Hegeringsleiter Clemens Freiherr von Oer mahnt Verkehrsteilnehmer zur Besonnenheit

Wildwechsel

Herbstzeit ist Wildzeit – der Mais wird von den Feldern geerntet, die Tiere, die in den Feldern lebten, müssen sich einen neuen Lebensraum suchen. Im Gespräch mit der Münsterland Zeitung erklärt der Hegeringsleiter für Schöppingen und Legden, Clemens Freiherr von Oer, wie Verkehrsteilnehmer Gefahrenstellen für Wildwechsel erkennen und richtig handeln.

LEGDEN

von von Kai Lübbers

, 03.10.2013, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hegeringsleiter Clemens Freiherr von Oer mahnt Verkehrsteilnehmer zur Besonnenheit

Bereits achtmal musste Clemens Freiherr von Oer in diesem Jahr nach einem Wildunfall ausrücken, dabei sind ihm besondere Unfallschwerpunkte aufgefallen. „Die Strecke von Ahaus nach Schöppingen, an der Autobahnüberführung ist so ein Punkt. Zudem gibt es auf der Strecke Stadtlohn nach Legden einen Unfallschwerpunkt, das kurze Stück hinter der Dinkelbrücke wo die K33 über die Autobahn führt“, klärt er auf. Zu über 90 Prozent seien Rehe beteiligt, fügt der Jäger hinzu. Besonders gefährlich seien Flächen, wo der Wald bis an die Fahrbahn angrenzt und sich ein Feld auf der anderen Seite befindet. Das Rehwild wird mit der Maisernte aus seinem Wohnraum vertrieben und sucht einen neuen Einstand. Das kann ein Wald, ein Blühstreifen oder ein Heckengrundstück sein.

Besonders groß ist die Gefahr eines Zusammenstoßes mit einem Reh am frühen Morgen. „Das ist durch die Lebensweise als Wiederkäuer bedingt. Zu Beginn des Tages ziehen die Rehe dahin, wo sie den Tag verbringen wollen und überqueren dabei nicht selten Land- oder Bundesstraßen“, erklärt der Freiherr von Oer. Er rät, gerade im Herbst, alle Verkehrsteilnehmer zur Besonnenheit – angepasste Geschwindigkeit, besonders dort, wo schon Wildwechsel Schilder aufgestellt sind. Taucht ein Reh auf der Fahrbahn auf, „unbedingt das Lenkrad festhalten und geradeaus weiterfahren. Ein Ausweichmanöver endet oft im Gegenverkehr oder im Straßengraben.“ Der Hegeringsleiter weist darauf hin, dass Rehe keinen messbaren Schaden im Mais verursachen würden, da sie als Wiederkäuer auch auf andere Nahrungsformen angewiesen sind. Bei einem Wildunfall entsteht hingegen oft ein Schaden von mehreren tausend Euro am Fahrzeug, darum „stets wachsam sein und nicht zu schnell fahren“, wiederholt der Freiherr sein Anliegen.

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