Feuerwehr braucht Nachwuchs, um Einsatzzeiten über Tag einhalten zu können

mlzBrandschutzbedarfsplan

Wenn‘s brennt, kommt die Feuerwehr. Doch die Löschzüge in Legden und Asbeck haben ein Problem: Ihre Mitglieder arbeiten teils zu weit vom Gerätehaus entfernt. An der Lösung wird gearbeitet.

Legden

, 03.02.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Acht Minuten hat die Feuerwehr, um im Ernstfall in Legden und Asbeck mit dem ersten Fahrzeug und den ersten neun Feuerwehrleuten an der Einsatzstelle zu sein. Das soll in 80 Prozent aller Fälle klappen. So steht es im Brandschutzbedarfsplan, den der Rat in seiner vergangenen Sitzung beschlossen hat. Problem: Viele Mitglieder der beiden Löschzüge aus Legden und Asbeck arbeiten außerhalb der Gemeinde und können über Tag nicht rechtzeitig am Feuerwehrgerätehaus sein.

Allein 44 der 66 Mitglieder des Legdener Löschzugs haben – von ihrem Arbeitsplatz – mehr als sechs Minuten Weg bis zum Feuerwehrgerätehaus. Das hat eine Erhebung unter den Feuerwehrleuten ergeben. In Asbeck sieht es ähnlich aus. Zu lang, um im Alarmfall rechtzeitig ausrücken zu können. „Wir wollen und müssen die Tagesverfügbarkeit verbessern“, erklärte Klaus Uppenkamp, Leiter der Legdener Feuerwehr, dann auch in der Sitzung. Dazu gibt es mehrere Ideen, die auch bereits schon umgesetzt werden:

  • Bei der Gemeinde Legden sollen Personen, die der Feuerwehr angehören, bevorzugt eingestellt werden.
  • Die Jugendfeuerwehr im Ort soll weiter gefördert werden, um noch mehr Nachwuchs für die beiden Löschzüge zu bekommen.
  • Mitglieder anderer Feuerwehren, die in Legden arbeiten, sollen die Feuerwehr in Legden über Tag unterstützen.
  • Feuerwehrleute sollen auch jenseits der Altersgrenze von 63 Jahren im aktiven Dienst bleiben. „Natürlich nur so lange sie auch fit genug sind“, erklärte Uppenkamp.

Der Nachwuchs von Freiwilligen sorgt aber auch an einem anderen Ende für Probleme: „Seit zehn Jahren haben wir eine extrem schwankende Personalentwicklung“, erklärte Klaus Uppenkamp. Das sei allerdings kein Legdener Problem, sondern eine Frage, der sich alle Feuerwehren stellen müssen. Vor allem der Übergang von Schule zu Ausbildung oder Studium sei dort der Knackpunkt: „Die Jugendlichen machen ihre Ausbildung eben außerhalb der Gemeinde“, erklärte Uppenkamp. Aber das sei Tagesgeschäft. „Da sind wir dran“, sagte er.

Aus der Jugendfeuerwehr Legden gewinnt die Feuerwehr ihren Nachwuchs.

Aus der Jugendfeuerwehr Legden gewinnt die Feuerwehr ihren Nachwuchs. © Ronny von Wangenheim

Auch an der internen Ausbildung für die Feuerwehr müsse etwas getan werden. „Die Ausbildung funktioniert nicht mehr an sechs Wochenenden im Jahr. Das Freizeitverhalten der Leute hat sich ganz einfach verändert“, sagte der Feuerwehr-Chef. Da stelle sich die Feuerwehr gerade auf die neuen Gegebenheiten ein. Gleichzeitig hofft er, dass die Ausbildungsplätze am Institut der Feuerwehr in Münster erweitert werden, um allen Interessenten ausreichend Möglichkeiten zur Weiterbildung zu bieten. „Personal ist ein Problem, das uns 365 Tage im Jahr beschäftigt. Das ist ganz einfach unsere wichtigste Ressource“, fasste Klaus Uppenkamp zusammen.

Technisch sieht es bei der Feuerwehr in Legden und Asbeck gut aus. Der Fuhrpark ist auf einem aktuellen Stand und wird auch ständig erweitert und modernisiert. Noch in diesem Jahr soll ein neues Logistikfahrzeug angeschafft werden, das dann 2020 in Dienst gestellt werden soll. Ein neuer Mannschaftstransportwagen für Asbeck und ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug in Legden sind für 2020 geplant.

Der Brandschutzbedarfsplan muss regelmäßig fortgeschrieben werden. Die aktuelle Version ist nun für fünf Jahre gültig, sollte sich in der Zwischenzeit nichts Grundlegendes an der Situation im Ort verändern. Spätestens dann muss die Politik erneut darüber sprechen. Thomas Kockentiedt (CDU) verwies auch auf die geplante Verdichterstation in Legden. Sollte die gebaut werden, müsse grundlegend neu über den Brandschutz gesprochen werden. Auch sollten die Betreiber dann in die Finanzierung mit eingebunden werden. Das sah auch Sigrid Goßling (SPD) so. Allerdings sei der Plan in seiner jetzigen Form ja auch schnell nachzubessern und zu ergänzen.

Den aktuellen Plan hatte die Feuerwehr ehrenamtlich neben ihren übrigen Aufgaben erstellt. „Eine Bestleistung, dass diese ganzen Aufgaben ehrenamtlich abgefedert werden“, lobten Christoph Behrendt-Richter (UWG) und auch die Vertreter der anderen Fraktionen.

Den einstimmig beschlossenen, 53-seitigen Brandschutzbedarfsplan hat die Gemeinde in ihrem Ratsinformationssystem zur Verfügung gestellt.

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