22 Landwirte aus Legden und Asbeck haben ihre Trecker weihnachtlich geschmückt. © Victoria Garwer
Lichterfahrt

Leuchtende Trecker sorgen für leuchtende Kinderaugen am Nikolaustag

Trecker sind eigentlich Gefährte für harte und eher schmutzige Arbeit. Doch an diesem Sonntag haben Legdener Landwirte ihre Wagen in weihnachtlichem Glanz präsentiert und damit viele begeistert.

Weihnachtsmusik schallt aus den kleinen Boxen und vermischt sich mit dem Brummen des Treckers. Im Inneren der Fahrerkabine schaukelt es und die Lichter draußen am Trecker schaukeln mit. Franz Niehues hat sein Gefährt mit einer 30 Meter langen Lichterkette geschmückt. Vorne an der Spitze tront zudem ein leuchtender kleiner Weihnachtsmann.

„Ich habe gestern den ganzen Tag daran gearbeitet“, sagt der Lohnunternehmer und ein bisschen Stolz schwingt in seiner Stimme mit. Er hat am Sonntag an der Laternen-Treckerfahrt durch Legden und Asbeck teilgenommen.

Franz Niehues ist Lohnunternehmer und unterstützt die Landwirte gerne bei Aktionen wie der Lichterfahrt.
Franz Niehues ist Lohnunternehmer und unterstützt die Landwirte gerne bei Aktionen wie der Lichterfahrt. © Victoria Garwer © Victoria Garwer

Kurz nach 16 Uhr haben sich die 22 Teilnehmer mit ihren beleuchteten Treckern in Asbeck getroffen. „Kompliment, das sieht echt super aus“, lobt sogar ein Polizist, bevor er noch ein paar ernste Wort an alle richtet. Schließlich gilt es, nicht nur die Corona-, sondern auch die Verkehrsregeln einzuhalten.

Menschen am Straßenrand winken, lächeln und staunen

Dann geht es los. Langsam tuckert Franz Niehues auf die Straße. Der Trecker vor ihm hat einen blinkenden Kranz aus Weihnachtskugel am Rückfenster hängen. Hinter ihm schiebt ein Kollege einen aus Lichtern geformten Weihnachtsbaum vor sich her. „Alle haben sich richtig Mühe gegeben“, sagt auch Organisator und Ortslandwirt Christian Bomberg. Er hatte die Idee, dass die Legdener und Asbecker Landwirte an der bundesweiten Aktion teilnehmen könnten.

Die geschmückten Trecker starteten ihre Lichterfahrt in Asbeck.
Die geschmückten Trecker starteten ihre Lichterfahrt in Asbeck. © Victoria Garwer © Victoria Garwer

Schon an der ersten Kurve stehen die Menschen staunend am Straßenrand. Sie winken den Treckerfahrern zu und freuen sich sichtlich, wenn sie einen Gruß zurückbekommen. Einige Kinder haben sogar ihre selbstgebastelten Laternen mitgebracht, die sie dem Nikolaus präsentieren wollen.

Denn auch der findet die Idee der Lichterfahrt so gut, dass er sich prompt in einen beleuchteten Anhänger setzt und sich von einem Trecker durch die Straßen ziehen lässt. Gemeinsam mit Knecht Ruprecht verteilt er aus dem Wagen heraus Süßigkeiten an die Kinder – mit Abstand natürlich.

Landwirte wollen mit der Aktion ein positives Signal setzen

Auch an den Straßenrändern halten sich die Menschen an die Regeln. Es gibt keine größeren Gruppen, viele tragen Maske. Einige stehen in ihren Haustüren oder winken den Fahrern vom Fenster aus zu.

Für die Landwirte wurde die Fahrt teilweise zum Familienausflug.
Für die Landwirte wurde die Fahrt teilweise zum Familienausflug. © Victoria Garwer © Victoria Garwer

Mit so vielen lächelnden Gesichtern werden die Landwirte nicht immer empfangen. „Es wird alles nicht einfacher in der Landwirtschaft“, sagt Franz Niehues, der auch als Nebenerwebslandwirt tätig ist. Neue Gesetze und Bestimmungen machen ihnen die Arbeit schwerer, gleichzeitig sinkt das Ansehen in der Bevölkerung.

Die Lichterfahrt ist deswegen eine Aktion, die ein positives Signal setzen soll. Die Landwirte wollen zeigen, dass sie auch in schwierigen Zeiten da sind. An diesem Nikolaussonntag zumindest haben sie mit ihren leuchtenden Treckern für viele leuchtende Augen gesorgt.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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Victoria Garwer

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