Darum tritt Bürgermeister Friedhelm Kleweken 2020 nicht mehr an

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Am 1. Oktober ist Friedhelm Kleweken 20 Jahre Bürgermeister der Gemeinde Legden. Ein Jahr später wird er es nicht mehr sein. In den Parteien werden Nachfolger gesucht.

Legden

, 27.09.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

21 Jahre Bürgermeister – das ist genug. So sagt es Friedhelm Kleweken und nennt damit einen von zwei Gründen, warum er im kommenden Jahr bei den Kommunalwahlen nicht mehr für das Amt des Bürgermeisters von Legden kandidiert. Viermal ist er angetreten, viermal wurde er gewählt.

„Das ist eine lange Zeit und dann noch mein Alter – 2020 dann 67 Jahre – das hat zusammengenommen meine Entscheidung beeinflusst“, sagt Friedhelm Kleweken im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Leicht gefallen ist das nicht, das spürt man. Da hat die Vernunft sicher über das Herz gesiegt.

Zwingend ist der Verzicht aus Altersgründen nicht. Die Altersgrenze für Bürgermeister lag bis 2007 bei 68 Jahren, dann wurde sie vom nordrhein-westfälischen Landtag abgeschafft.

Das Rathaus muss weiter funktionieren

„Ich werde das Amt noch ein Jahr mit Freude ausfüllen.“ Auch das sagt er. So einiges ist noch zu tun. „Man will das Amt ja auch übergeben, ohne große Lücken zu hinterlassen.“ Das Rathaus muss schließlich weiter funktionieren – auch in der Übergangsphase. Gewählt wird am 13. September.

Im Rathaus wissen sie schon länger, dass Friedhelm Kleweken nicht mehr weitermachen wird. Und auch die Fraktionen hat er bereits vor den Sommerferien in einer Sitzung des Ältestenrats informiert. In den Parteien haben schon die Überlegungen begonnen, ob und wen sie als Kandidaten aufstellen werden.

Die CDU:

Die CDU hat ein Gremium gebildet mit der Parteivorsitzenden Gabi Uppenkamp, ihren Stellvertretern Martina Schrage und Ulrich Hintemann sowie dem Fraktionsvorsitzenden Berthold Langehaneberg und seinem Vertreter Thomas Kockentiedt. Bereits seit Anfang 2018 beschäftigen sie sich mit dem Thema.

„Wir führen Gespräche“, so Gabi Uppenkamp, die sich aber noch nicht in die Karten schauen lassen will. „Er oder sie muss zur CDU passen“, sagt die Parteivorsitzende, „derjenige muss die Arbeit für Legden erfolgreich weiterführen.“ Und sie sagt auch: „Es ist ein Glück, dass wir einen CDU-Bürgermeister haben. Das hat sich positiv ausgewirkt.“

Soll es unbedingt ein Legdener sein? „Es wäre schön, wenn es ein Legdener oder eine Legdenerin ist, aber das ist kein Hauptkriterium“, so Gabi Uppenkamp. Da schauen sie lieber, ob jemand auch die Führungsqualitäten hat, um eine Verwaltung leiten zu können.

Anfang des Jahres will man zu einer Entscheidung kommen. Der oder die Person könnte sich dann für ein Votum bei einem Gemeindeparteitag im Januar den Mitgliedern vorstellen. Das sind in Legden rund 100. Und dann? Gabi Uppenkamp: „Und dann beginnt der Wahlkampf.“

Die UWG:

Vor vier Jahren ist Gerd Heuser gegen den Amtsinhaber Friedhelm Kleweken angetreten. 43 Prozent der Stimmen erzielte er damals. Will er es noch einmal versuchen? „Meine Überlegungen sind noch nicht abgeschlossen“, sagt Heuser auf Anfrage. Und ja, die Aufgabe, etwas gestalten zu können, reize ihn schon. Die Entscheidung, sagt der UWG-Fraktionsvorsitzende, hinge auch mit seinem beruflichen Umfeld zusammen.

Ob die UWG ihn unterstützen würde, ist nicht 100-prozentig sicher. Die Kandidaten, so der Vorsitzende Bruno König, müssen sich an Kriterien messen lassen, die die Unabhängige Wählergemeinschaft aufgestellt hat. Bruno König: „Uns ist nicht das Parteibuch das Wichtigste, sondern die Qualifikation.“ Man werde sich alle Bewerber anschauen, die in Legden ihren Hut in den Ring werfen, anhand der Kriterien bewerten und dann in Richtung Jahreswechsel eine Entscheidung treffen.

Neutralitätspflicht gefordert

Zu den Kriterien, die die UWG für wichtig hält, zählt besonders die Neutralitätspflicht. Der Bürgermeister soll unparteilich seine Aufgaben wahrnehmen. Transparenz in der Kommunalpolitik, Chancengleichheit aller politischen Parteien sind der UWG weiterhin wichtig. Bruno König weiter: „Als Repräsentant der Verwaltung soll er nicht nur fachliche Kompetenz haben, sondern auch soziale, charakterliche, rechtsstaatliche, demokratische und repräsentative Fähigkeiten haben."

Auch bei der UWG könnte eine Mitgliederversammlung sich mit möglichen Kandidaten befassen. Rund 160 Mitglieder, so Gerd Heuser, hat die UWG.

Die SPD:

Bei der SPD beschäftigt sich der Vorstand, allen voran die Partei- und Fraktionsvorsitzende Sigrid Goßling, mit der Bürgermeisterwahl. Bei einer Ortsvereins-Versammlung im November soll das Thema besprochen werden. Vielleicht findet sich da ja noch ein Kandidat aus den eigenen Reihen, den es bei den vier letzten Wahlen in Legden allerdings nie gab. Denkbar wäre es für die SPD auch, so Sigrid Goßling, einen geeigneten parteilosen Kandidaten zu unterstützen.

Denn auch das ist möglich bei Bürgermeisterwahlen. Kandidaten müssen sich nicht von Parteien aufstellen lassen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass auch Einzelkandidaturen erfolgreich sein können. Bestes Beispiel dafür ist Karola Voß in der Nachbarstadt Ahaus.

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