So sieht meistens die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners aus: im Schutzanzug mit Handschuhen und Industriesauger geht es per Hubbühne nah ans Nest. Doch es gibt auch andere Möglichkeiten. © Markus Gehring
Eichenprozessionsspinner

Eichenprozessionsspinner: Sind die Raupen 2021 in Legden kein Thema?

Die Zeit der Eichenprozessionsspinner hat längst begonnen und vielerorts liest man von Funden und wie welche Gemeinde die lästigen Biester bekämpft. Wie sieht es in Legden aus?

Von Mai bis einschließlich Juni und darüber hinaus machen sich die Raupen der Eichenprozessionsspinner auf den Weg. Sie sammeln sich in Eichen und ihre Brennhaare verteilen sich durch den Wind in der Luft. So werden sie sowohl für Mensch und Tier unangenehm bis gefährlich.

Erst wenige Raupen gesichtet

In den vergangenen zwei Jahren hatte es in Legden einige Sichtungen der haarigen Raupen gegeben. Dagegen ging die Gemeinde Legden jeweils mit Fachfirmen vor, die dann die Raupen von den Bäumen saugten. Das betraf immer Plätze, die von vielen Gemeinde-Mitgliedern besucht werden sowie Kindergärten und Spielplätze. Heißt: Es wurde dort auf öffentlichen Plätzen abgesaugt, wo Gefahr für den Menschen bestand.

Wenn die Nester zu schwer werden, fallen sie auf die Straße. Die giftigen Härchen der Raupe sorgen bei vielen Menschen für Beschwerden.
Wenn die Nester zu schwer werden, fallen sie auf die Straße. Die giftigen Härchen der Raupe sorgen bei vielen Menschen für Beschwerden. © Markus Gehring © Markus Gehring

Bisher gab es im Jahr 2021 noch keine Meldungen im Rathaus von Bürgern, die Eichenprozessionsspinner auf Bäumen gesichtet haben. „Der Bauhof hat bisher etwa fünf einzelne Raupen in verschiedenen Bäumen festgestellt“, sagt Bürgermeister Dieter Berkemeier auf Anfrage der Redaktion.

Baumfallen sind installiert

Dass bisher nur wenige Raupen der Tiere mit den Brennhaaren gesichtet wurden, erklärt sich Dieter Berkemeier so: „Wahrscheinlich ist uns das Wetter entgegengekommen. Im April gab es noch ein paar Frostnächte, die konnten die Tierchen wohl nicht haben.“

Gegen die wenigen bisher entdeckten Tierchen wird aber nicht einfach nichts gemacht. „Der Bauhof hat an den Bäumen, wo einzelne Raupen gesichtet wurden, Baumfallen installiert“, so Berkemeier im Gespräch mit der Redaktion. Ein Lockstoff sorgt dafür, dass die Raupen in einen Beutel am Baumstamm krabbeln. Weil es darin sehr warm wird, verenden die Tiere.

Für 2020 und 2021 sind je 10.000 Euro angesetzt

Ein Blick zurück: 2019 hat sich die Situation dramatisch verschlechtert, so Hans Wittmund im März 2020 gegenüber der Redaktion. Der trockene Sommer 2018 sorgte für beste Bedingungen für die Giftraupe. Auf den gemeindeeigenen Flächen wurde der Eichenprozessionsspinner an 27 Standorten geortet. Aus rund 220 befallenen Bäumen wurden rund 500 Nester entfernt.

In Legden hängen jetzt mehrere Baumfallen.
In Legden hängen jetzt mehrere Baumfallen. © Ronny von Wangenheim © Ronny von Wangenheim

Im Haushaltsplan des Dahliendorfes steht ein Ergebnis von 7.871,85 Euro, die für die Beseitigung des Eichenprozessionsspinners für das Jahr 2019 ausgegeben wurden. Angesetzt hat die Gemeinde für das Jahr 2020 insgesamt 10.000 Euro, ebenso wie für das aktuelle Jahr.

In Heek gibt man mehr aus

Das ist deutlich weniger als beispielsweise in Heek für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ausgegeben wird. Im vergangenen Jahr hatte die Dinkelgemeinde etwa 40.000 Euro für die Beseitigung der Nester, das Aufhängen von Nistkästen und Fallen sowie dem Einsatz von Bioziden zur Prävention ausgegeben.

Bisher scheint in Legden aber eine Kalkulation mit 10.000 Euro gereicht zu haben. Ob es auch in diesem Jahre reichen wird, dazu sagt Legdens Bürgermeister: „Das wollen wir doch mal hoffen.“ Bis jetzt scheint die Population des Eichenprozessionsspinners noch gering zu sein.

Werden aber doch wieder mehr von den Tieren gesichtet, sollen auch in diesem Jahr wieder Fachfirmen von der Gemeinde beauftragt werden, die dann die Raupen mit den Brennhaaren absaugen werden.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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Laura Schulz-Gahmen

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