In einem Hotel- und Gastronomiebetrieb (Symbolbild) flog im Mai 2019 in Legden ein Fernseher aus einem Hotelzimmerfenster und traf dabei fast einen Gast. © unsplash/ Luis Alfredo Alvarado
Gerichtsverfahren

Fernseher flog durch Hotelzimmerfenster und traf fast einen Gast

Im Mai 2019 war es in einem großen Hotel- und Gastronomiebetrieb in Legden zu einer Sachbeschädigung und Diebstahl gekommen. Ein Fernseher war durch ein Hotelzimmerfenster geworfen worden.

Eigentlich möchte das Dorf Münsterland gerne weg vom Image des reinen Partydorfs. Aber im Mai 2019 ging eine Party wohl zu weit, oder zumindest ein Gast des Dorfes, denn er sorgte für einen Polizeieinsatz.

Am 12. Mai 2019 wurde gefeiert im Dorf Münsterland in Legden. Mitten in der Feiernacht jedoch ist ein Gast auf dem Gelände des Event- und Hotelbetriebs mit dem Schrecken davon gekommen.

Fernseher traf fast einen Gast

Es war nicht der erste Termin vor Gericht für den 28-jährigen Angeklagten aus Gerden, Hessen. Der Angeklagte legte Einspruch gegen den Strafbefehl wegen Diebstahls und Sachbeschädigung vor, der bereits vom Richter verkündet wurde. Aussagen zum Tatvorwurf wollte der Angeklagte nicht machen. Am Dienstag, 25. Mai 2021, wurde dann das letzte Worte in der Sache gesprochen.

Der Hesse soll am 12. Mai 2019 im Dorf Münsterland einen Fernseher aus dem Fenster seines Hotelzimmers geworfen haben. Dieser verfehlte nur knapp einen anderen Gast des Dorfes Münsterland. Der Gast, der fast von dem Fernseher getroffen wurde, benachrichtigte daraufhin einen Mitarbeiter, der damals für die Security dort arbeitete.

Mehrere Kumpel waren im Zimmer

Der Security-Mitarbeiter war am Dienstag als Zeuge vor Gericht und schilderte den Vorfall. Demnach ist der Gast, der fast vom Fernseher getroffen wurde, sofort zum damaligen Security-Mitarbeiter gegangen und hat ihm gezeigt, wo der Fernseher im Hof aufgeschlagen ist. Ein Blick nach oben habe gezeigt, aus welchem Fenster der Fernseher offensichtlich geworfen wurde.

Der Security-Mitarbeiter hat danach dem Leiter der Security Bescheid gesagt.

Im Hotel seien nach Aussage des ersten Zeugen mehrere Türen beschädigt gewesen. Mehrere Kumpel des Angeklagten hielten sich nach Aussage des Zeugen im unteren Bereich des Zimmers auf. Der Angeklagte habe im oberen Bereich des Zimmers, der nur per Wendeltreppe erreichbar ist, schlafend gelegen und sei verwirrt gewesen. Er habe nichts von dem Vorfall gewusst. Der Fernseher oben fehlte jedoch.

„Wollten offenbar nicht mehr nach oben“

Ganz anders erinnert sich der zweite Zeuge, der Leiter der Security, an das damalige Geschehen. Demnach sei der Security-Mitarbeiter zu ihm gekommen. An der Rezeption hätten die Freunde des Angeklagten gewartet: „Sie wollten ganz offenbar nicht mehr nach oben, weil dieser dort randaliert hatte“, so der zweite Zeuge.

Im Zimmer angekommen habe sich der Angeklagte im unteren Bereich des Zimmers befunden und ein Fenster dort sei geöffnet gewesen. Außerdem habe der Angeklagte einem dritten Security-Mitarbeiter gegenüber zugegeben, dass er den Fernseher aus dem Fenster geworfen hat.

Angeklagter zog Einspruch zurück

Der Richter hatte genug gehört. Der dritte Security-Mitarbeiter war noch auf dem Weg zum Gericht, um als Zeuge auszusagen. Jedoch verkürzte der Richter das ganze Geschehen und fragte die Verteidigung und ihren Mandanten, ob sie den Einspruch nicht lieber zurückziehen wollten. Denn wenn der Zeuge gleich komme und aussagt, dass der Angeklagte die Tat ihm gegenüber bereits zugegeben hatte, würde es nicht bei den ursprünglich von der Staatsanwaltschaft vorgeschlagenen 30 Tagessätzen à 60 Euro bleiben.

Die Verteidigung zog sich zur Beratung kurz mit ihrem Mandanten zurück. Nach wenigen Minuten hatte sich der Angeklagte entschieden, den Einspruch zurückzuziehen. Somit nahm er den Strafbefehl an, alle weiteren Zeugen wurden entlassen.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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