbeck gefällt. Das kritisiert ein Asbecker Naturschützer. Für den Förster gibt es aber keine Alternative.

Legden

, 28.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch wenn es gefühlt seit Ewigkeiten regnet: Wer den Dürremonitor Deutschland von Helmholtz Zentrum für Umweltforschung beobachtet, sieht, dass zwar der Oberboden nass genug ist, es aber in zwei Meter Tiefe anders aussieht. Die Folgen der Dürre aus zwei Jahren lassen sich immer noch ablesen. Stark betroffen sind Buchen. Gerade die alten, dicken Exemplare haben dem trockenen Wetter nichts entgegenzusetzen.

Dicke Baumstämme am Rand der Straße zwischen Legden und Asbeck im Deipenbrock erzählen von dieser Situation. Gefällt wurden sie im Auftrag von Jochen Bömer, Forstverwaltung Valar der Fürstlichen Verwaltung Salm-Horstmar. Er erklärt: „Kaum eine Buche über 120 Jahre ist nicht geschädigt.“ Die Buche leidet zum einen unter dem Wassermangel, zum anderen unter hohen Temperaturen. Die Bäume werden schwächer und sind dann Schädlingen ausgeliefert.

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Für Jürgen Kruse vom Nabu ist der Holzstapel ein schrecklicher Anblick. Er kritisiert, dass alle größeren Buchen ausgeräumt werden. Der Asbecker Naturschützer verweist auf den Bericht im Waldreport, einem Portal, auf dem jeder Waldschäden melden kann. Der Wald in Legden ist auch aufgeführt: „Alle etwas größeren Buchen werden mit brutalen Methoden ,geerntet‘ und nach China verschifft“, heißt es da. Der Mischwald werde regelrecht ausgeräumt.

Privatwald muss mindestens kostendeckend arbeiten

Eine Kritik, die Jochen Bömer nicht gelten lässt. Er verweist auf die Schädigung der Bäume. Sie würden bodenschonend entnommen. Darüberhinaus: „Als Privatverwaltung wollen wir einen Ertrag erzielen oder zumindest kostendeckend sein, bevor das Holz total entwertet ist.“

Wenn alte, absterbende Bäume stehen bleiben sollen, müsse die Landesregierung Gelder dafür geben. „Dann würde jede Verwaltung das Totholz auch stehen lassen.“ Er verweist aber auch darauf, dass es um Verkehrssicherung geht, für die der Waldeigentümer zuständig sei.

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Wie geht es weiter? „Wir werden alle Flächen wieder aufforsten“, sagt Jochen Bömer. 100.000 Pflanzen werden in den Wäldern der Fürstlichen Verwaltung Salm-Horstmar gepflanzt. „Investitionen ohne öffentliche Fördergelder“, wie Bömer betont.

Arbeitsgruppe trifft sich regelmäßig zum Thema Klimawandel

Bömer und seine Kollegen in der Region beschäftigt der Klimawandel sehr. „Wir stehen vor unfassbaren Herausforderungen“, sagt der Diplom-Forstingenieur. Eine Arbeitsgruppe „Forstwirtschaft im Klimawandel“ mit Waldeigentümern und Betriebsleitern aus der Region trifft sich regelmäßig.

Dabei geht es unter anderem um mögliche Baumarten der Zukunft. Viele gelten als fremdländisch, waren aber bereits vor der letzten Eiszeit auch in unseren Breiten heimisch. Aber auch forstpolitische Rahmenbedingungen sind bei solchen Treffen Thema.

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Jochen Bömer blickt beim Thema Laubbaum über den Tellerrand. Was im nordamerikanischen Raum wächst, könnte 2100 auch hier gedeihen. Und über solche Zeiträume muss man nachdenken, wenn man Bäume anpflanzt. Roteiche, Esskastanie, Traubeneiche oder Robinie nennt Jochen Bömer als Beispiel. Bei den Nadelbäumen könnten sich Douglasie, Küstentanne oder der Küstenmammutbaum behaupten. Vielleicht stehen sie demnächst im Wäldchen in Legden. Eins ist Jochen Bömer auf jeden Fall klar: „Die Buche hat hier keine Zukunft.“

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