Maria Pier-Bohne erhält das Bundesverdienstkreuz

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Ob in Asbeck für den Heimatverein oder in Legden in der politischen Arbeit – Maria Pier-Bohne hat über Jahrzehnte viel erreicht. Jetzt erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.

Asbeck

, 15.02.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es konnte kein anderer Ort sein. Im Dormitorium, dessen Restaurierung ohne Maria Pier-Bohnes Einsatz nicht möglich gewesen wäre, überreichte Landrat Dr. Kai Zwicker ihr im Namen des Bundespräsidenten das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens. Verwandte und Freunde aus dem Heimatverein verfolgten die große Ehrung für die kommunalpolitischen und kulturellen Verdienste am Mittwoch.

Die meisten kennen Maria Pier-Bohne, wissen, wie sie sich über Jahrzehnte eingesetzt hat, beharrlich und ohne Konflikte zu scheuen. Kai Zwicker sagte: „Mit Ihrem Namen sind vor allem der Ankauf, die Restaurierung des Dormitoriums Asbeck und der Wiederaufbau des zweigeschossigen Kreuzgangs eng verbunden. Gerade auch Ihrer Initiative ist es zu verdanken, dass sich das Dormitorium als fester Kulturort in der Region etablieren konnte.“

Regierungspräsident auf der wackeligen Leiter

Und nicht wenige der Gäste werden sich erinnern, wie sie dies – durchaus immer wieder insistierend – geschafft hat. Legendär, so erzählt es ihre Tochter Rebecca Brüggemann, ist der Besuch des damaligen Regierungspräsidenten Dr. Twenhöven in Asbeck. Maria Pier-Bohne habe ihn unnachgiebig aufgefordert, die wackelige Leiter im verfallenen Dormitorium zu erklimmen, um das einzigartige Giebelfenster zu bewundern.

Twenhöven beschied dem Vorhaben damals keinen Erfolg, da es einem rein ehrenamtlich tätigen Verein noch nie gelungen sei, ein Projekt von dieser Größenordnung zu realisieren. Rebecca Brüggemann: „Als er Jahre später zur feierlichen Eröffnung wiederkam, feierte meine Mutter mit ihrem Team des Heimatvereins einen stillen Triumph.“

Kongeniales Team mit Monika Kerkhoff

Als Geschäftsführerin und langjährige Vorsitzende des Heimatvereins hatte sie viele Aufgaben und bildete mit Monika Kerkhoff ein kongeniales Team. Monika Kerkhoff wurde von Landrat Zwicker erst kürzlich mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet. Dabei hielt Ehemann Hubert Pier seiner Frau immer den Rücken frei. Manchmal wurde er dazu angehalten, seine Frau „zurückzupfeifen“, so erzählt es Rebecca Brüggemann, sogar aus dem Ministerium in Düsseldorf. Er habe aber genau gewusst, dass dies zwecklos war.

Maria Pier-Bohne liebte bei ihrer Arbeit für den Heimatverein immer flache Hierarchien. So übernahm sie jahrelang die Aufgabe, den Toilettenwagen nach dem Schnadegang am 1. Mai zu säubern. „Weil der Heimatverein dann das Geld für die Reinigung spart und es mir als Krankenschwester nichts ausmacht“, an diese Begründung erinnert sich Rebeccca Brüggemann gut.

Die heute 65-Jährige arbeitete als Krankenschwester, später dann auch als Krankenpflegeschullehrerin. Im Laufe der Kindererziehungszeit brachte sie sich als Autodidaktin das journalistische Schreiben bei. Über viele Jahre war sie als freie Mitarbeiterin für die Münsterland Zeitung tätig und berichtete vor allem über Ereignisse aus Asbeck und Legden. Später wurde sie Pressereferentin im St.-Marien-Krankenhaus Ahaus und dann sogar für den ganzen Klinikverbund Westmünsterland.

Partnerschaft mit Reszel begründet

Kai Zwicker und Bürgermeister Friedhelm Kleweken erinnerten auch daran, dass die Asbeckerin die Begründerin der Partnerschaft mit Reszel ist. Auch das ist ein Beispiel dafür, dass sie eine hervorragende Netzwerkerin ist. Polen in Reszel entdeckte sie bei einer vom Verein Kultur und Schlösser organisierten Reise.

Rebecca Brüggemann erinnert: „Sie gab kurzerhand die Reisegruppe als Delegation aus Legden und Asbeck aus und knüpfte auf diese Weise erste Kontakte mit dem damaligen Bürgermeister, der zum Glück bei der offiziellen Begründung der Partnerschaft nicht bemerkte, dass es viel ‚Personalwechsel‘ gegeben hatte.“ Seitdem hat sich ein reger Austausch, vor allem im Jugendbereich entwickelt. Seit 2012 ist sie Ehrenbürgerin der Gemeinde Reszel.

Fast 20 Jahre im Rat

Von 1999 bis 2018 war Maria Pier-Bohne für die CDU in der Kommunalpolitik tätig und in dieser Zeit stellvertretende Bürgermeisterin. Bei ihrem Ausscheiden wurde ihr der Titel des Ehrenratsmitglieds verliehen. Auch im Heimatverein, dessen Motor sie 30 Jahre war, ist sie inzwischen Ehrenvorsitzende.

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