Eine gespendete Osterkerze, ähnlich dieser, gehört auch zu den entwendeten Gegenstände aus St. Brigida. © Archiv
Polizei in Legden

Dreister Diebstahl in Kirche St. Brigida ist kein Einzelfall

In Legdens Kirche St. Brigida sind vor Kurzem zwei Gegenstände gestohlen worden. Sowohl die Polizei als auch der Küster sagen, dass es sich dabei nicht um Einzelfälle handelt.

Diebe haben in Legden am Sonntag, 4. Juli, ein Ölgefäß und eine Osterkerze aus der Kirche St. Brigida gestohlen. „Der ideelle Wert übertrifft den Sachwert um ein Vielfaches, wenn er überhaupt messbar ist“, hieß es in einer Polizeimeldung am Freitag, 9. Juli.

Küster war während Diebstahl in Kirche

Martin Feldhaus ist Küster in St. Brigida. Besonders dreist: Der Diebstahl ereignete sich, während sich Feldhaus noch in den Räumlichkeiten befand. Gegen 11.30 Uhr hatte am 4. Juli eine Taufe begonnen, gegen 12.10 Uhr etwa seien die Tauffamilien gegangen. „Dann habe ich mit dem Diakon längere Zeit in der Sakristei gestanden und mich mit ihm unterhalten“, erinnert sich Martin Feldhaus.

In der Kirchengemeinde St. Brigida in Legden wurde dieser Sakralgegenstand gestohlen. © Polizei Borken © Polizei Borken

Nicht in der Sakristei, wie ursprünglich von der Polizei vermeldet, sondern im Altarraum stand auf einem Tisch das Ölgefäß. Die Tür war geöffnet, denn der Küster und der Diakon standen nur etwa fünf Meter entfernt. „Ich habe die ganze Kirche nach dem Ölgefäß abgesucht“, sagt der Küster im Gespräch mit der Redaktion.

„Schon häufiger vorgekommen“

Neben dem Sakralgegenstand, mit dem Täuflinge seit 1694 getauft wurden, ist außerdem eine gespendete Osterkerze entwendet worden. „Die war 20 Zentimeter hoch und brannte schon seit vier Stunden“, so Feldhaus. Weshalb dann auch neben dem Platz der Kerze überall Wachs ausgelaufen war.

„Wenn plötzlich zwei Sachen an einem Tag verschwinden, macht man sich schon Gedanken“, sagt Martin Feldhaus. Dass jedoch Dinge aus einer Kirche gestohlen werden, sei keinesfalls ein Einzelfall. „Das ist schon häufiger vorgekommen“, so der Küster. Es passiere häufiger, als man denkt.

Zuletzt wurde ein Tabernakelkreuz in Rhede gestohlen

Küster Martin Feldhaus kann sich an mehrere Diebstähle in der Kirche erinnern. Dabei sind unter anderem schon verschiedene Kerzenständer, ein Tabernakelkreuz und sogar eine historische mumifizierte Hand, die über 100 Jahre alt war und in einer Vitrine hinter Glas stand, gestohlen worden.

Auch die Polizei antwortet auf eine Pressenachfrage, dass immer wieder sakrale Gegenstände aus Kirchen entwendet werden. Zuletzt sei das in Rhede passiert. Auch dort ist im Februar ein Tabernakelkreuz entwendet worden. Das konnte jedoch im März in einer Wohnung eines 26-Jährigen sichergestellt werden.

Taufen finden weiter statt

Verzichten müssen die Legdener in der Kirchengemeinde St. Brigida trotzdem nicht auf Taufen. Die werden auch weiter durchgeführt. „Jetzt mit einem weniger alten Gefäß“, so Feldhaus.

Verdächtige für den Diebstahl in Legdens Kirche St. Brigida gibt es laut Polizei bisher noch nicht. Wer Informationen oder Hinweise zur Tat hat, der kann sich an die Kripo in Ahaus wenden, Tel. (02561) 9260.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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