Meteorologe Jürgen Weiß an der Wetterstation im Garten seiner Eltern in Legden. © Christiane Nitsche
Wetter

Extremes Wetter: Bis zu 36 Grad, Schwüle und Tropennächte erwartet

Am Donnerstag wird es heiß und dann auch noch schwül. Neben den ohnehin heißen Temperaturen für Juni bringen dann auch noch Hoch Zoe und Gewittertief Stefan Tropennächte mit.

Egal auf welcher Wetter-Plattform, in welcher App man nachsieht oder welchen Radiosender man hört, eines steht fest: Es wird heiß. Zwar unterscheiden sich die Angaben alle minimal, aber am Donnerstag wird es sehr warm.

Jürgen Weiß ist Meteorologe. Das Wetter ist somit sein Job. Er arbeitet für den WDR und die ARD als Wetterexperte. Wir haben den Wetterexperten, der ursprünglich aus Legden kommt und bei seinen Eltern in Legden noch immer eine Wetterstation stehen hat, gefragt wie es nun wirklich wird am Donnerstag und den folgenden Tagen.

36 Grad ist Oberkante für Juni

„Es wird auf jeden Fall weitestgehend sicher 35 Grad, wenn nicht sogar 36 Grad, geben“, sagt der Wetterexperte im Gespräch mit der Redaktion. „Das ist aber auch die Oberkante dessen, was im Juni überhaupt möglich ist“, so Weiß weiter. Somit sind so hohe Temperaturen im Juni eher selten.

Im Juli habe es schon mal 40 Grad gegeben, „zuletzt war das vor zwei Jahren am 25. Juli 2019 so“, sagt Jürgen Weiß. Das sei bisher die höchste Temperatur gewesen. Im Juni wurde mal eine Temperatur von 36,1 Grad gemessen, das war am 25. Juni 2017 an der Messstation in Legden.

Höchsttemperatur wird gegen 16 Uhr erwartet

Die gemeldete Höchsttemperatur von 35 Grad könnte aber auch einfach nicht erreicht werden. Zwar wäre es trotzdem noch heiß, aber falls Wolken sich schon frühzeitig mit feuchter Luft aus den Niederlanden auf den Weg machen würden, würde der Temperaturanstieg so gestoppt.

Außerdem würden viele Menschen fälschlicherweise davon ausgehen, dass die Höchsttemperatur mittags erreicht wird, aber das stimmt nicht. „Die Höchsttemperatur wird nicht mittags, sondern eher gegen 16 Uhr erreicht“, sagt Jürgen Weiß im Gespräch mit der Redaktion.

Warnungen des deutschen Wetterdienstes beachten

Deshalb könnte es sein, dass, wenn Wolken kommen, es vielleicht nur 34 Grad statt der angekündigten 35 Grad gibt. „Und Wolken sind ein gutes Stichwort, denn abends können durch die schwüle Luft Gewitter entstehen“, so der Wetterexperte. Aber auch die kann man nicht auf die Stunde genau vorhersagen, genauso wie die Orte, an denen die Gewitter auftauchen werden.

Fest steht hingegen, dass sie am frühen und späten Abend auftauchen werden. „Aber eben nicht an allen Stellen, auch das ist typisch für Sommergewitter“, sagt Jürgen Weiß. Wo und wann sie auftauchen, das sei immer erst etwa eine Stunde vorher absehbar. Deshalb sollte man immer wieder mal in die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes reinschauen.

Heiße Luft kommt aus Süddeutschland zurück

Aber warum wird es denn nun so heiß in der Region um Legden, Ahaus und Umgebung? Heiße Luft kommt derzeit aus dem Mittelmeerraum, dem nordafrikanischen Raum. Diese sei bereits am Dienstag, 15. Juni, in Süddeutschland angekommen. Gleichzeitig kam aber kühlere Luft von der Nordsee in die Region Münsterland. Deshalb war es am Dienstag nicht so warm.

Aber am Mittwoch, 16. Juni bringt der Südwind die Luft aus Süddeutschland bereits zurück, sodass es am Mittwoch schon um die 30 Grad gegeben hat. „Am Donnerstag gibt es dann eben noch 5 Grad mehr“, sagt Jürgen Weiß.

Treffen von Zoe und Stefan bringt Gewitter

Frank Baranek aus Ahlen ist Hobbymeteorologe und berichtet täglich über das Wetter im südlichen Münsterland, auch auf Facebook (Wetter Südmünsterland). Er sagt: „Das Hoch Zoe aus nord-östlicher Richtung bringt warme, trockene Luft zunächst ans Festland. An der Westflanke drückt das Gewittertief Stefan schwülere Luft dagegen.“ Wo die zwei sich treffen, da entstehen dann Gewitter.

Frank Baranek ist Hobbymeteorologe aus Ahlen und betreibt Wettervorhersagen für das südliche Münsterland, auch für den Kreis Borken.
Frank Baranek ist Hobbymeteorologe aus Ahlen und betreibt Wettervorhersagen für das südliche Münsterland, auch für den Kreis Borken. © privat © privat

Und die erwartet der Hobbymeteorologe dann ab Freitagnachmittag fürs Münsterland. Dazu kommt dann noch, dass es sich nachts nicht mehr auf unter 20 Grad abkühlen wird. „Da sprechen Meteorologen dann von Tropennächten“, sagt Frank Baranek im Gespräch mit der Redaktion. Die Gewitter könnten auch bis Samstag und Sonntag anhalten. Die meisten erwartet er aber eher in Richtung Niederrhein und Benelux.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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