Entkernung - Abriss hat begonnen

Katholisches Pfarrhaus

LEGDEN Gnadenlos holt die Schaufel des Baggers eine blaue Gardine aus dem leeren Fensterloch des katholischen Pfarrhauses in Legden. Ein letztes Flattern als Abschiedsgruß, dann fügt sie sich widerstandslos in ihr Schicksal.

von Von Elvira Meisel-Kemper

, 22.10.2009, 11:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Pfarrer Christian Dieker schaut sich die Abrissarbeiten an.

Pfarrer Christian Dieker schaut sich die Abrissarbeiten an.

Sie landet da, wo schon ein ganzer Haufen von Innereien des alten Hauses liegen. Fenster, Türen und was noch so durch  das frühere Leben in diesem Haus bewegt wurde, liegen zerborsten auf einem Haufen, der stetig weiter wächst. Noch steht das Haus, allerdings nur bis zum Abschluss der Entkernung. Dann werden auch die Mauern fallen und mit einem Stöhnen der Entmachtung sich in ihr Schicksal fügen, das schon viel früher beginnen sollte. Anfang September sollte bereits der Abriss beginnen, berichtet Pfarrer Christian Dieker, der bis zur Fertigstellung des Neubaues in einer Mietwohnung logiert. Zufahrt zum Gelände war ein Problem Der verspätete Abriss hat jedoch zwei triftige Gründe. "Der Kirchensteuerrat des Bistums Münster mußte noch einige Fragen klären. Es geht um das neue Gebäude, nicht um den Abriss." Probleme bereitete auch die Klärung der Zufahrt zum Gelände, ergänzt Dieker. Schwere Baufahrzeuge hätten die offizielle Zufahrt zum Kirchplatz am schmalen, historischen Fachwerkspeicher des Verkehrsvereins passieren müssen. Aus Angst um die alte Bausubstanz wurde lange nach einer Lösung gesucht. Die fand sich in dem Einverständnis der Familie Winkelhaus. Baustrasse über Grundstück der Familie Winkelhaus Über ihr Grundstück wurde eine Baustrasse angelegt, die von der Seite des Gebäudes zur Abriss- und künftigen Baustelle führt. Bleibt nur zu hoffen, dass der alte Baumbestand nicht auch noch der Neugestaltung zum Opfer fällt.

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