Meinung

Hunderte Kilometer für Impfpass hin- und herfahren? Das ist Schwachsinn

Man gewöhnt sich an vieles, auch an unsinnige Regeln. Dass man aber am Wohnort keinen Digitalen Impfpass bekommen können soll, weil man woanders geimpft wurde, das geht mir nicht in den Kopf.
Ein Digitaler Impfpass soll laut Apothekerverband in räumlicher Nähe zum Impfort ausgegeben werden. © dpa

Es wäre ja auch zu schön gewesen, wenn eine Neuerung, die eigentlich eine Erleichterung für alle Menschen sein soll, tatsächlich von jetzt auf gleich funktioniert hätte.

Der Digitale Impfpass ist seit Montag am Start, eigentlich. Eine Vredenerin ist gleich los zur Apotheke, dort wollte sie ihren und den Impfausweise ihres Mannes vorzeigen und dafür zwei QR-Codes erhalten, die Digitalen Impfpässe.

Sie reihte sich schön in die Schlange ein und wartete. Als sie an der Reihe war, bekam sie eine ernüchternde Antwort. Sie könne in Vreden und generell im Kreis Borken keinen Digitalen Impfpass bekommen, weil sie nicht im Kreis Borken geimpft wurde. Gleiches gelte für ihren Mann.

Der Apothekerverband sagt dazu: „Es soll bei der Ausgabe der QR-Codes eine räumliche Nähe zum Impfort geben“. Damit die Apotheken die Nachweise besser beurteilen können. Aha, hätten die beiden also demnach erstmal nach Mecklenburg-Vorpommern fahren müssen, für ihren Digitalen Impfausweis? Denn dort hatten sie beruflich zu tun und bekamen einen Impftermin.

Ich finde das völlig unverständlich. Natürlich kann man davon ausgehen, dass versucht wird, Schmu zu machen mit den neuen digitalen Möglichkeiten. Aber sollte man nicht dort, wo man lebt, auch die Möglichkeit haben, einen Digitalen Impfpass zu bekommen? Wem nützt es denn, wenn ich dafür erst Hunderte von Kilometern hin- und herfahren muss?

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