Konzertlesung mit Helen und Bernhard van Almsick kommt wohltätigem Zweck zugute

Gedichte und Musik

Wer am Ende eines Tages voller Jubiläumsfeiern Ruhe und Einkehr suchte, konnte das bei der Konzertlesung von Helen und Bernhard van Almsick in der Galerie Brücke in Asbeck am späten Sonntagnachmittag finden.

ASBECK

, 18.06.2014, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bernhard und Helen van Almsick gaben eine Konzertlesung.

Bernhard und Helen van Almsick gaben eine Konzertlesung.

Seine Musik schlug in seiner Zeit die Brücke zwischen christlicher und jüdischer sakraler Musik. Erstaunlich groß war das expressive Spektrum der Kompositionen, die van Almsick passend zu den Gedichten von Kaléko ausgewählt hatte. Genauso überraschend groß war das Klangspektrum dieses relativ kleinen Tasteninstruments, das wie eine Orgel über Register und ganz viel Beinarbeit steuerbar ist. Ging es um beinahe heitere, witzige Gedichte von Kaléko, hatte van Almsick ähnliche Passagen ausgewählt. Traurigkeit, das Gefühl der Einsamkeit, das in der Biografie von Kaléko begründet ist, fanden den Widerhall in der Musik von Lewandowski. Kaléko wurde in Galizien in eine jüdische Familie geboren und wuchs in Berlin auf. Mit ihrem zweiten Mann Chemjo Vinaver und ihrem gemeinsamen Sohn Steven emigrierten sie 1938 in die USA. Sie folgte Vinaver nach Israel, wo sie sich noch heimatloser vorkam. 1968 starb ihr Sohn Steven, 1973 Vinaver. Auf der Rückreise von Berlin nach New York starb sie 1975 in Zürich.

Helen van Almsick hatte Gedichte ausgewählt, in denen die Biografie dieser jüdischen Dichterin eine große Rolle spielte. Heiter und beschwingt klangen die Gedichte „Die Ameise“ und „Die Schnecke“. Ebenso heiter klang das Gedicht „Die Klavia-Tiere“, in denen es - mit einem amüsierten Seitenblick auf Bernhard van Almsick- um Pianisten ging, die lieber übten als liebten. „Die Elegie für Steven“ war ein zentraler Punkt der Traurigkeit und der Einsamkeit, die Kaléko mittlerweile heimgesucht hatte. Über die frühen Jahre im Exil dichtete sie bezeichnenderweise: „Auf nichts ist Verlass, nur auf ein Wunder….Zur Heimat erkor ich mir die Liebe.“ Begeisterter und berührter Beifall belohnte das Ehepaar für die Konzertlesung.

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