Frederik Beer (l.) hat am 1. August seine Arbeit für Legden aufgenommen. Bürgermeister Dieter Berkemeier sieht die Arbeit des Klimaschutzmanagers als wichtige Unterstützung in allen Fachbereichen. © Michael Schley
Klimaschutzmanager

Frederik Beer in Legden gestartet: „Klimaschutzkonzept ist keine One-Man-Show“

Seit dem 1. August ist der neue Klimaschutzmanager für Legden im Amt. Schwerpunkt der Arbeit von Frederik Beer wird die Erstellung des Klimaschutzkonzepts sein. Für ihn echte Teamarbeit.

Warum er denn nicht in der freien Wirtschaft seinen Weg gehen wolle? Frederik Beer, der neue Klimaschutzmanager für die Gemeinde Legden, hat darauf eine kurze und klare Antwort: „Für mich ist das große Ganze spannender. Und in einer Kommune kann ich eben sektorübergreifend denken.“

Seit dem 1. August ist der 32-Jährige im Amt – und die erste Zeit hat er genutzt, um Kontakte zu knüpfen. So stellte er sich auch am Montag den Ratsmitgliedern vor. Auch wenn bei ihm letztlich viele Fäden zusammenliefen, Klimaschutz sieht Frederik Beer ganzheitlich und als Teamarbeit: „Ein Klimaschutzkonzept ist keine One-Man-Show.“ Und erste Ideen hat er schon im Kopf.

Bürgermeister Dieter Berkemeier sieht den 32-Jährigen bestens gerüstet für eine aktuelle und anspruchsvolle Aufgabe: „Er kennt zum einen Verwaltungsarbeit, zum anderen stand er schon einige Jahre im Beruf – auch wenn er nun aus dem Studium kommt.“

Geboren im Kreis Lippe legte Frederik Beer seinen beruflichen Grundstein als Sozialversicherungsfachangestellter bei einer gesetzlichen Krankenversicherung, betriebswirtschaftliches Handwerk eignete er sich im Dualen Studium an. Es folgten drei Jahre bei der Krankenversicherung – hier vor allem „im strategischen Bereich“.

Mit Mitte 20 beruflich neu orientiert

„Dann habe ich mich neu orientiert“, erklärt der heutige Rheinenser. Im Masterstudiengang studierte er „Nachhaltiges Wirtschaften“ in Kassel, dies mit umweltökonomischen Schwerpunkten wie Energie- und Abwassertechnik.

„Damit war die Richtung eingeschlagen, hier fühle ich mich einfach zuhause“, erklärt der 32-Jährige. Einige aus dem Freundes- und Bekanntenkreis seien den Weg zum Klimaschutzmanager gegangen – und so wuchs auch bei Frederik Beer das Interesse daran.

In Legden hat er den passenden Adressaten gefunden. Dieter Berkemeier sieht eben in der Erstellung eines Klimaschutzkonzepts den Schwerpunkt der Arbeit des neuen Klimaschutzmanagers: „Das brauchen wir.“

Dass das nicht alleine zu stemmen sei, ist dem Bürgermeister bewusst. „Er muss sich einarbeiten, selbst organisieren und alle relevanten Punkte an die richtigen Stellen senden“, so Berkemeier. Wichtig sei es vor allem, die weiteren Fachbereiche mit einzubinden – auch wenn der Klimaschutzmanager selbst der Bauabteilung zugeordnet sei.

„Er ist Koordinator und übernimmt die Federführung“, grenzt Berkemeier das Arbeitsfeld organisatorisch ab. Der Klimaschutzmanager werde an allen relevanten Entscheidungen beteiligt – immer unter der Maßgabe, welche Auswirkungen diese auf das Klima haben können. „Das Themengebiet ist nun mal breitgefächert, man darf sich dabei aber auch nicht in der Bürokratie verzetteln“, sagt der Bürgermeister.

In vielen Dingen muss noch Überzeugungsarbeit geleistet werden

Inhaltlich hat Frederik Beer schon einige Ideen. Windenergie, Ladeinfrastruktur, Treibhausgasbilanz – einige Stichworte, die ihm sofort einfallen. Dabei gehe es erst einmal darum, den Ist-Zustand festzuhalten und daraus ein Konzept mit entsprechenden Maßnahmen zu entwickeln: „Wo setze ich Hebel an?“

Dass in vielen Dingen noch reichlich Überzeugungsarbeit geleistet werden muss, dessen ist sich Frederik Beer bewusst. Beim Thema Klimaschutz dürfe man vor allem eines nicht: „Den Kopf in den Sand stecken.“

„Die Aufbereitung von Informationen, die offene Kommunikation, Transparenz – das sind Schlüsselaufgaben eines Klimaschutzmanagers“, so Dieter Berkemeier. Wer wisse zum Beispiel schon, dass moderne Windenergieanlagen recycelbar sind?

Frederik Beer wolle mit sachlichen Argumenten überzeugen und „Brücken bauen“. „Wenn das Konzept letztlich von allen mitgetragen wird, dann fördert dies auch die Akzeptanz“, so Beer. Man spreche schließlich auch von einem integrierten Klimaschutzkonzept.

Nicht minder wichtig sei das Netzwerken, betont Berkemeier. So finde bald bereits ein Zoom-Meeting NRW-weit mit Klimaschutzmanagern statt. In kleinerer Runde treffe er sich mit den Kollegen aus Ahaus, Heek und Gronau, ergänzt Frederik Beer.

„Dabei geht es vor allem darum, nach Synergien zu schauen, zum Beispiel auf dem Mobilitätssektor.“ Klimaschutz ende schließlich nicht an Ortsgrenzen: „Wir wollen die Region nach vorne bringen.“

Bürgermeister sieht „Win-win-Situation“

Gefördert wird die Stelle mit 75 Prozent für zwei Jahre vom Bund, in den Fördermitteln enthalten sind neben Personal- auch Sachkosten, zum Beispiel für die Durchführung von öffentlichen Veranstaltungen. Öffentlichkeitsarbeit sei ohnehin sehr wichtig, so Beer. „Das ist schon eine große Unterstützung und zeigt, dass dem Bund der Klimaschutz wichtig ist“, erklärt Dieter Berkemeier.

Insgesamt sieht der Bürgermeister eine echte Win-win-Situation, die Arbeit des Klimaschutzmanagers werde den Alltag in allen Fachbereichen bereichern. Der Einstieg sei leichtgefallen. „alle haben geholfen, wo sie konnten“, habe Frederik Beer offene Türen eingerannt. Natürlich sei der Weg bis zu einem Klimaschutzkonzept auch mal mühselig. „Aber am Ende wird es sich auszahlen.“ Nun freue er sich einfach, sich „auf seinem Gebiet austoben zu dürfen“.

Über den Autor
freier Mitarbeiter

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.