Am Bahnhof in Legden werden immer öfter Fahrräder entwendet. Die CDU möchte mit abschließbaren Fahrradboxen solchen Diebstählen vorbeugen. © Markus Gehring

Fahrradboxen dieses Jahr – oder eine Fahrradgarage nächstes Jahr?

Die CDU hatte Fahrradboxen für den Bahnhof beantragt, für dieses Jahr. Die SPD hatte zur Ratssitzung einen Zusatzantrag in der Tasche. Und Bürgermeister Dieter Berkemeier hatte ganz neue Infos.

Am Montag, 17. Mai, standen insgesamt zwölf Tagesordnungspunkte in der Gemeinderatssitzung in Legden an. Einer davon war der Antrag der CDU für Fahrradboxen am Legdener Bahnhof.

Insgesamt 15 Fahrradboxen hat sich die CDU am Bahnhof in Legden gewünscht. Der Grund dafür: „Wir wollen dem Fahrradklau vorbeugen“, so Berthold Langehaneberg.

Immer wieder werden Fahrräder entwendet

Immer wieder sei dem CDU-Mitglied zu Ohren gekommen, dass morgens am Bahnhof Fahrräder abgestellt werden und nachmittags nicht mehr zu finden sind. Das habe er von verschiedenen Familien gehört. Einer Familie seien mittlerweile drei Räder so abhanden gekommen.

Im Haushaltsplan stünden für die Sicherung der Räder sogar extra 5000 Euro. Trotzdem wolle man sich, sofern der Gemeinderat zustimme, um Zuschüsse bemühen, wie etwa von der Leaderregion AHL, dem Betreiber der Bahnstrecke und örtlichen Versicherern. Etwaige Stellflächen für die abschließbaren Fahrradboxen am Bahnhof in Legden seien durch die Verwaltung zu klären.

Diskussion um zeitliche Umsetzung der Pläne

Die SPD unterstützte den Antrag, so halb. Die Sozialdemokraten reichten nämlich einen Zusatzantrag zum Antrag der CDU ein. Statt der Fahrradboxen, wie von der CDU beantragt, möchte die SPD lieber eine Fahrradgarage. Außerdem sollte sich der künftige Klimaschutzmanager mit den Thema befassen. Und: Die Verwaltung sollte einen Kostenentwurf für das Haushaltsjahr 2022 für die notwendigen Aufwendungen einer Fahrradgarage erstellen. Denn der Haushaltsplan 2021 lasse eine solche Unternehmung im laufenden Jahr nicht zu.

Berthold Langehaneberg widersprach vehement und betonte noch einmal, dass genau dafür bereits 5000 eingeplant seien. Trotzdem sei es natürlich sinnvoll, sich weiter nach Zuschüssen umzusehen. Die Fahrradboxen oder die Fahrradgarage, das sei der CDU im Grunde gleich, sollen noch im laufenden Jahr umgesetzt werden. „Es wäre auch vorstellbar, dass man die Fahrradboxen mit einer App buchen kann“, sagte Berthold Langehaneberg. „Auch eine Ladestation ist denkbar.

Förderung für Haltestellen-Gutachten

Bürgermeister Dieter Berkemeier hatte auch etwas zu dem Thema zu sagen, denn er hatte zufällig am Montag mit dem Kreis Borken gesprochen. Dabei ging es um Fördermittel beim Mobiliätsmanagement. Die Gemeinde könnte eine 80-prozentige Förderung für ein Haltestellen-Gutachten bekommen. Danach würden Ergebnisse präsentiert, allerdings sei die Aktion erst im Jahr 2022 und, ob so etwas wie die Fahrradboxen oder eine Fahrradgarage darin enthalten sein könnten, das wisse er nicht.

Siegrid Goßling von der SPD war jedenfalls überzeugt von der Idee: „Das kommt unserer Anfrage entgegen.“ Auch bei Gerd Heuser von der UWG fand die Gutachten-Idee Anklang: „Die Prüfung ist ideal für uns.“

Egal, ob 15 oder 10 Boxen – Hauptsache jetzt

Die CDU hingegen hielt an ihrem ursprünglichen Antrag fest. „Ob Garage oder Boxen, das ist mit egal, daran hängt mein Herz nicht“, so Langehaneberg. Es müsse nur in diesem Jahr noch etwas passieren. Auch Parteikollege Thomas Kockentiedt hält die Umsetzung der Fahrradboxen mit den geplanten 5000 Euro für machbar. „Egal, ob jetzt 15 oder 10 Boxen“, sagte er. Das Thema verfolge den Rat schon länger, man müsse jetzt endlich was gegen den Fahrraddiebstahl unternehmen. Später könne man auch weitere Boxen bei Bedarf ausbauen.

Sigrid Goßling schlug vor, das geförderte Gutachten mit in den Zusatzantrag der SPD aufzunehmen. Im Gegenzug nahm die SPD den Punkt, dass der künftige Klimaschutzmanager sich damit befassen solle, wieder raus. Der Antrag der CDU wurde abgelehnt. Der Zusatzantrag der SPD wurde einstimmig beschlossen.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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Laura Schulz-Gahmen