Im Schlachthof Legden wurden nicht nur die Mitarbeiter getestet

mlzCoronavirus

Der Schlachthof Legden stand gleich doppelt auf dem Prüfstand. Während die Mitarbeiter auf Corona getestet wurden, wurde gleichzeitig der Arbeitsschutzstandard überprüft.

Legden

, 19.05.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Erleichterung im Schlachthof Legden war groß: Zuerst einmal, weil alle Beschäftigten negativ getestet wurden. Das Coronavirus konnte nicht nachgewiesen werden. Aber auch der Besuch des Dezernats für Arbeitsschutz der Bezirksregierung Münster verlief positiv. Auch Bürgermeister Friedhelm Kleweken machte sich ein Bild von den Abläufen bei der Schlachtung.

An zwei Tagen, am 12. und 13. Mai war das Dezernat für Arbeitsschutz vor Ort und überprüfte nach dem SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. „Mängel wurden dabei nicht gefunden“, informiert die Bezirksregierung auf Anfrage unserer Redaktion.

Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt. „Ergebnisse von Einzelprüfungen werden durch die Arbeitsschutzverwaltung nicht bekannt gegeben, da hier die Verschwiegenheitsverpflichtung gilt“, so Andreas Winnemöller aus der Presseabteilung der Bezirksregierung.

Klare Prozesse und Strukturen im Schlachthof Legden

Dr. André Vielstädte, Unternehmenssprecher der Tönnies-Gruppe, berichtet, es sei „sehr, sehr gut gelaufen“. Klare Prozesse und Strukturen im Schlachthof Legden würden stimmen. Und das, obwohl auch hier die Hälfte der Beschäftigten über einen Werksvertrag angestellt seien. Anders als in anderen Schlachthöfen sei es in Legden nicht. „Die Konzernstrukturen werden bis zum kleinsten Standort herunter gebrochen“, so Vielstädte.

Legden ist so ein kleiner Standort, der erst 2014 nach der Übernahme durch Tönnies mit Investitionen von drei Millionen Euro auf einen modernen Stand gebracht wurde. Hier werden ausschließlich Rinder geschlachtet, die dann maximal gevierteilt werden, bevor sie weiter transportiert werden. „Es ist ein sehr moderner Betrieb und erfüllt bei Weitem alle Kriterien, die gefragt sind“, so Vielstädte.

Auch Bürgermeister Friedhelm Kleweken hatte sich anlässlich der Testungen vor Ort umgesehen. Er bestätigt den guten Eindruck. „Alles lief sehr diszipliniert ab“, sagt er zu den Hygiene- und Schutzmaßnahmen. Bereits am Freitagabend waren die Ergebnisse der Testungen bekannt gegeben worden. 50 Mitarbeiter in der Produktion, zudem Personen aus Verwaltung, Veterinäramt und neutraler Kontrollstelle wurden getestet. Alle Ergebnisse waren negativ.

34 von 758 Beschäftigten in Schlachthöfen im Kreis waren infiziert

Im Kreis Borken sind damit alle fleischverarbeitenden Betriebe im Kreis Borken getestet worden. Lediglich in Schöppingen sind 34 der getesteten Personen mit dem Coronavirus infiziert. Die Tests in Bocholt, Legden und Ahaus-Alstätte fielen hingegen allesamt negativ aus. Insgesamt wurden 758 Menschen vom DRK getestet. Dabei wurden alle Mitarbeiter in deren Betrieben getestet. Das sei deutlich schneller gewesen, als jeweils in eine Vielzahl von Einzelunterkünften zu fahren, hatte Landrat Dr. Kai Zwicker erklärt.

Jetzt lesen

Derweil ist das Thema Corona in Schlachthöfen bundesweit weiter Thema. Das Corona-Kabinett der Bundesregierung hat am Montag die Beratungen über Konsequenzen aus den Coronavirus-Ausbrüchen in deutschen Schlachtbetrieben auf Mittwoch verschoben. Arbeitsminister Hubertus Heil will bis dahin noch offene Fragen für eine stärkere Regulierung der Fleischindustrie ausräumen. Hier geht es vor allem um den Umgang mit saisonalen Arbeitskräften aus dem Ausland.

Lesen Sie jetzt