Unterricht in den Sommerferien: „Das Glück der Erde“ ausprobieren

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Mittwochnachmittag, Sommerferien, Unterricht. Aber nicht in der Schule: Änne (9), Clemens (7) und Hedda (8) sind mit Nicole Volmer und Pony Vanilla verabredet. Zum Reitunterricht.

Legden

, 10.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Nachmittag in den Sommerferien auf dem Gelände des Zucht-, Reit- und Fahrvereins Legden am Bleikenkamp. Es ist ruhig, aber nicht so ruhig wie zu Zeiten der Abstandsregelungen wegen der Corona-Pandemie. Da ruhte der Unterricht bis Ende Mai, die Mädchen, die die Schulponys pflegen, mussten dafür sorgen, dass diese auch genügend Bewegung bekamen.

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Reitstunde in der Legdener Reithalle

Nach der Corona-Zwangspause stieg Nicole Volmer bei ihrem „Heimatverein“ ein: Nach 18 Jahren beim Reitverein Ahaus unterrichtet die gebürtige Legdenerin, die früher bei S-Springen antrat, jetzt am Bleikenkamp. „Hier ist nachmittags immer etwas los“, sagt sie. Wegen der Coronapause habe sich der Verein entschieden, in den Sommerferien durchzumachen.

Auf dem Gelände haben Vereinsmitglieder ihre eigenen Pferde untergestellt, können sie dort reiten oder in der neuen Führanlage bewegen. Am Mittwochnachmittag dreht auch ein Traktor mit Mähmaschine seine Runden über die Grünanlage. Und drei Kinder steuern die Stallgasse an. Dort wartet Nicole Volmer, die Schulpony Vanilla schon aus der Box geholt hat.

Unterricht in den Sommerferien – Start mit Striegeln

Jede Menge Schwalben nisten im Stall, mehr Zwitschern als Wiehern ist zu hören. Die zehnjährige Schimmelstute steht ganz ruhig da und genießt es, gestriegelt zu werden. Selbst, als alle drei Kinder an ihr herumbürsten, bleibt sie ganz ruhig. „Sie ist lieb, ein erfahrenes Schulpony“, erklärt die Reitlehrerin.

Striegeln, Zaumzeug und satteln gehören zum Reitunterricht dazu.

Striegeln, Zaumzeug und satteln gehören zum Reitunterricht dazu. © Anne Winter-Weckenbrock

Die Pflege mit verschiedenen Bürsten und das Hufe auskratzen gehört zum Reitunterricht dazu. Und das Aufräumen: Änne schnappt sich Besen und Schaufel und bringt den aus den Hufen gekratzten Dreck weg. Clemens ist am Mittwoch an der Reihe und darf Vanilla von der Stallgasse in die kleine Reithalle führen.

Nicole Volmer hilft dem Siebenjährigen aufs Pferd und stellt die Steigbügel richtig ein. Dann geht es los, und – Überraschung – Nicole Volmer lässt zum ersten Mal die Longe weg. Vanilla läuft frei, Clemens muss lernen, dem Pony mit Schenkeldruck und dem Zügel die Richtung vorgeben.

Reitanfänger haben auf eine Menge zu achten

Genauso Hedda und Änne, die nach Clemens in den Sattel steigen und eine Runde durch die Halle drehen oder „ein halbes Herz“ reiten: An den Wänden der Halle sind Buchstaben befestigt, und Nicole Volmer gibt vor, von welchem Buchstaben zu welchem die Kinder reiten sollen – und welche Formen. Dabei hat sie Pony und Reiter genau im Blick und greift korrigierend ein: „Rücken strecken“, „die Ferse mehr nach unten“, „die Fäuste höher“: Die Reitanfänger haben auf eine Menge zu achten.

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Reitstunde mit Schulpony Vanilla in Legden

Was ist nachmittags in den Sommerferien so los an der Reithalle der Zucht-, Reit- und Fahrvereins Legden? Auf jeden Fall werden Pferde bewegt. So auch Schulpony Vanilla, auf dem Clemens, Änne und Hedda mittwochnachmittags Reiten lernen.
10.07.2020
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Das gehört zum Reitunterricht dazu: Schulpony Vanilla wird gestriegelt, gekämmt und gesattelt. Das geduldige Pony hat auch nichts dagegen, wenn drei Kinder damit beschäftigt sind.© Anne Winter-Weckenbrock
Clemens ist heute an der Reihe: Er darf Vanilla zur Reithalle führen.© Anne Winter-Weckenbrock
Den Zügel richtig in die Hand nehmen und halten - und los geht es.© Anne Winter-Weckenbrock
Das gehört zum Reitunterricht dazu: Schulpony Vanilla wird gestriegelt, gekämmt und gesattelt. Das geduldige Pony hat auch nichts dagegen, wenn drei Kinder damit beschäftigt sind.© Anne Winter-Weckenbrock
Das gehört zum Reitunterricht dazu: Schulpony Vanilla wird gestriegelt, gekämmt und gesattelt. Das geduldige Pony hat auch nichts dagegen, wenn drei Kinder damit beschäftigt sind.© Anne Winter-Weckenbrock
Einer reitet, die anderen lernen beim Zuschauen.© Anne Winter-Weckenbrock
Schulpony Vanilla hat "geäppelt" – Änne holt die Pferdeäpfel aus dem Sandboden der Reithalle. Auch das gehört zum Umgang mit Pferden dazu.© Anne Winter-Weckenbrock
Zum ersten Mal ohne Longe auf Vanilla reiten - Clemens genießt diesen besonderen Augenblick im Reitunterricht.© Anne Winter-Weckenbrock
Aufstiegshilfe leistet Nicole Volmer auch - hier bei Hedda.© Anne Winter-Weckenbrock
Dass die Reiterin korrekt auf dem Pferd sitzt und die Steigbügel auf die richtige Länge eingestellt sind, ist wichtig. Nicole Volmer achtet genau darauf.© Anne Winter-Weckenbrock
Nicole Volmer hat Schulpony Vanilla und Reitschülerin Hedda genau im Blick beim Unterricht in der kleinen Reithalle in Legden.© Anne Winter-Weckenbrock
Nicole Volmer hat Schulpony Vanilla und Reitschülerin Hedda genau im Blick beim Unterricht in der kleinen Reithalle in Legden.© Anne Winter-Weckenbrock
Schulpony Vanilla und Clemens drehen Runden in der kleinen Reithalle, reiten aber auch mal ein "halbes Herz" von Buchstabe zu Buchstabe an der Hallenwand.© Anne Winter-Weckenbrock
Clemens hat Schulpony Vanilla von der Stallgasse in die kleine Reithalle geführt. Gleich geht es los.© Anne Winter-Weckenbrock
Spaß an der Bande© Anne Winter-Weckenbrock
Das gehört zum Reitunterricht dazu: Schulpony Vanilla wird gestriegelt, gekämmt und gesattelt. Das geduldige Pony hat auch nichts dagegen, wenn drei Kinder damit beschäftigt sind.© Anne Winter-Weckenbrock
Dass der Reiter korrekt auf dem Pferd sitzt und die Steigbügel auf die richtige Länge eingestellt sind, ist wichtig. Nicole Volmer achtet genau darauf.© Anne Winter-Weckenbrock

Es ist wie bei jedem Hobby, erzählt Nicole Volmer: Manche Kinder machen gerne weiter, andere hören auf. „Wenn keiner aufhört, kann keiner nachrücken“, sieht sie es pragmatisch.

„Du musst Vanilla auch mal loben“, ruft sie Hedda zu, die im Trab einen schönen Bogen von Buchstabe zu Buchstabe geritten ist. Die Peitsche lässt sie leise über den Sandboden surren, aber auch mit einem beruhigenden „Brrrr“ nimmt sie Kontakt zum Pony auf und unterstützt die Kommandos der Reitschüler.

Kleines oder großes Hufeisen

Jeden Tag sind Reitschüler an der Reithalle. Mal mehr, mal weniger. Zu Beginn sind auch eigentlich mehrere Jungen dabei. „Aber es reiten mehr Mädchen als Jungs“, hat Nicole Volmer festgestellt.

Wer gern reitet, macht in der Regel die ersten Prüfungen mit, den Basispass oder das kleine und große Hufeisen. Das Reitabzeichen ist dann schon die nächste Stufe – da kommt auch Theorie dazu. Und wer es mag und sein Hobby sportlich ausüben möchte, darf sich auch messen und bei Turnieren antreten.

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