Legden hatte genau das passende Grundstück für 32-jährigen Unternehmer aus Stadtlohn

mlzNeuer Betrieb

Mit 25 gründet Hendrik Deitmer ein eigenes Unternehmen. Jetzt, sieben Jahre später will er erweitern, findet aber in Stadtlohn keine passende Fläche. Deswegen ist er nach Legden umgezogen.

Legden

, 02.04.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Bei Hendrik Deitmer läuft’s. Keine Frage: Gerade hat sich der 32-Jährige mit seinem Unternehmen in Legden angesiedelt. In diesen Tagen soll die Produktion von „Deitmer Maschinenbau und Handel“ an der Industriestraße beginnen. Dabei wollte Hendrik Deitmer eigentlich in Stadtlohn bleiben.

Aber noch einmal zurück zum Anfang. Hendrik Deitmer ist gerade 25, als er 2011 sein Unternehmen gründet. Da hat der ausgebildete Landmaschinenmechaniker und Feinwerk-Mechanikermeister schon eine Weile nebenberuflich an seinen Entwicklungen getüftelt. Deitmer spricht von sich eigentlich lieber als Meister im Maschinenbau. „Die offizielle Bezeichnung klingt so seltsam“, sagt er und lacht.

Ein Gerät und viele Werkzeuge

Der Schritt in die Selbstständigkeit klingt größer, als er für ihn war. „Wenn’s nicht geklappt hätte, wäre ich eben zurück in eine Anstellung gegangen“, sagt er. Als Meister im Maschinenbau müsse man sich schon anstrengen, um aktuell keine Stelle zu bekommen.

Legden hatte genau das passende Grundstück für 32-jährigen Unternehmer aus Stadtlohn

Grundgeräte in unterschiedlichen Größen. Rund 2100 Stück der Eigentwicklung hat Hendrik Deitmer schon verkauft. © Stephan Teine

Seine Entwicklung ist so etwas wie ein Schweizer Taschenmesser für Bagger und Radlader: An ein Grundgerät können zurzeit fünf verschiedene Werkzeuge angebaut werden: Kegelspalter, Erdbohrer, Wildkrautbesen, Baumstumpfbohrer oder Kreiselgrubber. Diese Werkzeuge erweitern dadurch den Einsatzbereich der Baumaschinen deutlich. „So etwas gab und gibt es bisher nicht“, sagt der junge Unternehmer. Natürlich könne man einzelne Anbaugeräte kaufen, die Modulbauweise und damit die große Flexibilität biete aber keiner seiner Mitbewerber.

Kunden kommen aus ganz Europa

Und damit hat er offenbar den Nerv der Industrie getroffen: Über 2100 Stück der Geräte hat er inzwischen gebaut und verkauft. In erster Linie in Europa. Kunden kommen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien, Niederlande, Luxemburg, England, Polen, Tschechien, Slowenien, Dänemark, Schweden, Finnland, Norwegen und Frankreich.

Aber auch nach Australien und sogar in die Antarktis hat er schon Anbaugeräte verschickt: Dort arbeitet eines seiner Geräte auf dem Forschungsschiff Polarstern. „Die Forscher untersuchen dort das Eis von unten“, erklärt Hendrik Deitmer. Dafür müssen sie Löcher ins meterdicke Packeis bohren, um den Tauchern den Einstieg zu ermöglichen. Und dazu nutzen sie eine Spezialanfertigung von Deitmer: „Zwei Bohrer mit 75 und 90 Zentimetern Durchmesser haben wir geliefert. Das war schon etwas Besonderes“, sagt Hendrik Deitmer. Zusätzlich mussten die Bohrer auch mit besonderen Klingen ausgestattet werden, damit sie überhaupt durch das Eis kommen.

Legden hatte genau das passende Grundstück für 32-jährigen Unternehmer aus Stadtlohn

Eines der Deitmer-Anbaugeräte im Einsatz in der Antarktis. © Deitmer Maschinenbau und Handel

Drei Mitarbeiter und drei Aushilfen beschäftigt er inzwischen. Neben den Grundgeräten und ihren Anbauteilen bietet das Unternehmen auch verschiedene Geräte aus der Forsttechnik – etwa Seilwinden, Sägespaltautomaten oder Wippkreissägen. Außerdem bietet er auch verschiedene Schlosserarbeiten im Kundenauftrag an.

Immer nah dran am Geschehen

Jetzt also der Neubau und Umzug: An der Industriestraße hat er auf einem 1700 Quadratmeter großen Grundstück eine neue Halle gebaut. 600 Quadratmeter Produktionsfläche plus Büros. Genug für die nächsten Jahre. Denn Hendrik Deitmer hat eine klare Vorstellung: „Ich möchte gar nicht zu sehr wachsen und dann nur noch verwalten“, erklärt er. Als Geschäftsführer möchte er auch in Zukunft ganz nah dran am Geschehen bleiben, will klein und flexibel bleiben. „Ich will einfach den Überblick behalten“, erklärt er.

Am Liebsten wäre er mit seinem Unternehmen auch in Stadtlohn geblieben. Bisher produzierte er in Sichtweite zum Unternehmen seines Vaters in Büren. Doch da wurde der Platz zu knapp. „Leider konnte mir die Stadt Stadtlohn nichts Passendes anbieten“, sagt er. Auch habe er das Gefühl, dass Legden jungen Unternehmern gegenüber offener auftrete. Zwar habe er auch dort leider keine Erweiterungsmöglichkeiten, wie er einräumt, aber so groß wollte er sein Unternehmen ja erstmal auch gar nicht werden lassen. „Wenn ich demnächst einmal so um die fünf Mitarbeiter habe, ist das schon gut“, erklärt er.

Legden hatte genau das passende Grundstück für 32-jährigen Unternehmer aus Stadtlohn

Hendrik Deitmer (32) hat sein Unternehmen in Stadtlohn gegründet. Jetzt ist er nach Legden umgezogen, weil er in Stadtlohn keine Erweiterungsflächen bekommen hat. © Stephan Teine

Auch wenn die Selbstständigkeit natürlich anstrengender sei als eine Position als Angestellter, bereut hat er seine Entscheidung dennoch nicht. „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, sagt er. Genug zu tun bleibt erst mal – auch abseits der eigentlichen Produktion. „Bis wir hier fertig sind, dauert es bestimmt bis Mai oder Juni“, sagt Hendrik Deitmer und zeigt auf den fast fertigen Neubau.

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