Haus Mühlenbach öffnet Pforten

DRK-Einrichtung

Was das Motto „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“ im Haus Mühlenbach praktisch bedeutet, konnten die vielen Besucher beim Tag der offenen Tür der neuen DRK-Einrichtung vor Ort erfahren.

LEGDEN

16.10.2017, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn etwas Hand und Fuß hat, bedeutet dies, es ist durchdacht, sinnvoll und eine runde Sache. Das Motto des Hauses Mühlenbach in Legden, das am vergangenen Sonntag bei strahlendem Sonnenschein und unter großem Publikumsandrang offiziell eröffnet wurde, setzt dieser Redewendung noch „einen“ drauf: Lernen mit „Kopf, Herz und Hand“ heißt es da und speziell das „Herz“ ist es, die Herzlichkeit und das „Von-Herzen-kommen“, was deutlich spürbar ist und die Institution zu etwas Besonderem macht.

Und das Interesse an der neuen Einrichtung, die unter einem Dach sowohl einen Kindergarten als auch eine Wohngruppe für Jugendliche mit Autismus vereint, war enorm. Viele große und kleinen Legdener waren sowohl zum offiziellen Teil am Morgen als auch zum Tag der offenen Tür am Nachmittag gekommen, um die neuen Nachbarn besser kennenzulernen.

Lebendige Gemeinschaft

„In Legden gibt es eine lebendige, an dem anderen interessierte Gemeinschaft“, erklärte Marlis Spieker-Kuhmann vom DRK Borken begeistert den Gästen der morgendlichen Eröffnungsfeier, „und ich hoffe sehr, dass wir als neue Nachbarn Teil dieser Gemeinschaft werden können.“ Denn Inklusion bedeute, dass alle mitmachen dürfen, keiner mehr draußen bleiben muss und Anderssein normal sei.

Auch Bürgermeister Friedhelm Kleweken betonte die Wichtigkeit von Integration und Teilhabe. „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen“, zitierte der Bürgermeister ein afrikanisches Sprichwort. Er sei davon überzeugt, dass das Dahliendorf Legden sowohl mit dieser neuen Einrichtung, aber auch mit den bereits bestehenden Institutionen diesem afrikanischen Anspruch gerecht werde.

Starke Geburtenjahrgänge

„Vor Jahren gab es auch in Legden die Diskussion zum Thema demografischer Wandel und es wurde überlegt, was mit den Kindergärten geschehen solle, wenn sie einst leer stehen würden“, erinnerte sich Kleweken. Doch dann sei alles ganz anders gekommen. „Die neuen starken Geburtenjahrgänge haben uns zum Handeln gezwungen und wir haben uns deswegen für den Neubau eines Kindergartens entschieden.“

„Ja, die Menschen haben offensichtlich mehr Spaß, Kinder zu bekommen“, bestätigte die stellvertretende Landrätin Magdalene Garvert die Ausführungen ihres Vorredners lächelnd. Doch es müsse nicht nur Angebote für die Kleinsten geben, sondern auch für Jugendliche, die eine besondere Form der Unterstützung benötigen, so Garvert. „In den vergangenen Jahren haben das DRK und der Kreis Borken in vielen sozialen Einrichtungen, Betreuungsangeboten und auch in der Flüchtlingshilfe gezeigt, wie gute Zusammenarbeit funktioniert. Es ist toll, dass nun hier in Legden auch ein Projekt für autistische Jugendliche ins Leben gerufen wurde und ihnen eine Perspektive gegeben wird.“

Gelebte Inklusion

„Uns kommt heute eine der wohl schönsten Aufgaben zu“, freute sich DRK-Vorstand Jürgen Puhlmann, „nämlich eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche zu eröffnen.“ Sein Dank gehe an alle Beteiligten und vor allem an die Gemeinde Ledgen für die produktive Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt. Wie fruchtbar soziale Arbeit und gelebte Inklusion sein kann, zeigten auch die musikalischen Beiträge.

Während die Kindergartenkinder voller Inbrunst das DRK-Lied zum Besten gaben, brachten die jungen Sänger des Legdener Kinder- und Jugendchors mit dem Lied „Wir sind Kinder einer Welt“ den Leitgedanken des Hauses Mühlenbach auf den Punkt.

Lesen Sie jetzt