Kleiderkammer eröffnet neu

Kleidung und Helfer gesucht

Pullis liegen in den Regalen, daneben T-Shirts und Hosen. Jacken und Kleider füllen Kleiderständer. Hedwig Wilpert blickt sich um in der neuen Kleiderkammer und sagt: "Eigentlich fehlt alles."

LEGDEN

von Ronny von Wangenheim

, 24.02.2016, 15:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auch Flüchtlinge wie Emina Medu (Mitte) oder Fatima Khaton (r.) helfen in der Kleiderkammer.

Auch Flüchtlinge wie Emina Medu (Mitte) oder Fatima Khaton (r.) helfen in der Kleiderkammer.

Die Legdenerin ist eine von fünf Frauen, die sich ehrenamtlich um die Kleiderkammer kümmern. Nachdem sie einige Zeit im Jugendhaus Pool provisorisch untergebracht war, wird jetzt mit einem neuen Team im benachbarten Gebäude des SuS wieder gestartet. Weitere Helfer werden noch gesucht. "Ein Team von acht bis zehn wäre gut", sagt Hedwig Wilpert. Das Ehrenamt soll schließlich Spaß machen.

Heute um 11 Uhr ist die Eröffnung. Dann werden erstmals wieder Kleidungsstücke und Schuhe abgegeben und neue Spenden entgegengenommen. Damensachen fehlen noch, Sportkleidung und -schuhe, Herrenkleidung in kleinen Größen. "XXL brauchen wir nicht", sagt Kirsten Hölscher. Ganz klar sind es vor allem Flüchtlinge, die in die Kleiderkammer kommen. Gerade die Männer sind meist klein und zierlich.

Früher im Altenwohnhaus

Maria Thesing und Hedwig Wilpert ist es aber wichtig, zu betonen: "Wir wollen die anderen wiederholen." Die anderen, das sind die Senioren aus dem Altenwohnhaus St. Josef und bedürftige Legdener. Sie kamen bis vor etwa zwei Jahren in die Kleiderkammer im Altenwohnhaus. Doch direkt unter dem Dach gelegen, war sie schwer erreichbar, und schloss deshalb. Thesing und Wilpert waren damals schon dabei und machen gerne wieder mit.

Mit der Eröffnung gelten neue Regeln. Es wird eine kleine Schutzgebühr erhoben. Und die Zahl der Kleidungsstücke, die abgegeben werden, soll begrenzt werden. Hier wollen die Helfer allerdings mit Feingefühl entscheiden. "Wenn ein Flüchtling neu ankommt und hat nicht viel mehr als Trainingshose, Pulli und Flipflops, dann bekommt er auch mehr", sagt Johannes Kuiper. Der Leiter des Jugendhaus Pool ist weiter als Ansprechpartner da für Helfer, Spender und Besucher.

Susanne Wolter, Kirsten Hölscher und Susanne Segbers engagieren sich auch als Integrationslotsen für Flüchtlinge. Susanne Wolter beschreibt den auslösenden Moment für ihr Engagement: "An der Sparkasse kam ein Mann auf mich zu und drückte mir seine Bankkarte und seine Pin-Nummer in die Hand. Er wusste nicht, wie er Geld abheben konnte. Das war erschreckend und traurig."

Kaffeetrinken

Inzwischen gibt es viele Kontakte. "Für mich ist es ein Gewinn, dass sie hier sind". Susanne Segbers sieht das genauso. Deshalb wollen sie in der Kleiderkammer auch bald eine gemütliche Sitzecke einrichten. Sie hoffen, dass Menschen auch einfach mal so auf einen Kaffee vorbeikommen.

Emina Medu, Fatima Khaton und Semhat Jemane werden das auf jeden Fall tun. Allerdings nicht wegen des Kaffees. Sie gehören zu den Flüchtlingen, die aktiv bei der Einrichtung der Kleiderkammer in der ehemaligen Umkleidekabine geholfen haben und dies auch weiter tun werden. "Wir bekommen Hilfe von Euch", sagt Semhar Jemane, die aus Eritrea nach Deutschland geflüchtet ist. "Es ist gut, dass ich auch Hilfe weitergeben kann."

Die Kleiderkammer neben dem Jugendhaus Pool, Nordring 37, hat geöffnet montags, 16 bis 18 Uhr, und donnerstags, 11 bis 13 Uhr.
Kleiderspenden können zu den Öffnungszeiten in der Kleiderkammer, ansonsten im Pool, montags bis freitags, 15 bis 21 Uhr, abgegeben werden.
L Ab sofort wird eine Schutzgebühr erhoben: Kinderkleidung 50 Cent pro Teil, Kleidung 1 Euro, Schuhe und Jacken 2 Euro.
Freiwillige Helfer können sich im Pool bei Johannes Kuiper, Tel. (025 66) 90 97 97, melden.

 

Lesen Sie jetzt