Friedhof: Begegnungsstätte „Garten der Ruhe“ in Legden wurde erweitert

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Einen Garten für alle in Legden, das gibt es seit 2007. Im August 2020 wurde der Garten der Ruhe erweitert und ist eine Begegnungsstätte. Stück für Stück soll es so weiter gehen.

Legden

, 25.10.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Garten der Ruhe auf dem Legdener Friedhof gibt zwischen den vielen Gräbern rund herum einen Treffpunkt für alle, die noch auf Erden wandeln. Dort können Sie sich treffen und der Toten gedenken. Im August wurde die Erweiterung fertig.

Allerheiligen steht vor der Tür und auf den Friedhöfen ist viel los, alle wollen die Gräber schön machen. Betritt man den Friedhof in Legden, steht man nicht auf einem gruseligen Fleckchen Erde, auf den man nur geht, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Hier herrscht statt absoluter Stille reges Treiben. Überall sind Menschen, die nach den Gräbern sehen und sich freundlich grüßen.

Sehr gute Zusammenarbeit

Im Jahr 2007 ist der Garten der Ruhe bereits in der Mitte des Friedhofes angelegt worden. Gerhard Specking von Floristik Specking sagt: „Wir haben das zusammen mit der Kirchengemeinde St. Brigida und St. Margareta umgesetzt. Die Idee kam von uns, aber wir haben das in Absprache mit der Kirchengemeinde in Legden gemacht. Wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit hier.“

Es entstand eine Gemeinschaftsgrabanlage auf der sowohl Erd- als auch Urnenbestattungen erfolgen. Die Fläche ist wie ein Garten gestaltet, die Gräber gehen ineinander über. Auf den Gräbern sind Gedenksteine, mit den Namen der Toten und ihren Geburts- und Todestagen.

Keine namenlosen Bestattungen

„Namenlose Bestattungen gibt es hier nicht“, sagt Gerhard Specking. Angehörige können hier Blumen, Gestecke und anderen Grabschmuck sowie Grabkerzen ablegen und aufstellen.

Die Kosten für eine Grabstelle werden einmalig für 30 Jahre bei der Grabpflegegesellschaft Westfalen Lippe bezahlt. Darin ist dann aber alles enthalten: Erstbepflanzung, Pflege und Gießen.

Wasser als Symbol des Lebens

Die erste Beisetzung im Garten der Ruhe ist schon länger her. Jetzt wurden neue Flächen dort angelegt. Eine zusätzliche Fläche für Erdbestattungen, eine für Urnenbestattungen.

Im Garten der Ruhe ist es überhaupt nicht nur ruhig, und das soll es auch nicht sein.

Im Garten der Ruhe ist es überhaupt nicht nur ruhig, und das soll es auch nicht sein. © Laura Schulz-Gahmen

In der Mitte ist ein Eichenbalken mit einer Schwengelpumpe. „Wasser ist ein Symbol des Lebens und hier ist alles möglichst naturnah“, so Gerhard Specking zur Bedeutung der Pumpe im Garten der Ruhe.

Stück für Stück geht es weiter

Im August wurde der neue Bereich des Garten der Ruhe fertiggestellt. Ein erstes Urnengrab gibt es dort bereits. Aber Gerhard Specking ist wichtig zu betonen: „Der Garten der Ruhe ist ein Begegnungsort und keine Ort mehr, wo nur die Toten ruhen, sondern wo Menschen sich austauschen.“

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Der Garten soll Stück für Stück erweitert werden und zwar rund herum um den Pavillion, unter dem ein Tisch und zwei Bänke aus Stein stehen. Dieser ist der zentrale Punkt des Garten der Ruhe und Treffpunkt für alle.

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