Legdenerin Christin Deuker wechselt von Kita in Ahaus an eine Schule in Namibia

mlzEin Jahr im Ausland

Die Legdenerin Christin Deuker hat in Deutschland schon vieles erreicht. Sie leitet die BBS-Kitas in Ahaus. Jetzt will sie etwas neues ausprobieren – in Namibia, weit weg von zu Hause.

Legden

, 18.08.2019, 14:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hakuna Matata“ – „Es gibt keine Probleme, alles in bester Ordnung“. Diesen Spruch aus der afrikanischen Sprache Swahili geben Kinder und Eltern aus den BBS-Kitas „Abenteuerland“ und „Regenbogenland“ der bisherigen Leiterin Christin Deuker mit auf den Weg. Die 30-jährige Legdenerin besteigt am 25. August (Sonntag) den Flieger nach Windhoek in Namibia. Zunächst für ein Jahr wird sie dort als Fachkraft an einer deutschen Privathochschule als Gruppenerzieherin arbeiten.

„Schon während meines Berufsanerkennungsjahres im ‚Regenbogenland‘ hatte ich den Wunsch, später einmal in der Entwicklungshilfe zu arbeiten“, sagt die Legdenerin. Vorerst allerdings schob sie die Träume beiseite und konzentrierte sich auf ihre Arbeit in der Einrichtung. Von der Gruppenleitung im „Regenbogenland“ wechselte sie 2014 als Kita-Leiterin ins „Abenteuerland“, seit zwei Jahren ist sie Verbundleiterin beider Ahauser BBS-Institutionen.

Christin Deuker weiß nicht genau, was sie erwartet

Was sie auf dem anderen Kontinent im Detail erwartet, weiß die junge Frau noch nicht genau. Die Bewerbung lief über Skype, das Bewerbungsgespräch hat sie allerdings davon überzeugt, sich mutig ins Abenteuer aufzumachen. Zwölf Monate wird sie die Schwangerschaftsvertretung für eine Kollegin übernehmen und währenddessen in einer WG für die Schulmitarbeiter untergebracht sein.

Legdenerin Christin Deuker wechselt von Kita in Ahaus an eine Schule in Namibia

Die Kinder in den Kitas haben Abschiedsgeschenke überreicht. © BBS-Foto

„Ich kann nicht genau sagen, was es ist, das mich nach Namibia zieht. Das Land und die Menschen sind es auf jeden Fall. Und natürlich auch ein wenig meine Reiselust“, versucht sich Deuker an einer Erklärung. Hier in Deutschland, so sagt sie, „wäre mein beruflicher Werdegang jetzt erst einmal zu Ende. Ohne Studium könnte ich mich nicht weiterentwickeln. Da bleiben nur die Alternativen, an die Hochschule zu gehen – oder halt ins Ausland.“ Ihre Wahl fiel auf letzteres. „Ich sehe dies als Chance, mich zu orientieren und herauszufinden, wo mein weiterer Weg hinführen könnte“, meint die junge Frau.

WG statt eigene Wohnung

In der Schule in Windhoek wird die Münsterländerin für Kinder im Alter zwischen zwei und sechs Jahren zuständig sein, die dort – sofern sie nicht aus einem deutschen Elternhaus stammen – zum ersten Mal in den Kontakt mit der europäischen Sprache kommen. „Die berufliche Ausgangssituation ist also ähnlich wie hier“, freut sich die Legdenerin.

Nur das Drumherum, das dürfte sich wesentlich von den hiesigen Verhältnissen unterscheiden: WG statt wie bis dato eigene Wohnung, die Verständigung im Alltag überwiegend in englischer Sprache, Linksverkehr, eine völlig andere Infrastruktur.

Wohnung leer geräumt und ausgemistet

Die letzten Wochen hat Christin Deuker damit verbracht, in ihrer Wohnung „klar Schiff“ zu machen. Zwei Koffer wird sie mitnehmen, mehr Gepäck ist nicht drin. „Da musste ich mich schon von vielem trennen. Vor allem von Kleidung“, lacht sie. Das, was ihr am Herzen liegt, wird entweder bei ihren Eltern eingelagert – oder halt im Koffer verstaut. „Eine gute Kamera, Powerbanks, das Handy, meine Chucks auf jeden Fall, Erinnerungsfotos und der persönlicher Schmuck sind Dinge, die garantiert mit auf die Reise gehen“, hat sie erste Teile schon auf ihre Liste geschrieben.

Auch die Geschenke aus den Kindergärten – vom T-Shirt bis zum Reisetagebuch – werden dabei sein. „Hinzu kommt ein Schweizer Taschenmesser für meine Sicherheit sowie eine Taschenlampe. Als Frau soll man dort abends nicht alleine im Dunkeln spazieren gehen, hat man mir empfohlen“, hat sie verschiedene persönliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Auf allen Seiten sind Tränen geflossen

Klar sind auch Tränen geflossen. Bei den Kindern, „weil Christin zu den Löwen geht“, bei ihr, die „ein doch sehr behütetes Leben verlässt“, auf Seiten ihrer Kolleginnen wie auch ihrer Vorgesetzten, die sie in ihrer fröhlichen Art schätzen. „Ich werde mich ganz sicher zwischendurch melden“, verspricht die Legdenerin mit einem Kloß im Hals. Aus Namibia, vielleicht auch aus Kapstadt, Madagaskar oder aus den Wildparks. „Ich möchte neben meiner Arbeit so viel wie möglich sehen“, erhofft sie sich. – „Hakuna Matata, Christin!“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt