Glasklare Abstimmung: Die Gemeinde Legden will ab 2020 auf ein Klimaschutzkonzept setzen

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Der Klimaschutz ist ein zentrales Thema – auch oder gerade auf lokaler Ebene. Dessen ist man sich in Legden bewusst. Darum will die Gemeinde ab 2020 auf ein Klimaschutzkonzept setzen.

Legden

, 18.09.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Legden werden mit Blick auf den Klimaschutz Nägel mit Köpfen gemacht. Denn das seit 2017 in den politischen Debatten im Raum stehende Klimaschutzkonzept soll 2020 endlich konkret angegangen werden. Im Umkehrschluss: Das Ausrufen eines Klimanotstandes wird es hingegen aus gutem Grund nicht geben.

Zwar muss der Rat den Beschluss des Bau- und Umweltausschusses noch absegnen, doch damit ist zu rechnen. Zur Einordnung: Mit Blick auf den Klimaschutz war die jüngste Sitzung des Bau- und Umweltausschusses im Haus Weßling richtungsweisend. Einstimmig beschlossen die Ausschussmitglieder, im kommenden Jahr das Klimaschutzkonzept für Legden auf den Weg zu bringen.

Klimanotstand ist in Legden kein Thema

Und genau deshalb – und weil die Gemeinde in den vergangenen Jahren schon allerhand Klimaschutzmaßnahmen in die Tat umgesetzt hat – wurde das Thema Klimanotstand ins Gedankenarchiv verschoben. Zwar nicht einstimmig, aber immerhin eindeutig mit sieben zu drei Stimmen.

Glasklare Abstimmung: Die Gemeinde Legden will ab 2020 auf ein Klimaschutzkonzept setzen

Auch die Brigidenschüler sorgen sich um das Klima. Sie marschierten im Juni zum Rathaus in Legden und überreichten Forderungen, mit den sich später auch die Politiker im Gemeinderat beschäftigten. © Ronny von Wangenheim

„Wir stehen voll und ganz zum Klimaschutz und haben hier in Legden schon einiges geschafft“, stellt Bürgermeister Friedhelm Kleweken auf Nachfrage klar. Gemeint ist damit zum Beispiel die Energiegenossenschaft Ahaus-Heek-Legden (Windkraftanlagen), die zahlreichen Fotovoltaikanlagen und auch ganz profane Dinge, wie etwa der Austausch von Heizungen in öffentlichen Gebäuden. Stichwort: energieeffizientere Systeme.

Gemeinde hat schon viele Klimaschutzmaßnahmen realisiert

Eine ganze Reihe von Klimaschutzmaßnahmen, die aber natürlich noch nicht das Ende der Fahnenstange sein dürfen. Dem ist man sich auch in der Politik und Gemeindeverwaltung bewusst. „Wir wissen, dass die bereits umgesetzten Maßnahmen noch nicht ausreichen, um nachhaltig ausreichend zu wirken. Darum wollen wir auf ein Klimaschutzkonzept setzen“, so Friedhelm Kleweken.

„Wir wissen, dass die bereits umgesetzten Maßnahmen noch nicht ausreichen.“
Friedhelm Kleweken

Dass die Sache erst 2020, also drei Jahre nach dem erstmaligen Gedankenanstoß, angegangen werden soll, ist in personellen Engpässen im Bauamt in der Vergangenheit begründet. Zwar soll ein Planungsbüro, so wie in der Nachbargemeinde Heek, das Konzept aufstellen, aber: „Trotzdem brauchen wir auch hier vor Ort die Manpower. Und jetzt haben wir diese.“

Der Auftrag muss ausgeschrieben werden

Und wie sieht konkret der Zeitplan aus? Zunächst muss die Gemeinde einen Förderantrag stellen, denn der Bund unterstützt Dinge wie die Aufstellung und Umsetzung eines Klimaschutzkonzeptes. „Wenn dann der Bescheid bei uns eingegangen ist, werden wir den Auftrag ausschreiben“, so der Bürgermeister.

Glasklare Abstimmung: Die Gemeinde Legden will ab 2020 auf ein Klimaschutzkonzept setzen

Windräder und Solaranlage sind in der Gemeinde Legden keine Seltenheit und ein guter Beitrag zum Klimaschutz. Stichwort: Ökostrom-Erzeugung. © dpa

Wenn alles glatt läuft, sei damit Anfang 2020 zu rechnen. Im Anschluss können sich Planungsbüros für die Durchführung bewerben und die Gemeinde muss entscheiden, wer den Zuschlag erhält. Voraussichtlich im Herbst 2020 wird es dann ganz konkret, sprich erste Auswertungen werden vorgenommen und erste Maßnahmen vorgestellt.

Kooperation mit der Gemeinde Heek eine Möglichkeit?

„Vermutlich werden die Gegebenheiten ähnlich wie in Heek sein“, so Friedhelm Kleweken. Darum sei es durchaus interessant, sich mit der Nachbargemeinde bezüglich der Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes kurzzuschließen. Denn in der Gemeinde Heek ist der Posten eines Klimaschutzmanagers der zentrale Aspekt, des dort entwickelten Konzeptes.

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Und im jüngsten Bau- und Umweltausschuss in Heek wurde bereits mit dem Gedanken gespielt, sich den Posten eines Klimaschutzmanagers mit einer Nachbarkommune, zum Beispiel Legden, zu teilen. „Wir werden sicher mit den Heekern diesbezüglich zu gegebener Zeit ein Gespräch suchen“, so Friedhelm Kleweken.

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