Cricket-Team Desi Badshah sucht Trainingsplatz

Eingeschworene Truppe

Vor fünf Jahren gründete eine kleine Gruppe um den Heeker Zain Nizami die Cricket-Mannschaft „Desi Badshah“. Die Mitgliederzahl hat sich seitdem vervierfacht. Einen richtigen Trainingsplatz sucht die Multi-Kulti-Truppe bis heute. Derzeit trainiert und spielt sie auf dem Parkplatz vom Dorf Münsterland.

LEGDEN

, 18.08.2017, 17:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Pakistan und anderen früheren britischen Kolonien ist Cricket Nationalsport. Hierzulande ist das Schlagballspiel eine Randsportart. Das wollen die Mitglieder des Teams Desi Badshah ändern. „Ein Ligensystem wird in Deutschland erst noch geschaffen“, sagt Zain Nizami. Bislang finden die meisten Spiele und Turniere auf freundschaftlicher Basis statt. Bei Wettkämpfen in Osnabrück, Marl oder Frankfurt hat Desi Badshah, was frei übersetzt so viel wie „ausländische Königin“ bedeutet, schon Pokale abgeräumt.

Zain Nizami hat das Team vor fünf Jahren mit vier weiteren Spielern gegründet. Inzwischen gehören um die 20 Spieler fest zur Mannschaft. Sie kommen aus Afghanistan, Pakistan, Sri Lanka, Indien und Syrien. „Cricket liegt uns einfach im Blut“, sagt der 26-Jährige. „Man denkt im ersten Moment, dass man dabei wenig in Bewegung ist. Wenn man es dann aber mal spielt, kommt man ins Schwitzen.“ Werfen, schlagen, fangen, rennen – so ziemlich jeder Muskel wird bei einer intensiven Runde Cricket beansprucht.

Training auf Parkplatz

Ihre wöchentlichen Trainingseinheiten absolvieren die Cricket-Spieler von Desi Badshah derzeit auf dem Parkplatz vom Dorf Münsterland. Optimal ist das nicht, bei Regen erhöht der rutschige Asphalt das Verletzungsrisiko. Immerhin bietet der Parkplatz mehr Spielfläche als die alte Trainingsstätte auf dem Schulhof der Heeker Kreuzschule.

Die Truppe hofft, künftig an einen Sportverein in der Region angegliedert werden zu können. „Wir wollen irgendwann auf einem richtigen Schotterplatz spielen“, sagt Zain Nizami. Die Spanplatten, die es dann braucht, damit der Ball richtig abspringt, hat ein Sponsor schon gestiftet.

Sport populärer machen

Dem Team geht es auch darum, den Cricket-Sport populärer zu machen. Beim Fest der Kulturen vom Jugendhaus Pool konnten Gäste den Sport ausprobieren. „Man hat gesehen, dass vor allem viele junge Besucher das sehr interessant fanden“, sagt Jugendhaus-Leiter Johannes Kuiper.

Neue Mannschaftskameraden sind immer willkommen. „Es wäre doch super, wenn sich das mischt und Deutsche und Ausländer zusammen spielen. Das ist für mich Integration“, sagt Integrationslotsin Susanne Wolter, die dem Cricket-Team zur Seite steht. Aus der bunt zusammengewürfelten Kombo ist längst eine eingeschworene Truppe geworden. „Wir spielen nicht nur zusammen“, sagt Zain Nizami, „wir helfen einander auch viel, damit niemand einen falschen Weg einschlägt.“

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