La Pizzeria backt jetzt in der Gaststätte Werning Pizza, Gäste bleiben erst mal vor der Tür

mlzGastronomie in Legden

In die Gaststätte Werning kommt wieder Leben. Familie Dimirovski backt jetzt an der Neustadt Pizza. Die Corona-Pandemie macht den Neustart schwierig, aber mit viel Desinfektionsmittel geht es.

Legden

, 25.03.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war so ein schöner Plan. La Pizzeria startet neu in der Gaststätte Werning an der Neustadt. Es soll viel mehr sein als nur eine Pizzeria. Doch jetzt ist es wegen der Corona-Pandemie erst einmal nur ein Lieferservice und Abholdienst, den die Familie Dimirovski anbietet. Am Freitag, 27. März, geht es los.

Der Umzug war notwendig. Der alte Standort an der Osterwicker Straße 1 wird abgerissen, weil dort Wohngebäude gebaut werden. „Zum Glück haben wir sogar etwas besseres gefunden“, sagt Memet Dimirovski (29). Die Traditionsgaststätte Werning stand jetzt schon wieder eine Weile leer, nachdem die vorherigen Pächter dort schon nach kurzer Zeit aufgegeben haben.

Familie wollte unbedingt in Legden bleiben

Erst hat Memet Dimirovski noch gezögert. „Werning ist ja eigentlich eine Kneipe“, sagt er. Doch der Standort ist gut, die Terrasse bietet neue Möglichkeiten. Und über die riesige Küche haben sie bei ihrer ersten Besichtigung gestaunt. Und schließlich, so Dimirovski, wollte man unbedingt in Legden bleiben, um beim Neustart auch auf die Stammkunden setzen zu können. „Wir dachten, ihr hört auf. Schön, dass ihr bleibt“, solche Reaktionen hat er in letzter Zeit oft erlebt.

Also griff die Familie, die ursprünglich aus Mazedonien stammt, zu. Seit Montag ist der alte Standort geschlossen. Der Umzug ist unproblematisch. In die Küche haben sie investiert, damit sie auch dort Pizza und Pasta anbieten können. Kneipe und der Restaurant-Raum mit seinen vier Tischen wurden vor dem letzten Pächterwechsel renoviert und mit neuem Mobiliar ausgestattet.

Im Sommer soll es auch ein Café geben und die Terrasse geöffnet sein

La Pizzeria will sich ausweiten. Pizza, Pasta, Döner, Salate, demnächst Burger - das ist nur der eine Teil. Memets Ehefrau Egzuana Dimirovski ist für das Café zuständig, das es bald geben soll. Ein Eis essen auf der Terrasse, Crêpes oder Waffeln bestellen, einen Cocktail trinken, das soll möglichst bald möglich sein. Wenn die Temperaturen wärmer sind. Wenn es keine strengen Auflagen wegen der Corona-Krise gibt. Ob der 1. Mai wie geplant gehalten werden kann, wissen sie jetzt nicht.

Erst einmal bestimmen diese Auflagen das Geschäft. „Wir liefern nur aus oder man kann bei uns abholen“, so Memet Dimirovski. Kunden sollen draußen bleiben, das Bestellte wird rausgebracht. Drinnen in der Küche werde streng auf Hygiene geachtet. Und draußen zwischen Pizzeria und Straße wird nach jedem Kunden desinfiziert. Dass sie die Eröffnung wegen der derzeitigen Lage verschieben, haben sie aber nie überlegt. Für den Familienbetrieb, zu dem auch noch Bruder Magdijel gehört, ist das letztendlich auch eine finanzielle Frage.

Gaststätte mit langer Tradition

Das neue Firmenschild hängt seit dieser Woche über der Tür direkt unter zwei Schriften, die auf die lange Tradition als Gastronomiebetrieb verweisen. „Wirtschaft H. Homeyer Bäckerei“ steht über einem der Eingänge und erinnert daran, dass hier früher auch eine Bäckerei war. Und eingekauft haben die Frauen damals auch hier.

Ab 1953 übernahmen dann August und Maria Werning und später Sohn Hermann Bäckerei, Lebensmittelgeschäft und Schankraum samt Kegelbahn. Ab 1983 und einem Umbau existierten Backstube und Tante-Emma-Laden nicht mehr. 2009 setzten sich Hermann und Maria Werning zur Ruhe. Seit 2011 betrieben Jessica und Richard Wibbe die Gaststätte Werning mit vielen Aufs und Abs, bis sie im Februar 2018 den Zapfhahn hochdrehten. Nach einem kurzen (griechischen) Zwischenspiel kommt jetzt wieder Leben in den denkmalgeschützten Fachwerkbau.

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