Legdener und Asbecker Mühlenbäche werden ökologisch aufgewertet

mlzMühlenbäche

An den Mühlenbächen in Asbeck und Legden wurde lange nichts getan. Darunter litten Natur und Tiere. Nun sind einige Maßnahmen geplant, um die Bäche aufzuwerten.

Legden

, 24.01.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die ökologischen Eckdaten der Legdener und Asbecker Mühlenbäche sprechen eine deutliche Sprache: Schlecht, schlecht und unbefriedigend lauten die Urteile der Messungen des Umweltministeriums Nordrhein-Westfalen. „Das Ergebnis überrascht nicht. Kaum ein Wasserkörper in NRW weist momentan einen guten Zustand auf. Das hat häufig damit zu tun, dass viele Wasserflächen überprägt wurden“, erklärt Carsten Bohn vom Landesverband der Wasser- und Bodenverbände Westfalen-Lippe (WuB).

Überprägen meint hierbei, dass Fließgewässer durch die Anlage von Querbauwerken und dem damit verbundenen Rückstau – zum Beispiel Wehranlagen –, Uferverbau oder auch Laufbegradigung verändert wurden. Davon sind auch die Legdener und Asbecker Mühlenbäche betroffen. Daher plant der WuB Maßnahmen, um das ökologische Potenzial zu steigern. Die Maßnahmen stellte Carsten Bohn kürzlich bei der letzten Ratssitzung in Legden vor.

Legdener und Asbecker Mühlenbäche werden ökologisch aufgewertet

An dieser Stelle des Mühlenbachs soll das Querbauwerk entfernt werden, damit die Tiere wieder hin- und zurückschwimmen können. © Maximilian Konrad

Zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinien sollen an insgesamt drei Stellen drei Baumaßnahmen durchgeführt werden. Die drei betroffenen Regionen sind im Bereich Hof Wallmann/Ecke Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt, Hof Daldrup und die Höfe Berning und Schiermann. „Wir werden am Hof Wallmann beginnen. Wir sind gerade dabei, die Genehmigungsunterlagen einzureichen und hoffen im Sommer oder Herbst dieses Jahres erste Vorhaben umzusetzen“, sagt Carsten Bohn.

Gewässerlauf soll neue Trasse bekommen

Am Hof Wallmann ist beispielsweise geplant, dass Sekundärauen angelegt und Uferböschungen in wechselnder Böschungsneigung- und ausgestaltung ausgebildet werden. Außerdem solle eine Neutrassierung des Gewässerlaufes erfolgen. Genau in diesem Bereich sollen Wurzelstubben und Stämme eingebaut werden. Damit soll die Strukturanreicherung gefördert werden. „Davon profitieren vor allem die Tiere vor Ort“, meint Alfons Büscher, Vorsteher des Wasser- und Bodenverbandes Oberes Dinkelgebiet.

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Zudem ist es das Ziel, einen fünf Meter breiten Pufferstreifen zwischen Acker und Asbecker Mühlenbach zur Minimierung von Einträgen in das Gewässer anzulegen. Zu guter Letzt will der WuB eine truppweise Bepflanzung der Uferböschung und Sekundäraue mit standortgerechten Gehölzen vornehmen.

Mit den Maßnahmen soll neben der Umsetzung der Kriterien der Wasserrahmenrichtlinien auch etwas für den Hochwasserschutz getan werden, nachdem zuletzt 2010 und 2016 Hochwasserkatastrophen die Gemeinde Legden trafen. „Wir schlagen damit zwei Fliegen mit einer Klappe“, meint Alfons Büscher. Die Gemeinde Legden arbeitet zurzeit an einem Hochwasserschutzkonzept.

Legdener und Asbecker Mühlenbäche werden ökologisch aufgewertet

Auch beim Hof Wallmann wird im Zuge der Wasserrahmenrichtlinie eine Baumaßnahme durchgeführt. © Maximilian Konrad

Außerdem betont Alfons Büscher, dass die Veränderungen auch der Umwelt und der Natur zugutekommen. Durch die Entfernung von Querbauwerken haben sämtliche Tiere beispielsweise die Möglichkeit, stromauf- und abwärts zu schwimmen, ohne einen Anstieg bewältigen zu müssen.

Gebiet bleibt Eigentum der Landwirte

Finanziert wird das Vorhaben zu 80 Prozent über das Land NRW mit dem Förderprogramm „Maßnahmen der Wasserwirtschaft“. Der Eigenanteil, der von der Gemeinde Legden getragen werden soll, kann durch Ökopunkte, Eigenleistungen oder andere Kompensationen beigesteuert werden. Als Gesamtkosten sind etwa eine Million Euro veranschlagt, sagt der Vorsteher Büscher.

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Voraussetzung für die Baumaßnahme ist, dass Flächen verfügbar gemacht werden müssen. Sprich: Landwirte treten Gebiete ab, damit die Mühlenbäche ausgebessert werden können. „Der Besitzer stellt eine Fläche zur Verfügung, aber das Gebiet bleibt sein Eigentum. Dafür erhalten die Landwirte eine einmalige Entschädigung“, erklärt der Legdener.

Büscher sprach mit Landwirten

Dabei geht es um den Unterschied zwischen Grünland und Ackerfläche, die eine höheren Bodenrichtwert hat. Da die Bezirksregierung 92 Prozent als Ackerflächen anerkennt und die Maßnahmen auch dem Hochwasserschutz dienen, soll die Gemeinde die Restfinanzierung in puncto Flächenverfügbarkeit übernehmen. Rund 20.000 Euro wird das kosten. Darüber wurde der Gemeinderat am Mittwochabend informiert. Aus allen Fraktionen kam Zustimmung zu den Vorhaben. „Die Gemeinde hat Mitfinanzierung zugesagt“, so Bürgermeister Friedhelm Kleweken.

Legdener und Asbecker Mühlenbäche werden ökologisch aufgewertet

Auch am Legdener Mühlenbach ist eine Maßnahme im Bereich Schiermann-Berning geplant. © Markus Gehring

Die Gespräche mit den Landwirten führte Alfons Büscher selbst. Das hat ihn einige Nerven gekostet. „Die Gemeinde hat sich da leider nicht drum gekümmert“, sagt er. Grundsätzlich hält er die Maßnahme für sinnvoll und notwendig. „Wir können damit mehrere Probleme auf einmal lösen und daher kann es nur gut für die Gemeinde sein.“

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