Gemeinsam fürs Erdkabel kämpfen

LEGDEN Ein dichtes Stromnetz zieht sich durch das Münsterland - genauso engmaschig geknüpft wie inzwischen der Widerstand gegen einen oberirdischen Ausbau der Hochspannungsleitung. Nicht nur Bürger aus Legden, sondern inzwischen auch aus Schöppingen, Borken, Raesfeld, Gescher, Metelen, Wettringen und Burgsteinfurt fordern, die 380-KV-Leitung - und damit die Risiken durch den Elektrosmog - unter die Erde zu legen.

18.03.2009, 15:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gemeinsam fürs Erdkabel kämpfen

<p>Die 220-KV-Trasse verläuft in Legden nicht nur durch Wald und Flur, sondern auch durchs Baugebiet. Lüttich-Gür</p>

Genauso wie sich die Bürgerinitiativen vernetzt haben, sollten sich auch die Bürgermeister der betroffenen Städte und Gemeinden zusammenschließen, wünscht sich Andreas Völker, Sprecher der Legdener Initiative "Pro Erdkabel". "Jetzt gilt es, dass wir uns geschlossen für eine komplette Verkabelung stark machen", unterstreicht er.

Der Zeitpunkt sei zurzeit besonders günstig: Das Energieleitungsausbaugesetz steht kurz vor der Verabschiedung. Das verkürzt zwar auf der einen Seite den Rechtsweg gegen "vordringliche Leitungsbauvorhaben" auf nur eine Instanz, ermöglicht auf der anderen Seite aber den bislang von den RWE abgelehnten Einsatz von Erdkabeln. Unter den vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie vorgeschlagenen vier Pilotprojekten für eine Verkabelung befindet sich auch die 120 Kilometer lange Trasse Diele (Niedersachsen)-Niederrhein, die quer durch das Münsterland führt.

Andreas Völker und seine Mitstreiter, die sich unter dem Dachverband "Pro Erdkabel NRW" zusammen gefunden haben, könnten sich beruhigt zurücklehnen, wenn das Wirtschaftsministerium nicht folgenden Zusatz formuliert hätte: Bei allen Pilotprojekten ist die Verkabelung nur auf technisch und wirtschaftlich effizienten Teilabschnitten zulässig." Alle Strecken messen laut Ministerium zusammen rund 500 Kilometer, 250 davon sollten verkabelt werden. Ob dazu auch die Stromleitung gehört, die seit 80 Jahren über den Köpfen der Häuslebauer in der Legdener Siedlung "Waldkrone" schwebt, ist noch offen.

Das ist den Erdkabel-Befürwortern zu vage. "Wir fordern eine konsequente Verkabelung", so Völker - und das mit der innovativen Technik der Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ). sy-

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