Hermann Wenning hat früher selbst zahlreiche Einbrüche begangen. Nun hilft er den Menschen, die Sicherheit zu erhöhen und sich gegen potenzielle Täter zu schützen. © Archiv
Kriminalität

Ex-Einbrecher aus Legden verrät die Geheimnisse seiner Zunft und gibt Sicherheitstipps

Hermann Wenning (56) aus Legden ist ein ehemaliger Einbrecher. Vor der Zeitumstellung gibt er Tipps. „Die Uhrenumstellung nützt eigentlich nur dem Einbrecher“, sagt er.

Vom Ex-Junkie und Einbrecher zurück in das „normale“ Leben der Gesellschaft. Der Legdener Hermann Wenning hat das vor langer Zeit geschafft. Nun möchte er seinen Mitmenschen dabei helfen, nicht selbst ins Visier der Einbrecher zu geraten.

In der Nacht zu Sonntag, 31. Oktober, werden die Zeiger erneut von drei auf zwei Uhr zurückgestellt. Aus Sommer- wird dann Winterzeit. Vor allem die frühe Dunkelheit birgt Gefahren, denn für Kriminelle beginnt damit die Hauptsaison der Einbrüche.

„Die Uhrenumstellung nützt eigentlich nur dem Einbrecher“, sagt Wenning zu Beginn. Er wolle damit keine Angst verbreiten, lediglich auf die Gefahr, die dadurch vorprogrammiert ist, aufmerksam machen. Die folgenden Tipps von ihm sollten deswegen beachtet werden.

1. Tipp: Anwesenheit vortäuschen

Sollte die eigene Wohnung auf unbestimmte Zeit verlassen werden, so sei es wichtig, von außen den Anschein zu erwecken, dass sich in der Wohnung trotzdem jemand befinde. Bedeutet: Licht an oder den Fernseher beziehungsweise das Radio laufen lassen. „Der Einbrecher checkt vorher immer ab, ob es überall dunkel ist, Geräusche vorhanden sind oder ein Auto vor der Haustür steht“, so Wenning.

2. Tipp: Alarmanlagen installieren

Mittlerweile gebe es Alarmanlagen schon ab circa 400 Euro zu kaufen. Ein Vorteil: Selbst die Kosten einer Hausratversicherung können durch eine vorhandene Alarmanlage sinken. Auch die Kopplung an einen externen Sicherheitsdienst ist möglich. Eine weitere Variante wäre ein Smart-Home-System. Sobald ein Einbrecher versucht, aktiv einzudringen, würde ein Alarm ertönen und zusätzlich eine Nachricht auf dem eigenen Smartphone erscheinen. „Viele nutzen diese Möglichkeit schon“, weiß der 56-Jährige.

3. Tipp: Der Bluff

Im Gegensatz zu einer echten Alarmanlage gibt es mittlerweile Dutzende Fake-Möglichkeiten. Entweder die simple Installation der Attrappe einer Überwachungskamera oder Aufkleber mit Alarm- und Warnsignalen. „Das schreckt viele oft schon ab“, sagt Hermann Wenning.

4. Tipp: Überwachungskamera?

Eine Kamera zur eigenen Objekt-Überwachung mache nur Sinn, wenn diese auch durchgehend verfolgt werden würde. Nur in seltenen Fällen trägt es dazu bei, die Täter im Nachhinein zu fassen, da diese in der Regel eh vermummt seien.

5. Tipp: Türen und Fenster sichern

Eine Querverriegelung der Haustür oder eine sogenannte Pilzkopfverriegelung bei Fenstern können ebenfalls dabei helfen, potenzielle Einbrecher von den eigenen vier Wänden fernzuhalten. „Es gibt die Zwei-Minuten-Regel. Schafft es ein Einbrecher in dieser Zeit nicht, in das Objekt zu gelangen, dann geht er weiter“, sagt Wenning dazu.

Egal, wie, wann oder wo. Schlimm sei vor allem, dass viele Menschen nach so einem Ereignis psychische Schäden davontragen. „Viele kommen damit einfach nicht klar. Traumata oder sogar Depressionen können sich entwickeln“, so der Szenen-Kenner. Deswegen solle sich jeder genau überlegen, ob eine Investition in die eigene Sicherheit nicht sinnvoll sei. „Lieber finanziell etwas mehr in die Hand nehmen, als das Risiko einzugehen und Opfer zu werden“, meint der Legdener.

Eine miese Masche, die laut Wenning immer mehr Anklang bei den Tätern finde, sei die Verkleidung als Paketdienstleister. Auch da mahnt er zur äußersten Vorsicht und sagt: „Das darf nicht unterschätzt werden. Dieser Trick wird bei Einbrechern immer beliebter.“

Polizei bittet um Aufmerksamkeit

Auch die Polizei ist während der Wintermonate in besonderer Alarmbereitschaft. „Die Blicke der Beamten sind geschärft“, sagt Frank Rentmeister, Pressesprecher der Polizei im Kreis Borken. Er fügt hinzu: „Anwohner sollten in ihrem eigenen Bezirk besonders aufmerksam sein. Sollte etwas Verdächtiges beobachtet werden, bitten wir darum, sofort die Polizei anzurufen.“

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