Seit 2014 gehört der Schlachthof Legden zur Tönnies-Unternehmensgruppe. © Archiv
Schlachthof Legden

Gerüchte: Wird Tönnies verkauft und ist der Standort in Legden betroffen?

Zuletzt hat es so viel Medienwirbel um Tönnies gegeben, als es im vergangenen Sommer einen riesigen Corona-Ausbruch in den Betrieben gab. Jetzt steht ein möglicher Verkauf des Konzerns im Raum.

Die Gerüchteküche rund um den Fleischkonzern Tönnies ist seit Donnerstag, 18. März, am brodeln. Der US-Nachrichtendienst Bloomberg hatte vermeldet, dass der Tönnies-Konzern verkauft werden soll. Seitdem das Unternehmen durch den Corona-Ausbruch Schlagzeilen gemacht hat, bereite Clemens Tönnies, Chef des Konzerns, den Verkauf vor. Der Gewinn durch den Verkauf des Fleischriesen belaufe sich Bloomberg zufolge auf 4,8 Milliarden Dollar (4 Milliarden Euro).

Sollte es zu einem Verkauf kommen, könnte auch der Schlachthof in Legden betroffen sein. Seit 2014 ist der Schlachthof Teil der Tönnies-Unternehmensgruppe. Der Standort in Legden ist auf die Schlachtung von Rindern spezialisiert. Zurzeit arbeiten etwa 50 Mitarbeiter im Legdener Betrieb.

Internes Schreiben: Tönnies könne doch in Familienbesitz bleiben

Die neusten Meldungen am Freitag widerlegen die Gerüchte vom Nachrichtendienst Bloomberg. Nachdem sich der Schlachtkonzern am Donnerstagabend nicht mehr zu den Marktgerüchten äußern wollte, hat der Unternehmenschef am Freitag ein internes Schreiben veröffentlicht.

Medienberichten zufolge blickt Tönnies in dem Schreiben auf das 50-jährige Firmenjubiläum: „Der Erfolg der vergangenen Jahrzehnte lässt uns nicht müde werden, weiterzumachen und in die nächste Generation zu starten“, schreiben Clemens und Sohn Maximilian Tönnies in der Mitteilung, die dem Handelsblatt vorliegt.

Weiter heiße es: „Wir lassen uns von Gerüchten nicht beeinflussen, sondern beweisen mit unserer täglichen Arbeit, dass wir bereit sind für die Zukunft im Unternehmen.“ Laut Handelsblatt wäre es möglich, dass Vater und Sohn die Anteile von Robert Tönnies, dem Neffen des Chefs, übernehmen. Möglicherweise mithilfe eines Investors. Aber auch umgekehrt wäre das Szenario möglich, genauso wie ein Komplettverkauf.

Seit Jahren sind Clemens Tönnies und Neffe Robert Tönnies zerstritten. Robert Tönnies besitzt 50 Prozent des Familienunternehmens. Clemens Tönnies hält 45 Prozent der Anteile und dessen Sohn Maximilian die restlichen fünf Prozent.

Keine Stellungnahme vom Unternehmen selbst zu den Gerüchten

Auf Anfrage der Redaktion zu einem möglichen Verkauf des Tönnies-Konzerns und der Zukunft des Schlachthofs in Legden kam vom Unternehmenssprecher nur eine kurze Antwort: „Grundsätzlich kommentieren wir Marktgerüchte nicht.“ Weiter sagt Pressesprecher Dr. André Vielstädte: „Daher kann ich auch keine näheren Auskünfte zum Standort Legden geben.“

Über die Autorin
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In der Grafschaft Bentheim aufgewachsen, während des Journalismus-Studiums in NRW verliebt. Danach über 2 Jahre in Kanada gelebt und jetzt wieder zurück im Lieblingsbundesland. Seit 2020 Volontärin bei Lensing Media
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Anne Schiebener

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