Nadine Wolter weiß genau, was im Garten jetzt gerade ansteht. Geranien gehören zu den Klassikern bei den Sommerblumen. © Laura Schulz-Gahmen
Garten-Liebe

Gärtnern wird immer beliebter – das steht jetzt im Garten an

Unkraut rupfen, Blümchen pflanzen – den Garten zu verschönern und neu zu gestalten ist während der Corona-Krise immer beliebter geworden. Wir haben mit einem Garten-Profi gesprochen.

Viele Menschen haben in Zeiten von Corona ihre Liebe zum Gärtnern entdeckt. Da man während der Pandemie nur bedingt in den Urlaub fahren kann, machen es sich viele im heimischen Garten gemütlich. Gerade im Moment steht in den Gärten viel an.

Dass viele Menschen sich seit Corona ihren Gärten widmen, hat man auch bei Wolter Gartengestaltung und Baumschulen bemerkt. Es gibt regelrechte Ansturm-Phasen auf das Familienunternehmen. „Eigentlich immer, wenn das Wetter gut ist“, sagt Nadine Wolter (23) von Wolter Gartengestaltung und Baumschulen in Legden. „Im Moment ist eine gute Pflanzzeit. Allerdings sei es etwas trocken: „Es fehlt einfach Wasser im Moment.“ Bei Nachpflanzungen und auch bei neu anzulegenden Ecken im Garten müsse man darauf achten, dass die Pflanzen genügend Wasser bekommen.

Ab Juni wird es wieder wärmer, dann müsse ohnehin viel gewässert werden. Ab Mitte Mai, „so sagt man, wenn es auf die Eisheiligen zugeht“, gibt es keinen Nachtfrost mehr. Dann können Sommerblumen ohne großes Frost-Risiko gepflanzt werden.

Geschützte Stellen und Langzeitdünger

Wer aber jetzt schon Blumen pflanzen möchte, „der sollte geschützte Stellen auswählen“, so Nadine Wolter. Damit sind Hauswände oder überdachte Orte gemeint. Aber auch ein anderes Thema ist aktuell wichtig: Düngen. „Jetzt im Mai steht alles an, was mit Düngen zu tun hat“, so die 23-Jährige. Denn mit der Wärme kommt die Pflanze in das Wachstum.

„Wir empfehlen immer die Nutzung eines organischen Düngers. Dieser hat eine Langzeitwirkung und die Nährstoffe werden nach Bedarf der Pflanze umgesetzt“, erklärt Nadine Wolter im Gespräch mit der Redaktion. Durch die Aktivität der Bodenlebewesen werden die Nährstoffe umgesetzt und so für die Pflanzen im Boden verfügbar gemacht. „Auch Neuanpflanzungen sollten jetzt mit Langzeitdünger behandelt werden“, so die Legdenerin.

Welche Blumen kommen jetzt in den Garten?

Zu den Sommerblumen, die jetzt eingepflanzt werden können, zählen unter anderem: Sonnenblume, Geranie, Petunie, Gänseblümchen, Fächerblumen, Verbenen, Mehlsalbei, Schneeflockenblume. Aber auch Hortensien „als Kübelblumen“, betont Nadine Wolter. Denn Hortensien seien in der vollen Sonne nicht zu empfehlen. „Sie sind eher was für den Halbschatten.“ Für die Sonne sei die Dipladenia gut geeignet.

Beliebt ist im Moment die Pflanze, die Nadine Wolter in Händen hält: Elfensporn.
Beliebt ist im Moment die Pflanze, die Nadine Wolter in Händen hält: Elfensporn. © Laura Schulz-Gahmen © Laura Schulz-Gahmen

Aber nicht nur Blumen gibt es im Garten, auch der Rasen möchte Aufmerksamkeit bekommen. Im Moment sei die richtige Zeit zum Vertikutieren, also zum Durchlüften des Rasens. Vor allem, wenn dieser viel Moos und Unkraut beinhaltet. Nach dem Vertikutieren kann gegebenenfalls noch Sand und Kompostgemisch eingearbeitet werden „Das sorgt für Lückenschluss“, so Nadine Wolter. Außerdem kann man Rasen nachsäen. Wenn man das macht, sollte man den Rasen unbedingt feucht halten, damit er keimen kann.

Mulchen und Schneiden

Auch das Thema Mulchen ist im Moment ein großes. „Man kann die Beete mit Rindenmulch abdecken, vorher sollte man dann aber am besten düngen“, so Nadine Wolter. Der Rindenmulch bietet verschiedene Vorteile: Er hält die Feuchtigkeit im Boden und das Unkraut wird eingedämmt. Zudem kann man es durch die lockere Beschaffenheit des Mulches einfacher entfernen.

Stauden und Gräser sind jetzt im Mai am besten schon geschnitten, weil sie jetzt bereits wieder austreiben. Falls das noch nicht passiert ist, sollte das bald geschehen. Aber nur an den Stellen, die braun sind. Das sei jedenfalls besser als sie überhaupt nicht zu schneiden. „Lavendel kann man jetzt noch an den Stellen schneiden, die noch grün sind. Dort wo es holzig wird, sollte man nicht mehr schneiden“, sagt die 23-Jährige im Gespräch mit der Redaktion. Jetzt kann man am besten alles schneiden, was schon geblüht hat: „Wie Winterschneeball, Forsythien und Mandelbäumchen.“

Frostschäden an Blumen erkennen

Bis jetzt gab es zwar ein paar schöne warme Tage, aber nachts ist es mitunter noch sehr kühl gewesen. In einigen Nächte gab es zuletzt sogar Bodenfrost. „Frostschäden zeigen sich meistens jetzt erst richtig“, sagt die Legdnerin. Zu erkennen sind dann braune Stellen oder Zweige, die man herausschneiden kann. So kann die Pflanze am gesunden Holz wieder austreiben. „Was aber Mitte bis Ende April nicht angefangen hat auszutreiben, ist leider hinüber“, so Nadine Wolters.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
Zur Autorenseite
Laura Schulz-Gahmen

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.