Legdener feierten zünftig nach bajuwarischem Brauch

Oktoberfest

LEGDEN Bajuwarischer Festbrauch in preußischem „Feindesland“? Dazu mussten keine Bayern nach „Preußen“ auswandern, denn eine Mordsgaudi konnten die Legdener durchaus selbst herbeizaubern.

LEGDEN

von Von Elvira Meisel-Kemper

, 04.10.2009, 15:48 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Grundidee blieb. „Es soll einfach nur ein Fest für ganz Legden sein“, so Vorstandsmitglied Matthias Bröker. Mit der Idee entzündeten sie ein Lauffeuer der Mundpropaganda. Schränke wurden gesichtet, Nähmaschinen in Gang gesetzt und, wer weder Dirndl oder Lederhose im Schrank fand, wurde spätestens bei Ebay fündig. Der Vorstand orderte eine Ladung grauer Filzhüte – mit blauweißer Kordel für die rund 140 Gäste, zünftiges bayerisches Bier und die entsprechende Beflaggung. Die Musik brauchte auch nicht importiert zu werden. Einige Musiker des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Legden unter der Leitung von Frank Droppelmann hatten sich bayerisch gekleidet und animierten mit vielen Trinkliedern zum Mitsingen und Mitschunkeln. Schnell füllte sich der Saal – und ebenso schnell breitete sich eine fröhliche Stimmung aus. Filzbehütete Männer mit und ohne Krachledern und Dirndlträgerinnen bevölkerten den Saal. Und dazwischen die normale „preußische Zivilistenkleidung“. Die Stippvisite des „Geburtstagskindes“ Antonia Heutewert war ebenso ein Anlass zum Feiern. Sie wurde an diesem Tag stolze 88 Jahre alt. Doch was wäre ein Oktoberfest ohne zünftigen Fassanstich.

Mit einstündiger Verspätung flog Bürgermeister Friedhelm Kleweken unter Beifall zur Bühne, um unter den kritischen Blicken des Vorstandes seines Amtes zu walten. Bevor DJ Marc aus Ahle das Zepter übernahm, wurden die Sieger des Abends gekürt. Matthias Bröker wurde gefeiert für die zünftigen Krachledern, Kati, Mia und Indra für die schönsten Dirndl. Das Cliquenturnier mit Bierkrugstemmen und dem Nagelbalken gewannen die Mitglieder des Schützenthrons mit dem Königspaar Stefan Heeks und Gaby Fleige.

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