Kuriositäten auf vier Rädern

Internationales VW-Treffen

Wer Lust auf eine Runde Playstation hat, der sollte in den Polo von Dennis einsteigen. Im Fußraum der Beifahrerseite ist durch eine Scheibe die Spielekonsole inklusive Verkabelung zu sehen. „Ich habe eine zweite Bodenplatte eingebaut“, erklärt der 27-Jährige die technischen Raffinessen dahinter.

LEGDEN

von Rupert Joemann

, 08.09.2014, 15:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Genauso ausgefallen sind die weißen Ledersitze aus echtem Nappa. Auf die setzt sich Dennis nur mit einem speziellen Bezug. „Die Kleidung färbt sonst schnell auf dem weißen Leder ab“, erklärt der Tuning-Fan. Im Kofferraum ist als Design-Highlight eine rote Kunststoffhand montiert. „Die ist von meiner Ex“, sagt der 27-Jährige lachend. An seinem Polo „ist fast jede Schraube gedreht, aber die Grundform besteht noch“. Genauso wie beim Polo von Maik. Einer der rund 250 Besucher schiebt ein Stück Papier zwischen Reifen und Karosserie. Viel mehr passt auch nicht dazwischen. Der Laie fragt sich, wie der 33-Jährige die rund 400 Kilometer aus dem Saarland so zurückgelegt hat. 

Maik präsentiert die Lösung: Er zückt seinen Autoschlüssel und drückt einen Knopf. Prompt fährt die Karosserie über den Hinterrädern ein paar Zentimeter höher, ein zweiter Knopfdruck und sie hebt sich vorne. Der Polo Baujahr 1997 ist sein erstes Auto, das er seit 1999 besitzt. „Damals habe ich noch nicht an Tuning gedacht“, erzählt der Saarländer. Das kam erst mit der Zeit. Mittlerweile nimmt er in Europa an Wettbewerben der Sound-Serie teil. „Dabei geht es nicht um Lautstärke, sondern um den Klang“, betont Maik. Doch aus den Boxen kommt schon ordentlich was raus. Um die Schwingungen zu verringern, hat er extra die Seitentüren mit Dämmmaterial ausgefüllt. Der 33-Jährige legt viel Wert auf Details.

So sind die Felgen Einzelanfertigungen. Nur über eins ist er nicht ganz glücklich, die gravierte Scheibe hinten links. „Das ist eine Jugendsünde. Andere tätowieren sich, ich habe die Scheibe graviert. Die kommt aber noch raus.“ Erst am Anfang seiner Tuning-Laufbahn steht Benjamin aus Wesel. Seinen Jetta 2 aus dem Jahr 1990 hat er in Baden-Württemberg für kleines Geld gekauft. „Die Rückfahrt hat er gerade so geschafft“, schmunzelt der 24-Jährige. Neue Ledersitze, die er sich in Hamburg gekauft hat, sind schon eingebaut. Genauso wie eine neue Motorhaube mit einem Airbrush-Motiv. „Fertig wird der Wagen aber nie. Das wäre auch langweilig.“

Dennis würde seinen getunten Polo 6 N auch nie verkaufen. „Mein Herz würde brennen, wenn der Wagen verkommen würde.“ Wenn er ihn schon verkaufte, dann nur in Einzelteilen. Doch daran denkt er nicht. Muss er auch nicht. Das 20 Jahre alte Schätzchen hat ja auch erst 102 000 Kilometer auf der Tachoscheibe. Da kann er noch so manche Runde auf der Playstation spielen.

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