Drohung im Legdener Jobcenter: 29-Jähriger beleidigt und attackiert Mitarbeiter

mlzStrafbefehl

Der Ton im Jobcenter wird rauer. Beschimpfungen von Rathausmitarbeitern will die Gemeinde Legden konsequent zur Anzeige bringen. Ein 29-Jähriger Legdener muss jetzt 1050 Euro Strafe zahlen.

Legden

, 08.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sein rabiates Auftreten im Jobcenter des Legdener Rathauses kommt einen 29-jährigen Legdener teuer zu stehen. Wegen versuchter Nötigung und

Hausfriedensbruch hat das Amtsgericht Ahaus per Strafbefehl eine Geldstrafe in Höhe von 1050 Euro (70 Tagessätze à 15 Euro) gegen den 29-Jährigen verhängt. „Der Strafbefehl ist jetzt rechtskräftig“, erklärte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion. Zusätzlich zur Geldstrafe muss der Legdener auch die Kosten des Verfahrens tragen.

Massive Drohung gegenüber Rathausmitarbeiter

Der Vorfall selbst liegt schon ein halbes Jahr zurück: Am 28. Februar wurde der Mann im Rathaus ausfällig, weil ein Mitarbeiter im Jobcenter nicht seinen Forderungen nachkam. Botzenhardt: „Der Mann bezichtigte den Rathausmitarbeiter zunächst der Lüge. Dann weigerte er sich zu gehen, obwohl er mehrmals aufgefordert wurde, das Rathaus zu verlassen. Das erfüllt den Tatbestand des Hausfriedensbruchs“, so der Oberstaatsanwalt.

Jetzt lesen

Aber es kam noch schlimmer, wie Hans Wittmund, Fachbereichsleiter im Legdener Rathaus schildert: „Als der Mitarbeiter den Mann zur Tür geleiten wollte, schubste der Mann ihn an der Brust und drohte: ,Wenn du so weiter machst, dann liegst du gleich am Boden.‘“ Obwohl der Mann dann ohne weitere Zwischenfälle das Rathaus verließ, ergab sich für die Staatsanwaltschaft ganz klar der Vorwurf der versuchten Nötigung. Das sah auch der Amtsrichter in Ahaus so.

Bürgermeister: Hemmschwelle ist schleichend gesunken

Legdens Bürgermeister Friedhelm Kleweken sieht in dem jetzt verhängten Strafbefehl ein klares Zeichen: „Unsere Mitarbeiter müssen sich nicht alles gefallen lassen. Wir werden weiterhin konsequent solche Vorfälle zur Anzeige bringen, vor allem aus Präventionsgründen. Das soll sich ruhig rumsprechen.“ Sind denn solche Fälle im Legdener Jobcenter alltäglich? „Nein“, sagt Bürgermeister Friedhelm Kleweken, „das ist Gott sei Dank die Ausnahme. Aber wir spüren im Jobcenter, dass sich das allgemeine gesellschaftliche Klima wandelt. Die Hemmschwelle ist in den letzten Jahren schleichend gesunken, die Beleidigungen nehmen zu.“ Der Bürgermeister betont: „Die Gemeinde muss die Mitarbeiter schützen, die ihren Job machen und sich dabei an die Gesetze zu halten haben.“

Alarmknopf für kritische Situationen

Für Notfälle und Bedrohungslagen gibt es an den Telefonen des Legdener Jobcenters einen Alarmknopf. Wird er gedrückt, können die Kollegen in den Nachbarzimmern direkt mithören, was gerade passiert. Fachbereichsleiter Hans Wittmund: „In diesem Fall hat der Mitarbeiter den Alarmknopf nicht gedrückt, weil er mit dem Mann schon auf dem Weg zur Tür war.“ Dass der Alarmknopf gedrückt wird ist selten. Wittmund: „Es ist aber schon vorgekommen. Das ist allerdings schon etwas länger her.“

Für Friedhelm Kleweken und Hans Wittmund ist es wichtig, dass solche Vorkommnisse anschließend im Kollegenkreis und mit den Vorgesetzten aufgearbeitet und besprochen werden. Der Bürgermeister sagt: „Die Solidarität ist wichtig, um den Kolleginnen und Kollegen den Rücken für die oft schwierige Arbeit zu stärken.“

Lesen Sie jetzt