Ehrenamtspreis für Integration im Unterricht

Legdener Schulen

"Es ist unser Job, dass wir uns mit den Kindern beschäftigen. Doch wir tun weitaus mehr, wir arbeiten über den Tellerrand hinaus", bekräftigte Silvia Florack, Leiterin der Brigiden-Grundschule. Deswegen freute es sie wie auch Axel Barkowsky, Schulleiter der Sekundarschule, besonders, am Dienstag die Ehrenamtsauszeichnung der Sparkasse Westmünsterland entgegennehmen zu können.

LEGDEN

von von Susanne Menzel

, 20.12.2016, 19:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit je 500 Euro ist der Ehrenamtspreis ausgestattet, den Stefan Fleige von der Sparkasse Westmünsterland (l.) und Bürgermeister Friedhelm Kleweken (2.v.r.) an Sekundarschulleiter Axel Barkowsky und Silvia Florack von der Brigiden-Grundschule überreicht haben.

Mit je 500 Euro ist der Ehrenamtspreis ausgestattet, den Stefan Fleige von der Sparkasse Westmünsterland (l.) und Bürgermeister Friedhelm Kleweken (2.v.r.) an Sekundarschulleiter Axel Barkowsky und Silvia Florack von der Brigiden-Grundschule überreicht haben.

Angelehnt an den bundesweiten "Deutschen Bürgerpreis", der unter dem Motto "Deutschland 2016 - Integration gemeinsam leben" steht, haben das Kreditinstitut und Bürgermeister Friedhelm Kleweken entschieden, den Schulen diese Auszeichnung zukommen zu lassen.

Integration im Schulalltag leben - das ist alles andere als ein Zuckerschlecken: "Dahinter steht die Bereitschaft des gesamten Kollegiums, sich zusätzlich zu engagieren. Dahinter steht aber auch die Unterstützung durch Ehrenamtliche und immer wieder ein Höchstmaß an Improvisation", brachten es die Schulleiter auf einen Nenner.

Ratespiel mit Händen und Füßen

Praktische Beispiele: Viele der Kinder, die oft nur Wochen oder ein paar Monate bleiben, sprechen kein Deutsch. Manche haben in ihrem Heimatland nicht einmal eine Schule besucht, sind kaum in der Lage einen Stift zu halten. "Allein sich bemerkbar zu machen, wenn sie zur Toilette müssen, oder wenn es ihnen nicht gut geht, ist mitunter ein Ratespiel mit Händen und Füßen", schilderte Silvia Florack.

Zumal bei den Mädchen und Jungen häufig noch starke Ängste vorhanden sind, plötzlich alleine - ohne Eltern - unter vielen fremden Kindern und Erwachsenen über Stunden in einem Raum zu sitzen. "Und schließlich: Wie will man die Eltern benachrichtigen, dass sie beispielsweise ihr Kind abholen sollen, weil es ihm nicht gut geht?", stellte Axel Barkwosky in den Raum.

Eine Herausforderung

Ein Großteil der Verständigung läuft über Bildkarten (Silvia Florack: "Davon haben wir inzwischen einen enormen Fundus."), anderes in Englisch - oder halt mit Zeichensprache und Spiel. Um hier zu ergänzen, freuten sich Silvia Florack und Axel Barkowsky, komme das Geld sehr gelegen: "Es gibt mittlerweile einiges an Material auf dem Markt, das unsere Arbeit unterstützt. Da können wir mit dieser Finanzspritze jetzt drauf zugreifen."

An der Brigidenschule sind es sieben Kinder mit Flüchtlingshintergrund, an den Standorten der Sekundarschule in Legden und Rosendahl im Durchschnitt 30. Silvia Florack: "Gerade die Kleinen benötigen in erster Linie Geborgenheit, wenn sie zu uns kommen. Die Sprache steht zunächst hinten an. Aber auch das müssen die Lehrkräfte leisten: sich - wenn nötig - um das einzelne Kind kümmern."

"Kinder gleichsam betreuen"

Da sei in der Vergangenheit, ergänzt ihr Kollege Axel Barkowsky, einiges auf die Schulen zugekommen: "Wir müssen die Kinder, die gut lernen, und jene, die sich dabei schwerer tun, aber auch die Kinder mit Behinderung im Rahmen der Inklusion wie ebenfalls die Mädchen und Jungen aus Flüchtlingsfamilien gleichsam betreuen. Das ist mehr als nur eine große Herausforderung."

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