Auch während Corona wird die Unterstützung von Ehrenamtlichen der Hospizbewegung Legden-Asbeck benötigt. Wenn Besuche und Sprechstunden wegen der Pandemie aber ausfallen, müssen Alternativen her. © picture alliance/dpa
Hospizarbeit

Hospizbewegung: So geht Sterbe- und Trauerbegleitung in Corona-Zeiten

Auch während Corona wird die Unterstützung von Ehrenamtlichen der Hospizbewegung Legden-Asbeck benötigt. Wenn Besuche und Sprechstunden wegen der Pandemie aber ausfallen, müssen Alternativen her.

Die Corona-Zeit ist für alle hart. Der verschärfte und verlängerte zweite Lockdown macht noch einmal deutlich, dass die Lage sich noch nicht entspannt hat. Besonders trifft es jedoch die Menschen, die gerade jetzt Nähe und Hilfe bräuchten.

Als im November die Gastronomie schließen musste und im Dezember dann der zweite harte Lockdown folgte, zog auch die St. Franziskus Hospizbewegung Legden-Asbeck die Notbremse.

Telefonische Beratung

Die Ehrenamtlichen haben sich Ende vergangenen Jahres für einen verantwortungsvollen Umgang entschieden und verzichten auf die Sprechstunden an Dienstagen und die Einzelbegleitungen an Samstagen in der Begegnungsstätte der Hospizbewegung. Ebenso finden seither der Trauertreff sowie das Friedhofscafé nicht statt.

Auch Hospizarbeit, die durch die Corona-Pandemie nicht mehr möglich ist: Renate Barenbrügge (M.) mit Kindern im Friedhofsgarten
Auch Hospizarbeit, die durch die Corona-Pandemie nicht mehr möglich ist: Renate Barenbrügge (M.) mit Kindern im Friedhofsgarten © MEISEL-KEMPER © MEISEL-KEMPER

Trotzdem sind die Ehrenamtlichen auch weiterhin eine Unterstützung für diejenigen, die Sterbe- oder Trauerbegleitung dringend benötigen. „Wir sind trotzdem noch für Sterbende da, wenn auch nicht persönlich“, sagt Renate Barenbrügge von der Hospizbewegung im Gespräch mit der Redaktion. Für diejenigen, die dringend Hilfe benötigen, gibt es eine Rufbereitschaft.

Emotionale Unterstützung

Durch die Coronaverordnungen gibt es nur noch telefonische Beratung. „Das haben wir auch im ersten Lockdown schon so gemacht“, so Barenbrügge. Das sei eine sehr gute Erfahrung gewesen, denn auch telefonisch könne man eine Menge machen. „Wichtig ist, dass jemand da ist, mit dem man sprechen kann und der Tipps gibt“, sagt Renate Barenbrügge im Gespräch mit der Redaktion.

Die Hospizbewegung nutzt die Corona-Zeit und ist gerade dabei, die Räumlichkeiten der Begegnungsstelle gemütlicher zu machen.
Die Hospizbewegung nutzt die Corona-Zeit und ist gerade dabei, die Räumlichkeiten der Begegnungsstätte gemütlicher zu machen. © Markus Gehring © Markus Gehring

Aber zum Glück gebe es auch die palliative Versorgung, damit die Sterbenden nicht unnötig leiden müssen und schmerzfrei sind. Emotionale Unterstützung gibt dann die Hospizbewegung St. Franziskus..

Über den Sommer war einiges möglich

Bis November sei über den Sommer noch einiges möglich gewesen. „Wir waren froh, dass wir von Juli bis Ende Oktober das Friedhofscafé stattfinden lassen konnten“, sagt Renate Barenbrügge. Am 19. September war dann die letzte größere Aktion der Hospizbewegung: der Trauerspaziergang. „Der wurde auch gut angenommen“, so Barenbrügge.

Im Dezember sollte im Dahliengarten auch noch so etwas wie ein Trauerspaziergang stattfinden, doch das hat wegen Corona nicht mehr geklappt. Stattdessen hat sich die Gruppe etwas einfallen lassen. Für Trauernde gab es Briefe, die Hoffnung schenken sollten.

Zwei Ehrenamtliche der Hospizgruppe seien zuletzt auch noch im Legdener Altenheim unterwegs gewesen und haben dort Bewohner besucht, unter Einhaltung der Corona-Maßnahmen natürlich.

Auch in der Begegnungsstätte der Gruppe an der Hauptstraße 128 in Legden habe man sich noch treffen können, wenn auch nur zu dritt, denn mehr hätten die Quadratmeteranzahl der Begegnungsstätte und die Vorgaben aus der Coronaschutzverordnung nicht hergegeben. Eigentlich gibt es aber sieben Trauer- und Sterbebegleiter.

Trost- und Trauerbriefe

Bereits im ersten Lockdown hatte sich die Hospizbewegung gefragt, wie man trotzdem für Sterbende und ihre Angehörigen da sein kann. „Wir haben uns gefragt, wie wir die Menschen erreichen können“, erinnert sich Renate Barenbrügge zurück. „Wir haben angefangen Trost- und Trauerbriefe an Angehörige zu schreiben, um die Trauernden zu erreichen.“

Für Trauernde gab es in den vorherigen Jahren im November immer eine Trauerfeier, die an die Verstorbenen erinnert und bei der der Verstorbenen gedacht wird. Auch die fiel im Jahr 2020 wegen Corona aus. Dafür schickten die Ehrenamtlichen der Hospizgruppe Weihnachtskarten als Trostbriefe zu den Angehörigen der Verstorbenen, „um Hoffnung über Weihnachten zu geben“.

Ehrenamtliche brauchen auch einen Abschluss

Renate Barenbrügge hat auch die Menschen angerufen, von denen sie dachte, „dass sie das jetzt einfach brauchen“, so die Ehrenamtliche. Zu einer Person sei die Legdenerin vor der Verschärfung des Lockdowns auch hingefahren, weil es dort Bedarf gab.

Das war wichtig, denn die Person ist innerhalb von zwei Wochen verstorben. Renate Barenbrügge war auf der Beerdigung und ist weiter mit der Familie in Kontakt. Viele Menschen haben zum Glück Familien, die sie auffangen, „aber es gibt auch Fälle, die niemanden haben“, sagt Renate Barenbrügge. Für die Sterbebegleiter selbst sei es auch wichtig, einen Abschluss zu finden, sie nehmen auf Beerdigungen Abschied.

Rufbereitschaft Hospizbewegung

Die Rufbereitschaft der Hospizbewegung St. Franziskus Legden-Asbeck ist unter der Telefonnummer 0160 4520030 zu erreichen.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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