Landwirte spenden Schutzkleidung für Legdener Ärzte

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Schutzkleidung fehlt Ärzten wie Pflegekräften. In Legden hatte ein Aufruf spontan Erfolg. Landwirte spendeten Ganzkörperanzüge und andere Materialien. Das wird auf Dauer aber nicht reichen.

Legden

, 29.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Martina Schrage sagt es ganz drastisch: „Wir hatten nichts mehr.“ In der Hausarztpraxis Münsterland ging die Schutzkleidung aus und auch in den anderen Arztpraxen in Legden sei es ähnlich gewesen. Um so mehr freute sie sich über eine Spende der Landwirte aus Legden.

Einmal-Overalls, Schuhüberzieher, Mundschutz und Einmalhandschuhe hat Martina Schrage, Geschäftsführerin des Gesundheitnetzes Gemeinsam Westmünsterland entgegengenommen und verteilt: Die beiden Arztpraxen in Legden, die Zahnarztpraxis Petra Eversmann-Beumer und der Pflegedienst Mathmann erhielten Material.

Christian Bomberg, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbands, hatte die Spenden zusammengetragen. Er hatte auf den Aufruf des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) reagiert. „Weil wir wussten, dass in Legden Material fehlt, haben wir die Schutzkleidung direkt hierher gegeben“, sagt er.

Spenden kamen in kürzester Zeit zusammen

Rund 100 Ganzkörperschutzanzüge, dazu einige Kartons Schuhüberzieher, Einmalhandschuhe und Mundschutz: „Da ist viel zusammengekommen“, so Bomberg. Kaum dass er seine Legdener Kollegen informiert habe, seien die Spenden schon bei ihm angekommen.

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Die Landwirte haben alle Schutzanzüge auf ihren Höfen, sei es für Kontrollen oder bei Hofbesuchen. Da diese durch die Ausbreitung des Coronavirus nicht möglich sind, konnten sie jetzt Material abgeben. Landwirte aus anderen Orten hatten ihre Spenden bei ihrem Kreisverband abgegeben, die diese an die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) spendeten. Diese betreibt unter anderem auch das Corona-Behandlungszentrum in Legden, wo ebenfalls sehr viel Schutzkleidung und Mundschutz benötigt wird.

Hausärzteverband bittet Unternehmen um Spenden von Schutzmasken

Auch der Hausärzteverband Westfalen-Lippe hat jetzt einen Spendenaufruf für Schutzmasken gestartet. „Wir bitten große und kleine Unternehmen um Unterstützung der Arztpraxen und Behandlungszentren vor Ort“, heißt es in einer Pressemitteilung vom Freitag. Angesprochen sind zum Beispiel Unternehmen, die selbst Schutzmasken im Einsatz haben, die aber aufgrund der Corona-Krise geschlossen sind. Das könnten zum Beispiel Nagelstudios, Tattoo-Studios, Lackierer oder Schreiner sein.

„Der Hausärzteverband verteilt sie dann an die Hausarztpraxen und regionalen Behandlungszentren vor Ort weiter“, erklärt Claudia Diermann, Geschäftsführerin der Hausärztlichen Service- und Wirtschaftsgesellschaft des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe. Das Team holt gespendete Masken, je nach Standort, entweder direkt ab oder organisiert die Weiterverteilung an Praxen oder Behandlungszentren vor Ort.

Wer Masken spenden möchten, kann sich melden bei Claudia Diermann unter Tel. (02303) 94292-100 oder per E-Mail unter claudia.diermann@hausaerzteverband-wl.de.

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