In der Gaststätte Werning eröffnet Erlebnisgastronomie mit griechischen Wurzeln

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Lange Zeit stand die Gaststätte Werning leer. Ab April wird wieder Bier aus dem Zapfhahn fließen. Athanasios Tsiagkos und Vasileios Poumpouridis wollen hier Erlebnisgastronomie etablieren.

Legden

, 27.03.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es soll wieder Leben in die Gaststätte Werning kommen. Mit einem neuen Pächter geht es in der Traditionsgastronomie ab Mittwoch, 5. April, weiter. Offizielle Eröffnung ist für Athanasios Tsiagkos und Vasileios Poumpouridis am Samstag, 6. April.

Mehr als ein Jahr hat die Gaststätte leer gestanden. Ursprünglich wollten die Gastronomen bereits mit dem Stephanus-Steinigen im Dezember starten, einem Traditionstermin in der Kneipe an der Neustadt 7. Doch vor allem die Brandschutzverordnung machte weitere Arbeiten notwendig.

Weitere Restaurants in Ahaus und Dülmen

„Die Küche wurde komplett eingerichtet, der Fußboden neu gelegt, neue Tische und Stühle gekauft“, erzählt Christos Boskos. Er betreibt das griechische Restaurant Mythos in Dülmen und ist seit Dezember in Ahaus mit dem „Delphi“ in der Tückingstraße an einem weiteren Standort vertreten. In Legden wird er selbst nicht in Erscheinung treten.

Das überlässt er Athanasios Tsiagkos und Vasileios Poumpouridis. Tsiagkos kennen einige Legdener als Kellner in dem früheren griechischen Restaurant „Athene Palace“ an der Waldkrone. Poumpouridis ist gelernter Koch. Beide sind gerade dabei, die letzten Vorbereitungen zu treffen und der Gaststätte mit Schwarz-Weiß-Fotografien von berühmten Schauspielern oder schicken Sportwagen etwas Hollywood-Flair zu verleihen.

Fotografien von Hollywood-Größen und schicken Autos sollen der Kneipe ein eigenes Flair geben.

Fotografien von Hollywood-Größen und schicken Autos sollen der Kneipe ein eigenes Flair geben. © Ronny von Wangenheim

„Trinken, essen, feiern“, so fasst Christos Boskos das Konzept der Erlebnisgastronomie kurz zusammen. Zu allererst ist „Werning“ eine Kneipe. Es wird am Wochenende auch Kaffee und Kuchen geben, der zum Teil selbst gebacken wird. Auf der Speisekarte stehen vor allem Pizza oder Schnitzel, die Wochenendkarte kann dann auch mit Steaks oder Spareribs aufwarten. Einmal im Monat wird zu Veranstaltungen eingeladen, zu Musik, Themenpartys oder einem Lady-Abend. Im Hinterraum gibt es Billard, Darts und Kicker. Sollte es eine Nachfrage geben, so Christos Boskos, könnte auch die zurzeit nicht funktionierende Kegelbahn wieder fit gemacht werden.

Eisdiele und Biergarten

Gastronomie zu etablieren ist nicht leicht. So sagt es Christos Boskos. Sie haben sich genau umgesehen in Legden, bevor sie zugegriffen haben. „Hier gibt es nicht so viele Kneipen“, sagt er: „Wer ausgehen will, muss vor allem in Restaurants gehen. Das hier bei uns ist etwas anderes.“ Im Sommer, so erzählt er weiter, werden sie auch eine kleine Eisdiele einrichten und natürlich den Biergarten öffnen.

Der traditionsreiche Name Werning wird bleiben. „Bäckerei Konditorei August Werning“ steht über einem der Eingänge und erinnert daran, dass August und Maria Werning und später Sohn Hermann hier ab 1953 Bäckerei, Lebensmittelgeschäft und Schankraum betrieben.

Früher auch mit Cafe und Tante-Emma-Laden

Vor ihnen, auch davon zeugt eine Schrift in einem Eichenbalken am Haus, war hier „Homeyer, Wirtschaft und Bäckerei“ zuhause. Auch da wurde schon mit Lebensmitteln gehandelt. Frauen aus den Bauerschaften kamen oft nur sonntags ins Dorf – zum Kirchgang. Die Einkaufstaschen schickten sie bereits voraus – inklusive Liste, so hatte es Hermann Werning vor zehn Jahren an seinen letzten Arbeitstagen der Münsterland Zeitung erzählt. Nach der Messe holten die Bäuerinnen dann die vollen Taschen ab und tranken noch schnell einen Kaffee.

Ab 1983 und einem Umbau existierten Backstube und Tante Emma-Laden nicht mehr. 2009 setzten sich Hermann und Maria Werning zur Ruhe. Seit 2011 betrieben Jessica und Richard Wibbe die Gaststätte Werning mit vielen Aufs und Abs, bis sie im Februar 2018 den Zapfhahn hochdrehten. Ab 3. April wird das Bier wieder fließen.

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