Ehrenamtliche Standesbeamte bezeugen Ja-Wort

Glücksfunke springt über

Unter der Woche sind sie Polizist, Export-Sachbearbeiterin oder Rentnerin. In ihrer Freizeit aber sorgen sie dafür, dass sich Paare in Legden und Asbeck auch am Wochenende das Ja-Wort gegeben können. Sechs ehrenamtliche Standesbeamte unterstützten seit einem halben Jahr ihre drei hauptamtlichen Kollegen im Rathaus.

LEGDEN

, 25.11.2014, 18:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ehrenstandesbeamte im Trauzimmer »Upkamer« des Hauses Weßling: Thomas Hölscher, Elisabeth Szymiczek, Karin Kleweken und Simone Schwartenbeck (v.l.). Auf dem Foto fehlen Maria Pier-Bohne und Christiane Heinzel.

Ehrenstandesbeamte im Trauzimmer »Upkamer« des Hauses Weßling: Thomas Hölscher, Elisabeth Szymiczek, Karin Kleweken und Simone Schwartenbeck (v.l.). Auf dem Foto fehlen Maria Pier-Bohne und Christiane Heinzel.

Warum die Gemeinde die Stellen ausgeschrieben hat, das erklärte Bürgermeister Friedhelm Kleweken am Montagabend im Rahmen eines ersten Erfahrungsaustausches: „Die standesamtliche Trauung bekommt für viele Menschen einen immer höheren Stellenwert, auch weil kirchliche Trauungen nicht mehr selbstverständlich sind. Daher wird die Trauung immer öfter freitagnachmittags oder samstags gefeiert. Das können die hauptamtlichen Standesbeamten gar nicht alles auffangen.“ Von 2007 bis 2013 hatte es mit Anke Theißing bereits eine erste ehrenamtliche Standesbeamtin in Legden gegeben. Damit gehörte Legden zu den Pioniergemeinden in NRW. In Süddeutschland sind die ehrenamtlichen Standesbeamten häufiger anzutreffen. Noch heute bekommt Hans Wittmund, Fachbereichsleiter Bürgerservice und Soziales im Legdener Rathaus Anfragen von Kollegen aus anderen Kommunen, wie denn das Modell funktioniere. Die Erfahrungen seien auf allen Seiten sehr gut, stellt Wittmund fest.

Heiratswillige Paare melden ihren Wunsch nach wie vor im Rathaus an. „Hier wird die verwaltungstechnische Vorarbeit geleistet. Die Ehrenamtlichen müssten nur den Trauakt vollziehen.“ Aber das ist ja am Ende die schönste und zumeist hochemotionale Hauptsache, da sind sich die sechs ehrenamtlichen Standesbeamten einig. Vom persönlichen Vorgespräch über das Ausarbeiten einer individuellen Traurede bis hin zum Ringewechsel – „wir haben es immer mit glücklichen Menschen zu tun“, sagt Karin Kleweken. Eine rundum erfreuliche Aufgabe also – wenn nur das Lampenfieber nicht wäre. „Bei meiner ersten Trauung war ich aufgeregter als bei meiner eigenen Hochzeit. Die Brautleute können ja nichts falsch machen, der Standesbeamte schon.“ Diesen Satz von Thomas Hölscher können auch seine fünf Kolleginnen unterschreiben. Und so mussten auch schon mal Familienmitglieder oder zwei Kerzenleuchter als Brautpaar für eine Generalprobe herhalten. Nach der Premiere sagte die Braut zu Simone Schwartenbeck: „Dieser Tag verbindet uns auf ewig: deine und meine erste Trauung.“ Schwartenbeck: „Das hat mich tief berührt.“ Für die Braut sollte die erste auch die letzte Hochzeit sein, so hofft sie. Die Standesbeamten dagegen freuen sich jetzt schon auf jede weitere.

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