In der Kriminalstatistik 2020 schneidet die Gemeinde Legden gut ab. © (A) Laura Schulz-Gahmen
Kriminalität 2020

Kriminalität in Legden: Gemeinde ist nicht mehr Spitzenreiter in Statistik

Legden geht im Abwärtstrend der kriminellen Vergehen im Kreis mit. Ein Jahr zuvor war die Gemeinde noch an der Spitze der Gewalt-Statistik. Da wird Corona nicht ganz unnütz gewesen sein.

Wie sicher ist es in der Gemeinde Legden? Das zeigen die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für den Kreis Borken. Darin wird jährlich Bilanz zu den polizeilich bekannt gewordenen rechtswidrigen Verbrechens- und Vergehensfälle einschließlich der mit Strafe bedrohten Versuche registriert.

Gesamtkriminalität im Kreis Borken im Abwärtstrend

Insgesamt bewegt sich die Gesamthäufigkeit der kriminellen Vergehen im Kreis Borken im Abwärtstrend. 2020 waren es mit 19.570 Delikten 5,4 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahr. Am deutlichsten gefallen sind im Kreis die Fahrrad- und Autodiebstähle, am deutlichsten gestiegen die Taschendiebstähle.

Die Gemeinde Legden pendelt sich im Kreisvergleich im Mittelfeld ein. Deutlich besser im Vergleich zur Statistik aus dem Vorjahr. Da wird vermutlich die Corona-Pandemie mit von Bedeutung sein. Die Anzahl der Gesamtstraftaten beläuft sich 2020 auf 300. Damit bleibt die Gemeinde im kreisweiten Abwärtstrend. 13,8 Prozent weniger Straftaten sind es im Vergleich zu 2019.

145 Prozent mehr Verstöße wegen Drogenhandel und -schmuggel

Den deutlichsten Ausreißer nach oben in der Statistik haben die Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (BtmG) gemacht. Darunter fallen unter anderem der Erwerb, der Besitz, der Handel und die Herstellung von illegalen Drogen oder Betäubungsmitteln.

2020 wurden in Legden 27 Verstöße gegen das BtmG bekannt. Das ist eine Zunahme von 145,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2019 waren es 11 bekanntgewordene Fälle. In diesem Bereich ist eine hohe Aufklärungsquote normal. Auch in Legden gab es bei der Aufklärungsquote mit 96,3 Prozent kaum noch Luft nach oben.

Anstieg der Fälle von Kinderpornographie bereitet Sorge

Ebenfalls nach oben gegangen sind Ladendiebstähle (+100 Prozent), Wirtschaftskriminalität (+100 Prozent), Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (+72,7 Prozent), Diebstähle aus Autos (+17,6 Prozent) sowie Fälschungsdelikte (+8,7 Prozent). Alle anderen Bereiche konnten in Legden im Vergleich zu 2019 eine Abnahme der Fälle verzeichnen.

Sorge bereitet Kriminaldirektor Carsten Berg, dem ranghöchsten Kriminalbeamten im Kreis Borken, der Anstieg der angezeigten Fälle von Kinderpornographie – von 69 im Jahr 2019 auf 189 im zurückliegenden Jahr im Kreis. Das fällt unter den Bereich „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“, der auch in Legden besorgniserregend gestiegen ist. 2019 waren es 11 bekanntgewordene Fälle, 2020 dagegen 19.

Rückgang der Gewaltkriminalität wegen Corona-Pandemie?

Straftaten gegen das Leben, sprich Mord, Totschlag oder fahrlässige Tötung, hat es 2020 wie bereits 2019 in Legden nicht gegeben. Deutlich runtergegangen ist die Gewaltkriminalität. Darunter fallen unter anderem schwere Körperverletzung, Raub, Vergewaltigung, Mord und Geiselnahme. 2019 sind 23 Fälle von Gewaltkriminalität in Legden bekannt geworden. 2020 sind es mit 6 Fällen deutlich weniger, nämlich ein Minus von 73,9 Prozent.

Auch diese Statistik lässt sich nicht ohne die im Jahr 2020 dominierende Corona-Pandemie auswerten. So war die Gewaltkriminalität im vergangenen Jahr in Legden vor allem wegen Straftaten im Dorf Münsterland an der Spitze im Kreis. Die meiste Zeit im Jahr 2020 war das Partydorf jedoch geschlossen.

Trotzdem sollte der Abwärtstrend in der Statistik nicht nur auf Corona reduziert werden, so Landrat Dr. Kai Zwicker: „Der Rückgang der Gesamtkriminalität entspricht beispielsweise dem Trend der letzten Jahre, in denen auch die Wohnungseinbrüche bereits zurückgingen. Dass die Menschen im letzten Jahr mehr zu Hause waren, mag sicher manchen Einbrecher zusätzlich abgeschreckt haben.“

Über die Autorin
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In der Grafschaft Bentheim aufgewachsen, während des Journalismus-Studiums in NRW verliebt. Danach über 2 Jahre in Kanada gelebt und jetzt wieder zurück im Lieblingsbundesland. Seit 2020 Volontärin bei Lensing Media
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Anne Schiebener

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