Ehrenamtspreisverleihung: „Was ist ein Dorffest ohne Musikvereine?“

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Gleich zwei Vereine durften sich über den Ehrenamtspreis in Legden freuen. Die Summe wurde in 2020 verdoppelt, dafür gab es zwei Gewinner. Die Preisverleihung war kurz aber herzlich.

Legden

, 20.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Geplant war die Preisübergabe des Ehrenamtspreises etwas anders, größer und länger. Aber Corona machte wie so vielem anderen auch der Preisübergabe einen Strich durch die Rechnung.

Und trotzdem wurden Urkunden überreicht und warme Worte an die Gewinner gerichtet, sowohl von Bürgermeister Friedhelm Kleweken als auch vom Regionalleiter der Sparkasse Westmünsterland, Stefan Fleige.

Diese Vereine haben den Preis gewonnen

Im großen Saal oben im Haus Weßling fanden sich gegen 19.30 Uhr am Montagabend, 19. Oktober, vier Menschen ein, die beiden Preisträger, Friedhelm Kleweken und Stefan Fleige.

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Bis man an seinem Platz war, musste eine Maske getragen werden. Am Platz durften die Masken abgenommen werden. Etwas verloren wirkten die beiden Preisträger in diesem Jahr in dem großen Saal.

Aber die Freude über den Ehrenamtspreis überwog bei Conni Eismann und Berthold Mess. Die zwei sind als Vertreter ihrer Vereine zur Preisverleihung gekommen, Conni Eismann für den Musikverein Asbeck und Berthold Mess für den Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Legden.

3.000 Euro statt 1.500 Euro

Der Ehrenamtspreis wird bundesweit jedes Jahr vergeben. In Legden stellt die Sparkasse Westmünsterland den Ehrenamtspreis, vorher wird zusammen mit der Gemeinde überlegt, an wen er gehen soll.

In 2020 gibt es nicht nur 1.500 Euro wie sonst üblich, sondern stolze 3.000 Euro. Darauf habe man sich verständigt, weil 2020 kein gewöhnliches Jahr ist, sondern viele unter Corona leiden – ganz besonders die Musikvereine. „Die beiden Vereine sind bei fast jeder Veranstaltung aktiv dabei und das ist gerade im kulturellen Zusammenleben einer Gemeinde wichtig“, betonte Bürgermeister Friedhelm Kleweken.

Jugendarbeit ist wichtig

Das alles sei ja so gut wie nicht möglich gewesen in diesem Jahr und auch derzeit sehe es wieder schlecht aus, wenn man sich die steigenden Infektionszahlen ansehe. „Es ist ja so gut wie alles ausgefallen“,, so Kleweken.

Wichtig sei es vor allem die Jugendarbeit zu betonen. Die werde in beiden Vereinen „hervorragend“ umgesetzt. Denn sonst werde es irgendwann keine Blaskapellen oder ähnliches mehr geben, die auf Schützenfesten und anderen Veranstaltungen spielen können. Der Musikverein Asbeck hat rund 50 Mitglieder, etwa 30 sind in der Förderaufbaustufe. Der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Legden hat rund 90 Mitglieder und etwa 20 Jugendliche.

Beide Vereine bekommen 1.500 Euro

Da sich beide Vereine sehr engagieren, habe man beschlossen nicht nur einen Verein mit dem Preisgeld zu belohnen in diesen schwierigen Zeiten, sondern beide zu gleichen Teilen. Das bedeutet beide Vereine haben 1.500 Euro bekommen.

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Auch Stefan Fleige betonte bei der Ehrenamtspreisverleihung: „Gerade im ländlichen Raum ist das Ehrenamt für Kommunen wichtig.“ Es gebe ein Stück Lebensqualität und er lobe bereits seit vielen Jahren den Ehrenamtspreis aus, er selbst habe auch ein Ehrenamt. Dass gerade Musikvereine in der Coronazeit ein Stück weit „gebeutelt“ sind, sehe man ja schon daran, dass sie nicht einmal als große Gruppe üben konnten, geschweige denn auftreten.

Was ist ein Dorffest, ohne Musikvereine?

Als Zeichen der Wettschätzung und der Anerkennung gehe deshalb in 2020 der Ehrenamtspreis an die beiden Musikvereine. „Man kann das schon mit einem Hochleistungssportler vergleichen, finde ich“, so Kleweken. „Ein Blasinstrument zu spielen braucht Kraft und Ausdauer“, so der Bürgermeister.

Es wäre schön, wenn bald wieder Veranstaltungen mit den Musikvereinen stattfinden könnten, denn das beruhe ja auch auf Gegenseitigkeit: „Die Vereine möchten bald wieder auftreten, denn ihnen felht das Publikum und der Applaus und die Menschen möchten wieder feiern. Und was ist ein Dorffest, ohne Musikvereine?“, sagt Friedhelm Kleweken.

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