Dr. Alfred Mennekes mit einem der Lüfter, die in den Klassenräumen in Legden und Asbeck eingebaut wurden. Der Praxistest steht noch aus, ist aber erst möglich, wenn die Schulen wieder regulär öffnen. © Markus Gehring
Coronavirus

Legden rüstet 34 Klassenzimmer mit Lüftern von Dr. Alfred Mennekes aus

Erst war es nur eine fixe Idee. Jetzt ist die Entwicklung des ehemaligen Legdener Tierarztes Dr. Alfred Mennekes in 34 Klassenzimmern montiert. Und das Interesse an dem Lüfterkonzept steigt.

Der Einbau der Lüfter für die Klassenräume an den drei Schulstandorten in Legden und Asbeck ist fast abgeschlossen. Wie Bürgermeister Dieter Berkemeier am Dienstag auf Anfrage erklärte, müssten lediglich noch die Lamellen, die die Lüfter nach außen abschließen, installiert werden. Das soll am kommenden Montag geschehen. Damit wäre das Lüftungskonzept umgesetzt, das Dr. Alfred Mennekes im Rat kurz vor Weihnachten vorgestellt hatte.

Statt die Klassenräume lediglich durch offene Fenster zu belüften, sollen die neuen Lüfter die Luft in den Räumen schneller austauschen und so vor allem in der kalten Jahreszeit verhindern, dass die Räume auskühlen.

Lockdown für Schüler gilt trotz neuer Lüfter weiter

„Die Regelungen des aktuellen Lockdowns können wir damit aber leider nicht aufheben“, erklärt der Bürgermeister weiter. Dennoch ist er sehr zufrieden mit dem Einbau der Geräte in insgesamt 34 Klassenräumen.

Auch der Legdener Dr. Alfred Mennekes (71) verfolgt die Arbeiten gespannt: „Die Testergebnisse werden immer besser“, freut er sich. Demnach sind die Ventilatoren in den Klassenzimmern leiser als gedacht. „Wenn sie auf kleiner Stufe laufen, erzeugen sie nur rund 35 Dezibel und sind im Schulalltag praktisch nicht zu hören“, ergänzt er. Zum Vergleich: Das ist ungefähr so laut wie Blätterrascheln im Wind.

Interesse in der Nachbarschaft und beim Städtebund

Auch steige weiterhin das Interesse an dem Legdener Weg: „Die Stadt Münster, das Kultusministerium Niedersachsen und der Deutsche Städtetag interessieren sich für das Projekt“, sagt er. Sie würden nun auf die aufbereiteten Messergebnisse warten, die er in diesen Tagen zusammenstellen und weitergeben will.

Das bestätigt Dieter Berkemeier. Auch Bürgermeisterkollegen aus den umliegenden Städten und Gemeinden hätten sich nach dem System erkundigt. Vor Ort sei allerdings noch niemand gewesen.

Praxistest steht noch aus

Ebenfalls offen ist aktuell natürlich noch der Praxistest: Bevor nicht die ersten Schülerinnen und Schüler wieder in den Unterricht kommen, können die neuen Lüfter in der Praxis nicht getestet werden. Möglich wäre, dass der Schulbetrieb vorab mit Geräten simuliert wird, die ähnlich viel Kohlendioxid ausströmen, wie es eine Schulklasse tun würde. Ob das aber umgesetzt werde, sei zurzeit noch nicht klar.

Gerade im Vergleich mit verschiedenen Modellen von Luftreinigern verschiedener Hersteller aus der Industrie wirkt Alfred Mennekes‘ Entwicklung schon fast zu einfach. Doch der Legdener beharrt darauf, die bessere Lüftung zu präsentieren. Schließlich müsste auch mit den teuren Reinigungsgeräten regelmäßig gelüftet werden. „Die Luftreiniger filtern die Luft ja nur. Sie senken weder den CO2-Gehalt noch führen sie neuen Sauerstoff zu“, erklärt er. Dadurch müssten die Klassenzimmer auch mit den Luftreinigern regelmäßig gelüftet werden.

Max-Planck-Institut und Technische Hochschule arbeiten mit

Zur Erinnerung: Der ehemalige Legdener Tierarzt Dr. Alfred Mennekes hatte die Idee für die Lüfter in Legdener Klassenräumen Ende Oktober/Anfang November 2020 zusammen mit dem Max-Planck-Institut und der Technischen Hochschule Mittelhessen getestet. Ergebnis: Durch die starken Ventilatoren kann die komplette Luft in einem Klassenzimmer schneller ausgetauscht werden als durch normales Lüften. So könne die Belastung durch Aerosole und die möglicherweise daran anhaftenden Coronaviren reduziert werden. Gleichzeitig müssten die Fenster nicht mehr alle 20 Minuten für mehrere Minuten weit geöffnet werden.

Der Rat der Gemeinde hatte in seiner Sitzung vor Weihnachten noch grünes Licht für den Einbau der Geräte gegeben. Diese Entscheidung fiel auch mit Blick auf die Finanzen: Im Vergleich zu den rund 7400 Euro pro Klassenraum und Jahr für die Luftreiniger, schlagen die Ventilatoren mit nur rund 1000 Euro pro Raum zu Buche.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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