So kann es aussehen, wenn den Hunden Freilauf gestattet ist. Ein Bild aus Steinfurt. © Guido Kratzke
Neuer Antrag

Legdens Hunde müssen auf eine Spielwiese noch warten

Den Wunsch gibt es schon lange, bislang aber wurde nichts aus einer Spielwiese für Hunde in Legden. Jetzt gibt es einen neuen Anlauf, dass sie doch noch Realität werden könnte.

Das Thema Hundeplatz hat eine lange Vorgeschichte, die bislang keinen Abschluss gefunden hat. Jetzt hat eine Legderin, die ausdrücklich nicht genannt werden möchte, einen Antrag an die Gemeinde auf Einrichtung einer „eingezäunten Hundewiese“ gestellt.

Auch der Ausschuss für Bauen, Planen, Landwirtschaft und Umwelt traf in seiner jüngsten Sitzung dazu keinen Beschluss, man will aber mit der Antragstellerin im Gespräch bleiben. Beide Seiten wollen zudem nach einem geeigneten Grundstück Ausschau halten. „Voraussetzung ist aber die Gründung eines Vereins“, betonte Bürgermeister Dieter Berkemeier, der sich in einem Vorgespräch bereits über das aktuelle Anliegen informiert hatte.

Lange Vorgeschichte

50 Prozent der Legdener Haushalte, so argumentiert die Antragstellerin, seien im Besitz eines Hundes. Viele der Hundehalter wünschten sich, eine Möglichkeit, ihre Vierbeiner ohne Leine frei laufen lassen zu können, was so gut wie unmöglich sei. Vorteile habe eine solche Hundewiese nicht nur für die Tiere, deren Sozialverhalten gestärkt werde sondern auch die Menschen, da ein solcher Freilauf auch zum Treffpunkt verschiedener Generationen werde.

Schon vor 14 Jahren hatte die UWG das Thema auf die Tagesordnung von Legdens politischen Gremien gebracht. Ein entsprechender Verein befand sich in Gründung. Bereits 2008 gab es dazu den Auftrag des Rates an die Verwaltung, sich nach einem geeigneten Standort umzusehen.

In den Blick gerät das ehemalige Freibadgelände, das aber sowohl Bauausschuss als auch anschließend Rat als Standort für einen Hundefreilauf ablehnen. Allerdings soll weiter nach alternativen Flächen gesucht werden. Vorläufiges Ende der Initiative: Es wird kein Grundstück gefunden, das den Anforderungen des „Vereins“ entspricht. Beide Seiten vereinbaren, die weiteren Entwicklungen abzuwarten.

Thematik liegt auf Eis

Das Ganze habe sich aber schließlich ganz zerschlagen, sagt Jürgen Göckemeyer, Fachbereichsleiter Finanzen und Zentrale Dienste bei der Gemeinde. Seitdem liegt die Thematik auf Eis. Bis heute. Jürgen Göckemeyer: „Wir haben den Bedarf bisher auch nicht als so groß erkannt.“ In einer großen Stadt sei der sicher auch anders als in einer ländlichen Gemeinde. Übrigens: In Legden leben aktuell 780 Hunde.

Guido Kratzke, Initiator des Hundefreilaufs Steinfurt und aktueller Vorsitzender der Hundefreunde Steinfurt e.V., weiß aus eigener Erfahrung, dass ein solches Vorhaben häufig einen langen Atem benötigt. Den bewiesen die Steinfurter Initiatoren, allerdings hat es auch dort Jahre gebraucht, bis der Hundeplatz 2014 eröffnet werden konnte. Glück hatte der Verein, auch in Steinfurt eine Bedingung, bei der Suche nach einem Standort, der neben dem Stadion, gegenüber der Polizei und fernab von Wohnbebauung gefunden wurde. Realisiert wurde die Herrichtung des Platzes in Eigenleistung, durch Spenden und Unterstützung der Stadt.

Steinfurter Modell

Guido Kratzke weiß aber auch, dass mit der Eröffnung einer solchen Anlage des Vereins längst nicht alles getan ist, sondern deren Unterhaltung und Betreuung ein Dauerauftrag ist. Und letztlich bietet ein solcher Ort auch Konfliktpotenzial. Nicht nur bei den Vierbeiner, auch bei den Menschen. Wenn zum Beispiel, laut Kratzke unterschiedliche Auffassungen über Hundehaltung und -erziehung aufeinanderprallen. „Für die Nutzung sind klare Spielregeln wichtig.“

Die sind vor Ort auf einer Platzordnung nachzulesen. Andere Punkte wurden über eine städtebauliche Vereinbarung geregelt. Gleichwohl ist der Vereinsvorstand mitunter als Schlichter gefragt, oder muss noch andere Entscheidungen treffen: „Wir haben auch schon Platzverweise ausgesprochen.

Und dennoch ist es für Guido Kratzke eine Erfolgsgeschichte, die zurzeit wieder in vielen Kommunen angestrebt wird. Nicht nur in Legden. Guido Kratzke: „Ich bekomme zurzeit Anfragen von überall her.“

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