So sehen die Ventilatoren, die in vielen Klassenräumen im Münsterland bereits verbaut sind, von außen aus. © Alfred Mennekes
Corona-Lüfter

Legdens Ventilatoren nicht in NRW gefördert – trotzdem hohe Nachfrage

Die Förderung der Legdener Lüftungs-Ventilatoren gilt nicht in NRW, aber in einem anderen Bundesland. Trotzdem kommt das Lüftungssystem auch im Münsterland gut an, aus gutem Grund.

Seit Monaten haben sich Alfred Mennekes aus Legden und Professoren der Technischen Universität Mittelhessen und des Max-Planck-Instituts in Göttingen mit dem perfekten Lüftungssystem für Schulklassenräume beschäftigt.

Nachdem alles ausgetüftelt und mit verschiedenen Techniken und Geräten gemessen wurde, sind die Ventilatoren schon in etlichen Klassenräumen zu finden, in Legden, Reken und bald auch in Borken.

Luftaustausch ohne Aerosol-Verteilung

Das ertüftelte Prinzip geht so: Durch ein gekipptes Fenster, das möglichst weit vom eingebauten Ventilator entfernt ist, strömt Frischluft in den Klassenraum. Die Luft verteilt sich an der Decke, oberhalb der Schüler. Ein Teil der Frischluft sackt ab, der Rest bleibt oben im Raum.

Gleichzeitig steigt die warme Luft, ausgehend von den Schülern, nach oben, weil diese leichter als kalte Luft ist. Durch den Ventilator wird die Luft wieder angesaugt. Dadurch entsteht ein permanenter Luftaustausch, so dass keine Aerosole im Raum verteilt werden.

Keine Förderung in NRW

Im Mai hieß es erst von Seiten der Bundesregierung, dass es sogar eine 80-prozentige Förderung vom Bund für festeingebaute Lüftungssysteme gibt. „Aber das hatte sich schnell wieder erledigt“, sagt Alfred Mennekes, Ideengeber für die Ventilatoren aus Legden.

Der ehemalige Tierarzt zeigt sich gegenüber der Redaktion enttäuscht. „Die Förderung gilt doch nur für Systeme mit einer Wärmerückgewinnung und die hat unser System nicht.“ In NRW wird der Ventilator nicht gefördert. Es gilt außerdem: „Mobile Luftreinigungsgeräte werden nicht gefördert, wenn Schulklassen über Fenster gelüftet werden können“, so Mennekes. Aber das gilt nicht für alle Bundesländer. In Niedersachen wird auch das System aus Legden gefördert, das gilt für Jahrgänge eins bis sechs. Die Fensterventilatoren müssen nur fachgerecht geplant, eingebaut und betrieben werden.

144 Anlagen für Stadt Borken

Die Ventilatoren, die in Heek gefertigt und von einem Legdener Unternehmen verbaut werden, sind dennoch auch im Münsterland gefragt. Und zwar aus gutem Grund. Das Max-Planck-Institut in Göttingen und die Technische Universität Mittelhessen hatten zum wiederholten Mal die Luftstromflüsse gemessen und können die Wirksamkeit der bereits vor Ort in den Klassenräumen getesteten Ventilatoren jetzt auch offiziell bestätigen. Dafür wurden in der TU Mittelhessen mehrere Räume mit den Ventilatoren ausgestattet.

Nachdem bereits etliche Lüfter in Legden verbaut sind, zieht jetzt auch die Stadt Borken nach. „Insgesamt 144 Anlagen werden derzeit in den örtlichen Schulen installiert. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Grundschulen, da bei den jüngeren Jahrgängen bislang noch kein umfassender zusätzlicher Schutz durch Impfungen besteht“, heißt es in einer Pressemitteilung des Göttinger Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation (MPIDS).

System kommt auch ohne Förderung gut an

Grundlage für diese Entscheidung seien die positiven Erfahrungen, die bereits in Legden gemacht wurden, heißt es weiter. „Die Stadt Borken hatte von den Ventilatoren in Reken gehört und die Rekener sind gut zufrieden damit“, sagt Alfred Mennekes im Gespräch mit der Redaktion.

Dann habe man einen Termin mit der Stadt Borken gemacht und die Lüfter in Legden noch einmal vorgeführt. „Innerhalb von zwei Tagen mit der Zustimmung der Bürgermeisterin und des Ältestenrates hatte man entschieden, dass 150 Schulklassen in Borken mit den Ventilatoren ausgestattet werden“, erzählt Alfred Mennekes. Und das ganz ohne eine Förderung in NRW.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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