Die Sekundarschule ist in fünf Dörfern aktiv, davon profitieren Vereine

mlzSekundarschule

Raus aus der Schule – das ist das Motto der Projekttage an der Sekundarschule Legden Rosendahl. Die Schüler treffen in allen fünf Dörfern auf Vereine. Sie wollen Spuren hinterlassen.

Legden

, 18.06.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Sonne scheint auf den Dahliengarten. Unter Pavillondächern stehen Schüler an Tischen, in der Hand Pinsel und Farbpaletten, vor sich lange Holzbretter. So lässt sich Schule gut aushalten.

Die Projekttage laufen diesmal anders ab als gewohnt. Fast alle Schüler verlassen ihre Schule und werden in den fünf Dörfern Legden, Asbeck, Osterwick, Holtwick und Darfeld aktiv, aus denen sie jeden Tag zu den Standorten in Legden und Osterwick kommen. Für viele der rund 40 Projekte wurden Partner in den Vereinen gewonnen. Angelika Hoffmann und der Dahliendorfverein sind ein gutes Beispiel dafür.

Gartenglückswächter für den Dahliengarten

Die Vorsitzende des Vereins hat eigens Urlaub genommen. Im Dahliengarten haben sie und weitere Helfer vorsorglich Pavillons aufgebaut und auch Getränke stehen bereit. Arbeitsmaterial wird ebenso vom Verein gestellt. In ihrem Kreativworkshop verwandeln die Schüler schlichte Holzlatten in Gartenglückswächter. Sie bleiben im Dahliengarten, so Angelika Hoffmann. Mit einer Tafel am Eingang zum Garten soll später auf das Projekt der Schüler hingewiesen werden.

„Mir wird von lauter glücklichen Kindern berichtet“, sagt Schulleiter Axel Barkowsky am Dienstag. Das Konzept der Projekttage ist aufgegangen. Aktiv ist die Schule im Vorfeld auf Vereine und Initiativen zugegangen und hat gefragt, ob diese Unterstützung brauchen oder ein Projekt anbieten wollen. 20 meldeten sich damals zu einem Infoabend an, viel mehr kamen. Kindergärten, Altenheim, Feuerwehr, Hundeverein, Heimatvereine oder Feuerwehr – die Bandbreite ist groß.

Image der Schule soll verbessert werden

Ziel der Aktion, so sagt Axel Barkowsky, ist es, die Sekundarschule in den fünf Dörfern noch bekannter zu machen und zu zeigen, welche gute Schüler es hier gibt. Schüler, die anpacken können, Interviews führen, interessiert sind an vielen Themen. „Wir wollen, dass die Anerkennung für unsere Schule steigt“, so der Schulleiter. Dafür haben die Lehrer alle auch den großen organisatorischen Aufwand in Kauf genommen.

Von vielen Projekten haben beide Seiten etwas. Der Schützenverein Osterwick beispielsweise erneuert mithilfe der Jugendlichen die Kirchteichumrandung. Im Jugendhaus Pool dürfen die Schüler Rindenmulch verteilen, den Parkplatz fegen und die Schilder vom Sinnespfad erneuern, einige Mädchen helfen, die Kleiderkammer auf Vordermann zu bringen.

Mit 26 Schülern ist es die größte Gruppe. Das Pool zieht bei den Jugendlichen. „Morgen kommen sie nicht so gerne wieder“, sagt Pool-Leiter Johannes Kuiper nach dem ersten Tag lachend. So arbeitsreich ist es dann aber doch nicht. Bei gruppendynamischen Übungen und anderen Angeboten haben die Schüler viel Spaß.

Riesengroßes Frühstück zum Abschluss

Rund 150 der 400 Schüler sind in den Projekten der mehr als 30 Vereine und Institutionen unterwegs. Andere erkunden beispielsweise bei einer Fahrradrallye die fünf Dörfer. Die Zehntklässler sind vor allem für die Vorbereitung des Abschlussprogramms beschäftigt, das am Mittwochmorgen mit einem riesengroßen Frühstück auf dem Schulhof in Osterwick eingeleitet wird.

Die Sekundarschule ist in fünf Dörfern aktiv, davon profitieren Vereine

Jürgen Kruse zeigt den drei Schülern der Zeitungs-Ag, Kacper, Leon und Kevin, wie eine Wildbienenwiese aussehen kann. © Ronny von Wangenheim

Für einige der Angebote werden auch die Schulräume genutzt. In der Sekundarschule an der Weishauptschule entstehen im Werkraum Nisthilfen für Wildbienen. Lehrerin Birgit Kaup und Jürgen Kruse als Vertreter von BUND und Nabu zeigen den Schülern, was wichtig ist. „Ohne Bienen können wir nicht leben“, sagt Tim aus der siebten Klasse, deshalb hat er das Projekt gewählt. Und auch, weil ihm praktisches Arbeiten Spaß macht, so erzählt er, während er eifrig Holz schleift.

„Ein Haus machen sie für unseren Schulgarten, eines können sie mitnehmen“, sagt Birgit Kaup. Zurzeit liegt der Schulgarten etwas brach, mit der Aktion soll jetzt wieder mehr daran gearbeitet und auch das bestehende Bienenhotel neu bestückt werden.

Werbung für Schützenvereine

Ein paar Räume weiter erläutert Thomas Fleige, Vorsitzender der Allgemeinen Schützengesellschaft Legden, was heute das Schützenwesen ausmacht. „Heute geht es nicht mehr darum, sich vor Feinden zu schützen, sondern darum, das Brauchtum zu wahren und die Heimat zu pflegen“, hat er ihnen erzählt. Später dann geht es auch für die fünf Schüler los. Erst werden sie zwei Schützenköniginnen besuchen und interviewen. Und dann geht es für sie auf eine interaktive Rallye durch Legden. Denn Spaß muss auch sein bei der Projektwoche.

Lesen Sie jetzt