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Wie Schüler der Brigidenschule mit dem iPad lernen

mlziPad-Schulprojekt

iPads gehören für die Schüler der Brigidenschule zum Alltag. So Mathe und Grammatik lernen, macht Spaß. Die iPads gibt es auch, um zu sehen, was an Sekundarschule und Gymnasium gelernt wird.

Legden

, 10.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Für die dritten Klassen der Brigidenschule ist das iPad inzwischen ein gewohntes Arbeitsgerät. Es vergeht kein Tag, an dem nicht die beiden großen Koffer mit den iPads in eine Klasse gerollt werden. Mathe, Deutsch oder Sachunterricht – für viele Lerninhalte gibt es Programme.

Ganz langsam haben sie sich in diesem Schuljahr an das Thema herangetastet – die Drittklässler und die Lehrer. Denn die iPads sollen in Zukunft noch viel wichtiger werden. Das „Schulübergreifende iPad-Projekt“ ist ein Leader-Projekt, das drei Orte und drei Schulformen verbinden wird.

Wie Schüler der Brigidenschule mit dem iPad lernen

Birgit Schmittwilken nimmt am Ende der Stunde alle iPads in Empfang. © Ronny von Wangenheim

Am Alexander-Hegius-Gymnasium (AHG) in Ahaus und an der Kreuz-Sekundarschule in Heek sind iPads in Klassen schon länger Realität. Die Brigidenschule in Legden dagegen hat in diesem Schuljahr erste Erfahrungen gesammelt. Wie geht man mit einem Tablet um: An einer Grundschule müssen anders als in den weiterführenden Schulen auch solche Grundlagen erlernt werden.

Fördern und fordern

Vor Ort in der Klasse 3b kann man staunen. Konzentrierte Ruhe herrscht im Klassenzimmer. Und das, obwohl die Schüler schon anstrengende Schulstunden hinter sich haben. Jeder hat ein iPad vor sich. Jeder lernt etwas anders. Waleria schaut kurz auf: „Das macht mir viel Spaß“, sagt sie und tippt die nächste Lösung an.

Wie Schüler der Brigidenschule mit dem iPad lernen

In zwei Koffern sind alle iPads untergebracht. Doris Borgert schaut, ob alle angeschlossen sind. © Ronny von Wangenheim

„Fördern und fordern“, so bringt es die stellvertretende Schulleiterin Doris Borgert auf den Punkt. Einer wiederholt noch einmal einfache Matheaufgaben, ein anderer ist schon mit komplizierteren Grammatikregeln beschäftigt. „Subjekt, Prädikat, Objekt ist für Schüler oft langweilig. Hier macht es Spaß“, sagt Doris. Ein- bis zweimal die Woche werden die iPads im Klassenverband eingesetzt, außerdem täglich in der Einzelförderung. Doris Borgert betont: „Sie machen keinen Quatsch damit.“

Vier Löwen, acht Mäuse, zwei Giraffen sind auf dem iPad zu sehen. Daneben Säulen, denen Waleria die Tiere zuordnet. Leo neben ihr zeichnet die Einwohnerzahl von Köln in einer Grafik ein. Und am Tisch nebenan geht es um Satzglieder. „Ist im Satz das Subjekt fett markiert?“ liest Lea und muss nur kurz überlegen.

Suchmaschinen für Kinder

Die Kinder lernen aber auch, mit Suchmaschinen umzugehen. „Blinde Kuh“, „Fragfinn“ oder „Helles Köpfchen“ sind Beispiele. Da werden beim Thema Wetter mal schnell die Temperaturen im Sauerland ermittelt. Beliebt ist auch „Math Fight“. Hier treten zwei Schüler gegeneinander an, wer am besten und schnellsten rechnen kann. „Viele spielen das auch zuhause“, berichtet Doris Borgert. Auch die Lern-App Anton wird von den Kindern häufig auch zuhause genutzt.

Wie Schüler der Brigidenschule mit dem iPad lernen

Waleria und Leo arbeiten individuell mit dem iPad. © Ronny von Wangenheim

Wenn die Schüler nach den Ferien in die vierte Klasse kommen, wird sich die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten weiter vergrößern. So können gut Referate vorbereitet und gestaltet werden. Andere Arbeitsweisen werden sich entwickeln, die später auch an den weiterführenden Schulen verwendet werden.

Die Lehrer nutzen die neuen Medien, um beispielsweise Fotos schnell auf alle iPads zu schicken oder auf den Monitor an der Wand. Mit einer Dokumentenkamera kann Musikunterricht oder das Theaterspiel aufgenommen werden, um hinterher gemeinsam zu sehen, was gut war und was noch besser werden kann. Und natürlich können die Lehrer auch überprüfen, wie weit die Kinder in ihren Aufgaben sind und was man vielleicht noch mal im Unterricht aufgreifen muss.

„Kinder lernen motivierter“

Birgit Schmittwilken, Klassenlehrerin der 3b sagt: „Ich hatte anfangs Bedenken, ob ich das hinbekomme. Aber ich habe nur positive Erfahrungen gemacht.“ Ihre Beobachtung: „Sie lernen motivierter.“ Und es sei auch ein Anreiz für Kinder, die gerne einmal klüngeln. „Sie sind motiviert, schnell zu sein, damit sie dann in den Genuss des iPads kommen“, sagt die Lehrerin.

Wie Schüler der Brigidenschule mit dem iPad lernen

Birgit Schmittwilken geht von Tisch zu Tisch und schaut, ob sie helfen kann. © Ronny von Wangenheim

Regelmäßig treffen sich Lehrer der drei Schulen und die Regionalmanager für die Kulturlandschaft Ahaus-Heek-Legden (AHL). Denn der Plan ist, dass sich die drei Schulen vernetzen. Dazu braucht es eine Plattform, auf die alle Lehrer und alle Schüler und damit auf das gesamte Material zugreifen können. Wenn Lehr- und Lerninhalte interschulisch vernetzt sind, kann das beim Übergang von Grundschule zu weiterführender Schule oder von Sekundarschule zu Gymnasium helfen.

Wie Schüler der Brigidenschule mit dem iPad lernen

Tessa und Flourinda arbeiten am iPad, jede nach ihrem individuellen Arbeitsplan. © Ronny von Wangenheim

Noch nicht ausgerüstet ist der Schulstandort in Asbeck. „Im kommenden Schuljahr wird Asbeck ausgestattet und in Legden kommt technische Ausstattung für drei weitere Räume“, sagt Doris Borgert. Im Neubau und den restlichen Klassen soll technische Ausstattung im kommenden Jahr möglichst über den Digitalpakt finanziert werden. Das Leader-Projekt läuft bis 2021.

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