Legdener bekommen Blühwiese zum Mitnehmen im Marmeladenglas

Gemeinde Legden

Borretsch, Lupinen , Wilde Möhre und Königskerze sollen in Legdens Gärten und Wegen blühen. Ihre Samen gehören zu einer Mischung, die die Gemeinde kostenlos an alle Legdener abgibt.

Legden

, 05.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ralf Heuer verteilt ab Donnerstag die Blühsamenmischung im Kiebitzmarkt.

Ralf Heuer verteilt ab Donnerstag die Blühsamenmischung im Kiebitzmarkt. © Markus Gehring

Es soll mehr blühen in Legden und mehr Pflanzen geben, die Nahrungsgrundlagen für Bienen und andere Insekten bieten. Deshalb verteilt die Gemeinde Legden jetzt kostenlos Samen. Mehr als 40 Pflanzensorten sind in dem Saatgut enthalten.

Offiziell, so steht es auf der Homepage der Gemeinde, beginnt die Verteilung der Blühsamenmischung am Donnerstag, 7. Mai. Doch schon zu Beginn der Woche meldeten sich die ersten Interessenten im Kiebitzmarkt, Ahauser Straße 4. Wer Saatgut haben möchte, braucht nur ein Marmeladenglas mitbringen. Damit kann dann schon auf einer Fläche von rund 100 Quadratmetern eingesät werden.

Ohne großen bürokratischen Aufwand soll die Aktion ablaufen. So hatte es der Bauausschuss in seiner Sitzung am 25. Februar beschlossen. Alle Fraktionen hatten den entsprechenden Antrag der SPD begrüßt und auch gleich die praktischen Details mit dem Marmeladenglas abgesprochen. Als Partner für die Verteilung wurde der Landhandel Niehues mit der Filiale Kiebitzmarkt gewonnen.

Es gibt Saatgut, solange der Vorrat reicht

Finanziert wird die Aktion von der Gemeinde Legden. 1000 Euro hat die Gemeinde Legden für das Saatgut in den Haushalt aufgenommen. 30 Kilogramm Saatgut stehen bereit. Rein rechnerisch also Samen für 30.000 Quadratmeter. Abgegeben wird es im Kiebitzmarkt, solange der Vorrat reicht. Bei der Bauausschusssitzung wurde auf Heek verwiesen. In der Nachbargemeinde haben sich 2019 nur 24 Bürger ein Tütchen mit Saatgut abgeholt.

Auch die Gemeinde soll Grünflächen in Blühflächen umwandeln. Das war ebenfalls Teil des von allen Fraktionen beschlossenen SPD-Antrags im Bauausschuss. Die Gemeinde hatte zugesagt, an geeigneten Flächen Blühsamen zu säen. Mitarbeiter des Bauhofs hätten bereits Seminare zum Thema besucht. Zudem wurde auf Blühwiesen wie zum Beispiel an der Asbecker Skulpturenroute verwiesen. Im ehemalige Schulgarten der Sekundarschule würden außerdem verschiedenes Saatgut und Arten der Bodenbearbeitung getestet.

  • Zum Saatgut gibt es im Kiebitzmarkt und auf der Gemeinde-Homepage auch eine Anleitung: Die Blühmischung bietet den Insekten vor allem im Sommer und Spätsommer Nahrung. Sie beinhaltet Dill, Borretsch, Saflor, Koriander, Buchweizen, Sonnenblume, Lupine, Seradella, Phacelia, Ölrettich, Alexandrinerklee, Inkarnatklee, Weißklee, Perserklee, Schafgarbe, Färberkamille,Kümmel, Wiesenflockenblume, Wegwarte, Wilde Möhre, Wiesenpippau, Möhre, Wilde Karde, Natternkopf, Fenchel, Margeriten, Hornklee, Lichtnelke, Luzerne, gelber Steinklee, Nachtkerze, Esparsette, Spitzwegerich, kleine Braunelle, Wiesensalbei, kleiner Wiesenknopf, Taubenkropf Leimkraut, Rainfarn, Schwedenklee, Weißklee und schwarze Königskerze.
  • Saatzeit ist bis Juni (ab Bodentemperaturen von ca.10 Grad), eine Herbstaussaat ist bis Mitte August möglich.
  • Vorbereitung: feinkrümeliges, abgesetztes, rückverfestigtes Saatbeet herstellen, eine Konkurrenz durch andere Pflanzen vermeiden.
  • Aussaat: Aussaatstärke circa ein Gramm pro Quadratmeter, Ablage des Saatgutes nur oberflächlich, Anwalzen des Saatgutes für einen nachhaltigen Bodenschluss, Flächen müssen abgetrocknet sein, nur geringe Bedeckung der Saat mit Erde, Feldaufgang artenabhängig nach ein bis vier Wochen
  • Pflege: bei großer Trockenheit, insbesondere nach der Aussaat, regelmäßig gießen, eine Düngung wird nicht empfohlen.
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