Der Digitalen Impfpass wird jetzt in Apotheken ausgestellt. © picture alliance/dpa
Digitaler Impfpass

Fragen zu Digitalem Impfpass von Legdener Apothekerin beantwortet

Seit einigen Tagen gibt es den Digitalen Impfpass. Kaum gibt es ihn, herrscht auch schon vielerorts Verwirrung darum. Eine Legdener Apothekerin klärt auf, was dabei zu beachten ist.

Seit dem 10. Juni gibt es den Digitalen Impfausweis sukzessive. Ausstellen lassen kann man sich den QR-Code für die Covpass-App und die Corona-App in Impfzentren, bei Ärzten und in Apotheken. Aber was muss man dafür beachten?

Petra Hruby von der Hubertus Apotheke in Legden kennt die Antworten, sie ist nicht nur Apothekerin, sondern auch Vorsitzende der Bezirksgruppe Borken im Apothekerverband Westfalen-Lippe.

Was kostet ein Digitaler Impfausweis?

„Den Patienten kostet es nichts. Die Apotheken rechnen die Kosten für die Erstellung des Digitalen Impfpasses mit dem Bund ab. Die Apotheken bekommen eine Aufwandentschädigung“, sagt Petra Hruby im Gespräch mit der Redaktion.

Was muss man für den Digitalen Impfpass mitbringen?

„Man muss den gültigen Impfpass mit allen erforderlichen Angaben wie Datum, Unterschrift des Arztes und Stempel mitbringen“, sagt die Legdener Apothekerin. Außerdem sollte man sich den Digitalen Impfpass erst dann holen, wenn man den vollen Impfschutz hat.

Muss man die 14 Tage nach der zweiten Impfung unbedingt warten?

Eigentlich ja, aber es gibt auch Umstände, die für eine vorzeitige Ausstellung eines Digitalen Impfausweises sprechen. „Die 14 Tage müssen nicht zwingend eingehalten werden, wenn man beispielsweise in den Urlaub fährt und der voll Impfschutz mitten während des Urlaubs gegeben ist“, sagt Petra Hruby. In der App erscheint dann automatisch am 14. Tag der Status: Impfschutz vollständig.

In vielen Gesprächen mit Patienten muss Petra Hruby erst einmal über den Digitalen Impfpass aufklären.
In vielen Gesprächen mit Patienten muss Petra Hruby erst einmal über den Digitalen Impfpass aufklären. © Alex Piccin © Alex Piccin

Benötigt man unbedingt den gelben Impfausweis, wenn man sich den Digitalen Impfpass in der Apotheke holen möchte?

Der gelbe Impfausweis ist nicht zwingend nötig, denn in vielen Impfstellen sind die gelben Ausweise zurzeit vergriffen. Es werden deshalb Bescheinigungen für die Impfung ausgestellt. Hat man also zwei der Bescheinigungen „mit Angabe der Impfstelle und Namen des Patienten“, reichen diese aus für die Erstellung eines Digitalen Impfpasses. Für alle Impfstoffe werden also zwei Bescheinigungen oder zwei Stempel im Impfausweis benötigt, außer bei Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson und Johnson.

Was ist, wenn man einen alten Impfausweis mit dem Mädchennamen hat?

Auch das ist kein Problem. „Es reicht, wenn man den Personalausweis mit sich führt, dort steht dann ‚Geborene soundso‘. Im Digitalen Impfpass wird dann der neue Name dokumentiert“, sagt die Legdener Apothekerin.

Digitaler Impfpass vom Impfzentrum

Personen, die ihre Impfungen in einem Impfzentrum erhalten haben, bekommen den Digitalen Impfpass übrigens automatisch vom Impfzentrum zugeschickt. „Das sollte in den kommen ein bis zwei Wochen passieren“, sagt Petra Hruby.

Bisher wurden allerdings nicht die Menschen im Digitalen Impfpass berücksichtigt, die schon genesen sind innerhalb der vergangenen sechs Monate und eine Impfung erhalten haben. „Die müssen leider erst mal noch ihren Impfausweis mit sich führen“, so Hruby. „Davon hatten wir schon einige hier in der Apotheke, aber es gibt derzeit keine Möglichkeit, ihnen einen Digitalen Impfpass auszustellen.“

Keinen Zwang für Digitalen Impfpass

Auf die Frage wie es bisher mit dem Ausstellen des Digitalen Impfpasses so läuft in Legden, sagt Petra Hruby: „Gestern hatte wir technische Schwierigkeiten, aber jetzt läuft es.“

Die wichtigste Voraussetzung für den Digitalen Impfpass sei jedenfalls, „dass man auch ein Handy und die App dafür hat“, sagt die Apothekerin. Sonst könne man den QR-Code nicht anlegen. Es seien schon ein paar Patienten in die Apotheke gekommen, die überhaupt kein Handy hatten. Ein Zwang für einen Digitalen Impfpass gibt es übrigens nicht: „Die Impfpausweise und Impfbescheinigungen haben weiterhin Gültigkeit. Der Digitale Impfpass ist einfach nur komfortabler“. sagt Petra Hruby.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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